Veringstraße

Wilhelmsburg: Tempo 30 kommt nur schleppend voran

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Thomas Sulzyc
Kesbana Klein (SPD) steht in der südlichen Veringstraße

Kesbana Klein (SPD) steht in der südlichen Veringstraße

Foto: Thomas Sulzyc

Bei der Prüfung zur Entschleunigung der Veloroute schlagen die Behörden einen langsamen Takt an. SPD und Grüne wollen zügig umsetzen.

Wilhelmsburg.  Die beteiligten Behörden bei der Herabsetzung der zulässigen Höchstgeschwindigkeit auf Tempo 30 in der südlichen Veringstraße haben offenbar das Verfahren selbst entschleunigt. So sehr, dass der für Wilhelmsburg zuständige Regionalausschuss der Bezirksversammlung Hamburg-Mitte jetzt fordert, sämtliche erforderliche Prüfungen ohne weitere Verzögerungen in Auftrag zu geben. In der Diplomatie würde eine derart harmlos anmutende Formulierung eine scharfe Form der Abmahnung bedeuten.

Hintergrund: Die SPD-Fraktion in Wilhelmsburg hat Anfang Oktober auf parteiinternem Informationsweg erfahren, dass sich nach 22 Monaten die Behörde für Wirtschaft und Verkehr und das Bezirksamt Hamburg-Mitte immer noch nicht darauf geeinigt hätten, wie die Prüfung zu einer den Linienbusverkehr beschleunigenden veränderten Ampelschaltung aussehen soll. Nicht einmal der Umfang der Prüfung sei geklärt, sagt Kesbana Klein (SPD).

Im Januar 2015 hatte der Regionalausschuss Wilhelmsburg die öffentliche Mitteilung erhalten, dass die Behörde für Wirtschaft und Verkehr die Veloroute 11 über den eigens dafür umgebauten Abschnitt hinaus, auf dem das Höchsttempo 25 gelten wird, weiter über die südliche Veringstraße führen will. Seitdem machen sich Anwohner, Geschäftsleute und der Beirat für Stadtteilentwicklung Wilhelmsburg für Tempo 30 auf der südlichen Veringstraße stark. Die Polizei in Wilhelmsburg unterstützt diese Forderung. Seit dieser Woche mahnt der Regionalausschuss Wilhelmsburg mit Mehrheit eine zügige Umsetzung von Tempo 30 auf der gesamten Veringstraße südlich des Temp-25-Bereichs an.

Radfahrer auf der Veloroute 11 werden sich mit dem Kraftfahrzeugverkehr die Fahrbahn teilen. Allein deshalb gebe es zu Tempo 30 keine Alternative. Diese Entschleunigung der Straße sei Voraussetzung für eine Veloroute. „Wie soll der Busfahrer 50 Stundenkilometer fahren, wenn vor ihm Fahrradfahrer fahren?“, fragt Kesbana Klein.

Lediglich der Hamburger Verkehrsverbund wehre sich gegen Höchsttempo 30 auf der südlichen Veringstraße. Die geringe Geschwindigkeit habe zur Folge, dass ein Bus mehr pro Tag eingesetzt werden müsse. Das würde zusätzliche Kosten in Höhe von weit mehr als 100.000 Euro nach sich ziehen, hieß es im November 2015 im Sanierungsbeirat Südliches Reiherstiegviertel.

Eine veränderte Ampelschaltung könnte die Lösung sein, sagen die Tempo-30-Befürworter. Die Prüfung seitens der beiden beteiligten Behörden bleibt aber aus. Ein deutsches Sprichwort sagt: „In einer Sache kann man nicht zwei Ämter führen.“

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