Harburg
Evakuierung

Polizei gibt nach Bombendrohung in Fleisch-Fabrik Entwarnung

Mehr als 300 Mitarbeiter mussten das Gelände in Neu Wulmstorf verlassen. Entschärfer und Spürhunde waren vor Ort.

Neu Wulmstorf. Spezialeinsatzkräfte und Spürhunde haben auf dem Gelände der Fleisch-Fabrik Schwarz Cranz in Neu Wulmstorf keine Bombe gefunden. Die Polizei gab Entwarnung, die Suche wurde eingestellt. Nach einem anonymen Anruf am Mittwochmorgen bei der Polizei hatte es Hinweise darauf gegeben, dass auf dem Firmengelände möglicherweise eine Bombe versteckt sein könnte. Man sei nach dem Anruf um 6.30 Uhr davon ausgegangen, dass eine "akute Gefährdungssituation" bestehen könne, sagte ein Sprecher.

Identität des Anrufers noch ungeklärt

Rund 40 Einsatzkräfte von Feuerwehr und Polizei rückten an und ließen die Arbeit in dem Unternehmen einstellen, der Betrieb wurde weiträumig abgesperrt, auch die Lessingstraße wurde komplett gesperrt. Mehr als 300 Mitarbeiter mussten das Gelände zwischenzeitlich verlassen, sie wurden in einem benachbarten Betrieb betreut. Mehrere Stunden lang wurde das Gelände abgesucht. Zur Unterstützung der Suche waren Sprengstoff-Spezialisten aus Hannover, sogenannte Delaborierer, angerückt.

"Es wurden keinerlei verdächtige Gegenstände gefunden, die die Gefährdungssituation belegt hätten", hieß es von der Polizei. Der Betrieb konnte gegen 13 Uhr wieder aufgenommen werden. Die Polizei hat ein Verfahren wegen Bedrohung und Störung des öffentlichen Friedens durch Androhung von Straftaten eingeleitet. Man sei nun damit befasst, die Identität des Anrufers zu ermitteln.

Proteste gegen Arbeitsbedingungen

Das Unternehmen von Chefin Kristin Schwarz hat es in der Vergangenheit zu einiger Bekanntheit gebracht. Schwarz wurde zur "Hamburger Unternehmerin des Jahres 2013" gekürt. Wenig später jedoch geriet Schwarz Cranz in die Schlagzeilen, weil rumänische und bulgarische Arbeiter sich über die Bedingungen in der Fleischwarenfabrik, zu der sie über einen Personalvermittlerdienst gekommen waren, beklagt hatten. Im Zuge der Proteste kam es sogar zu Handgreiflichkeiten.