Harburg
Neu Wulmstorf

Schönecke will Verkehrskoordinator

Um solche Staus auf den Autobahnen zu verhindern, fordert der CDU-Landtagsabgeordnete Heiner Schönecke einen Verkehrskoordinator

Um solche Staus auf den Autobahnen zu verhindern, fordert der CDU-Landtagsabgeordnete Heiner Schönecke einen Verkehrskoordinator

Foto: JOTO

Die Forderung des Landtagsabgeordneten wird von den Verkehrsclubs nachdrücklich unterstützt.

Neu Wulmstorf/Hannover.  Die immer wiederkehrenden Staus durch Baustellen und Vollsperrungen in Hamburg und im anschließenden Niedersachsen dürfen nicht zur Gewohnheit werden. Das jedenfalls will Heiner Schönecke verhindern, der für die CDU in Hannover im Landtag sitzt. Deshalb hat der Politiker jetzt eine Anfrage an die Landesregierung gestellt, die dem Abendblatt vorliegt. Darin fordert der CDU-Politiker einen „Verkehrskoordinator für die südliche Metropolregion mit der Zuständigkeit für Hamburg und Niedersachsen, sowohl für die Straße als auch für die Bahn.“

Schönecke zählt allein sechs Bereiche auf, in denen es zuletzt zu Behinderungen gekommen ist. Dazu gehören die K39 am Elbdeich, die B73, wo sich die Autos vor der Este-Brücke stauten, die Hamburger Köhlbrandbrücke mit ihren halbseitigen Fahrbahnsperrungen und die Autobahnen A7 und A1.

Wer zuletzt auf die S-Bahn ausweichen wollte, musste auf dem Weg nach Stade in Neugraben umsteigen oder für die Strecke einen Bus im Ersatzverkehr nutzen. „Es gibt Verkehrskonferenzen zwischen Hamburg und Niedersachsen“, weiß Schönecke. Aber die letzte liege nach seiner Erinnerung zwei Jahre zurück.

Für den Politiker mangelt es schlicht bei der Koordination. Deshalb will er von der Landesregierung ergänzend wissen, welche Behörden aus Niedersachsens sich mit Hamburg über die Einrichtung von Baustellen auf den von Süden kommenden Autobahnen, Bundes- und Landesstraßen zeitlich abstimmen und wann die erwähnten Baustellen auf den Autobahnen, Bundes- und Landes- und Kreisstraßen abgestimmt wurden?

Seine Anfrage hat er an die Harburger CDU-Bürgerschaftsabgeordnete Birgit Stöver weitergereicht. „Eine Verkehrs-Koordination ist auch für Harburg extrem notwendig“, sagt Stöver. „Ich werde eine ähnliche Anfrage wie die von Heiner Schönecke an den Hamburger Senat stellen.“

Rückendeckung bekommen Schönecke und Stöver von den Verkehrsclubs ADAC Hansa und ACE. „Wir fordern seit Jahren eine länderübergreifende Koordinierungsstelle für Autobahnen und Bundesstraßen für die drei Länder Schleswig-Holstein, Hamburg und Niedersachsen“, sagte Hans Duschl, ein Sprecher des ADAC Hansa dem Abendblatt.

Entscheidend für eine solche Stelle sei jedoch, dass ihre Kompetenz nicht wieder von Ministerien umgangen werden könnten. „Eine größere Lösung wäre, dass der Bund die Koordination solcher Baustellen übernimmt und Gelder nur frei gibt, wenn die Abfolge der Baustellen festgelegt wurde“, so Duschl. „Wünschenwert wäre zudem, die Bahn einzubeziehen.“

Auch der ACE Auto Club Europa fordert als Konsequenz aus den Riesen-Staus der vergangenen Wochen eine zentrale Koordinierungsstelle für fernverkehrsrelevante Baustellen in der Metropolregion Hamburg.

„Für die gesamte Region sind die bisherigen Absprachen zwischen Hamburg, Niedersachsen und Schleswig-Holstein nicht ausreichend“, sagt Peter Deutschland, der ACE-Regionalvorsitzender Nord. Schon weil im norddeutschen Raum die einzigen Elbquerungen, die nennenswerten Verkehr aufnehmen können, durch Hamburg laufen, wirke sich jede Störung massiv aus.

Deutschland verweist darauf, dass Mitte September zusätzlich zu den Baumaßnahmen in Hamburg die A1 südlich der Hansestadt mehrere Tage voll gesperrt war und auf den Ausweichstrecken gebaut wurde. Die Folge seien bis zu 50 Kilometer lange Rückstaus gewesen.

Der ACE sieht dabei auch künftig keine Besserung. „Wenn die Erweiterung und Abdeckung der A7 nördlich der Elbe abgeschlossen ist, wird die Autobahn südlich des Elbtunnels um je einen Fahrstreifen pro Richtung erweitert. Außerdem gehen jetzt die Arbeiten zur Verlegung der Wilhelmsburger Reichsstraße in die heiße Phase.“

Deshalb ist der ACE sicher: Die Koordination müsse verbessert werden. In den „lose terminierte Gesprächsrunden“ zwischen den Ländern gehe der „Blick für die Gesamtlage verloren.“

Damit will sich Schönecke nicht abfinden. Auf seine Fragen muss Verkehrsminister Olaf Lies bis zum 28. Oktober antworten. „Die Regierungen in Hamburg und Hannover haben das Problem zuletzt immer zu Seite geschoben“, sagt der Oppositionspolitiker. „Jetzt besteht Nachholbedarf.“