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Buchholz

Stadt Buchholz versteigert ihre Fundstücke

Neben Fahrrädern, Handys und Schmuck ist sogar ein Motorroller dabei. Wer neugierig ist, kann im Internet auf die Schätze bieten

Buchholz.  Mit Schwung schiebt Heiko Schmidt die Stahltür im ehemaligen Bahnschuppen an der Rüttgersstraße in Buchholz zur Seite. Jede Menge Fahrräder kommen zum Vorschein. Und ein blauer Motorroller. „Der wurde auf einem Parkplatz am Krankenhaus gefunden. Der Eigentümer wurde nie ermittelt. Obwohl das Versicherungskennzeichen an dem Roller noch vorhanden ist“, erzählt der Abteilungsleiter aus dem Bürgerbüro und bugsiert die „Buffalo TVZ 50“ auf Startposition nach draußen auf die schmale Rampe.

Einmal im Jahr kommt alles, was im Laufe der Monate im Fundbüro der Stadt Buchholz in der Nordheide abgegeben wurde, unter den Hammer. Der Startschuss für die Online-Auktion fällt am Donnerstag um 18 Uhr (siehe rechts). Dann kann Jeder auf die 86 Artikel zugreifen, deren Fotos bereits jetzt im Netz zu sehen sind. Allein 54 Fahrräder gehen ins Rennen um eine neuen Besitzer. Vom Damen-, Herren- und Kinderrad ist alles dabei. Solide Trekkingräder, bunte Mountainbikes und bequeme Cityräder sind gelistet. Mit klangvollen Namen der Marken Rabeneick, Kettler, Hercules, Pegasus, Pininfarina, Giant, Scott oder Mc Kenzie.

„Die Räder werden von Privatleuten oder der Polizei bei uns abgegeben“, erzählt Schmidt. Wenn sich der Eigentümer nicht binnen sechs Monaten meldet, wird der Finder per Post benachrichtigt, ob er die Fundsache abholen will. Gegen 5 Euro Verwaltungsgebühr bei einem Schätzwert von 10 bis 50 Euro, darüber werden 15 Prozent des Schätzwertes fällig, höchstens aber 82 Euro.

„Bei sehr guten und wertvollen Fahrrädern melden sich die Eigentümer in aller Regel“, sagt Schmidt. Bei einfacheren Rädern sieht es anders aus. Weil viele Finder auf die Fundsachen verzichten, kommen sie unter den Hammer. Wer fix ist und genau hinschaut, kann dabei so manches Schnäppchen ergattern. Der blaue Motorroller steht beispielsweise mit einem Startangebot von 150 Euro im Netz. Und wird von Tag zu Tag billiger, wenn keiner zuschlägt. Theoretisch könnte der Preis am Ende der Auktion sogar bis auf 1 Euro fallen. Aber so weit wird es nicht kommen. „Fünf Interessenten beobachten den Roller“, sagt Schmidt. Die Aussichten für „Buffalo“, bald wieder auf große Fahrt zu gehen, stehen demnach nicht schlecht.

Ebenfalls im Angebot ist jede Menge Schmuck. Von Halsketten über Broschen, Gold- und Silberanhänger, Markenuhren etwa von Tissot, Dugena, Casio, Junghans oder Lorus – bis hin zu einem silberfarbenen Brillantring mit drei Steinen. Der hat jetzt schon sechs Bobachter. „Der Ring trägt den Prägestempel 750. Eine Materialprüfung ergab, dass er nicht aus Gold ist“, sagt Schmidt. Der Brilliantring steht mit 500 Euro im Startangebot und könnte theoretisch auf 1 Euro fallen – im Fall des Rings vermutlich ein rein hypothetischer Wert. „Es gibt jederzeit die Möglichkeit, sofort zum Startpreis zu kaufen“, ergänzt Schmidt.

Wer aus einer anderen Stadt mitbietet und ein Schnäppchen ergattert hat, kann sich dieses übrigens gegen 7 Euro Portogebühr zusenden lassen. Die Ware ist auf dem Transport versichert. „Allerdings versenden wir nur kleine Teile, wie Uhren, Schmuck oder Handys“, räumt Schmidt ein. Persönliche Daten auf gebrauchten Geräten werden komplett gelöscht, bevor sie in die Auktion gehen. „Wenn das nicht funktioniert, vernichten wir sie“, versichert der Verwaltungsmitarbeiter. Auch Sporttaschen, Geldbörsen, Koffer, Herren-, Damen- und Kinderjacken von Helly Hansen, sowie originalverpackte Navigationsgeräte der Marke Garmin sind schon heute online zu betrachten.

Sperrige Gegenstände wie Fahrräder können gegen Barzahlung im Fundbüro abgeholt werden. „Wir hatten schon mal jemanden, der kam extra aus dem Harz angereist, um sich sein online ersteigertes Fahrrad bei uns abzuholen“, erzählt Schmidt. „Mal schaun, wer den blauen Roller ergattert.“ Übrigens: Der Erlös der gesamten Auktion fließt in die Stadtkasse von Buchholz.