Harburg
Kommunalwahl Landkreis Harburg

CDU und SPD verlieren Stimmen

Hans-Heirnich Aldag bei der Stimmabgabe

Hans-Heirnich Aldag bei der Stimmabgabe

Foto: Rolf Zamponi / HA

Kommunalwahl: Im Landkreis bleibt die CDU die stärkste Partei. AfD kommt auf Platz vier hinter den Grünen.

Winsen/Jesteburg/NEU Wulms­torf.  Es war noch fast leer im Sitzungssaal des Kreishauses in Winsen, als die Uhren auf 18 Uhr zu rückten. Doch die ersten Experten gingen zu diesem Zeitpunkt fest davon aus, dass die ersten Wahlergebnisse aus kleineren Lokalen in 15 bis 20 Minuten vorliegen würden. Doch es dauerte viel, viel länger.

Die ersten, die die Wahlergebnisse für den Landkreis ausgezählt hatten, waren schließlich die Wahlhelfer im Feuerwehrhaus Dierkshausen, das zu Hanstedt zählt. Da war es 18.55 Uhr und der Saal hatte sich langsam gefüllt. Die ersten unter den Wahlkämpfern waren Axel Bittner (Linke) und Jens Krause (AfD). Gegen 18.30 Uhr war auch Landrat Rainer Rempe da, der sich mit seinem ehemaligen Landrats-Gegenkandidaten Thomas Grambow (SPD) zu einem kleinen Plausch gesellte. Thema: Die zu erwartenden neuen Gesichter im Kreistag. Aber auch Tobias Handtke (SPD) und Hans-Heinrich Aldag (CDU), der mit seinem Sohn Nils und seiner Tochter Kristina in den Sitzungssaal gekommen war, mussten lange auf aussagekräftige Ergebnisse warten.

Kurz vor Redaktionsschluss lag die CDU bei 33,3 Prozent, die SPD bei 26,4, die Grünen bei 14,0 Prozent, Wählergemeinschaft 3,6 Prozent, die FDP bei 5,1 Prozent, die Linke bei 2,7 Prozent, die AfD bei 9,9 Prozent, und die Freien Wähler bei 4,9 Prozent (Stand 21.02 Uhr). Da waren 263 von 320 Wahllokalen ausgezählt. Die Wahlbeteiligung lag bei 50,8 Prozent. 2011 lag die Gesamtbeteiligung bei 54,1 Prozent.

Stärkste Partei blieb am Sonntag die CDU. Sie musste aber genau wie die SPD Verluste hinnehmen. In einer ersten Stellungnahme sagte der CDU-Kreisfraktionsvorsitzende Hans-Heinrich Aldag: „Wir haben fünf Prozent verloren. Das ist enttäuschend. Aber es haben eben auch viel mehr Parteien und Gruppen kandidiert. Deshalb verlieren die größeren Parteien jetzt Stimmen.“ Die Arbeit im Kreistag werde nicht einfacher. Die politische Situation „bunter“.

Für die SPD äußerte sich Tobias Handtke ebenfalls am späten Abend. „Auch wir werden einige Prozentpunkte verlieren und haben damit unser Wahlziel nicht erreicht. Das stimmt nicht optimistisch.“ Der SPD-Kreisfraktionsvorsitzende wies aber darauf hin, dass die Ergebnisse in den einzelnen Gemeinden durchaus unterschiedlich ausfielen. So hatte die SPD im Wahlbereich Neu Wulmstorf kurz vor 21 Uhr 40,5 Prozent und war damit dort die stärkste Partei.

Am Nachmittag hatte bei der Stimmabgabe bei strahlendem Sonnenschein in den Wahllokalen gute Laune geherrscht. Sowohl in Jesteburg im Wahllokal in der Waldklinik als auch in der Neu Wulmstorfer Hauptschule gingen die Wahlhelfer von einer höheren Wahlbeteiligung als 2011 aus. Es gab ein stetes Kommen und Gehen, mitunter mussten die Wahlberechtigten auch einen Moment warten, bis wieder eine Kabine frei wurde. Eine Situation, die sich überall im Kreis wiederholte.

Im Wahllokal 2, in dem Tobias Handtke wählte, hatten um 15,17 Uhr 242 von 638 Wahlberechtigten ihre Stimme abgegeben. Am späteren Nachmittag erwartete die erfahrene Wahlhelferin Ingrid Rieck aber noch „einen weiteren Schwung“ von Wählern in ihrem Lokal.

In Jesteburg, wo Hans-Heinrich Aldag im Wahllokal in der Veranda seiner Waldklinik seine Stimme abgab, hatte zu diesem Zeitpunkt gerade die zweite Schicht der Wahlhelfer die Arbeit aufgenommen.

„Bei der vergangenen Kommunalwahl lief die Stimmabgabe träger an“, sagte Caren Sprengel, die auch schon 2011 mitgezählt hatte. „Hier zu helfen, ist Bürgerpfllicht und zudem ist die Wahl ja auch spannend.“

Die Wahlhelfer wechselten sich in den vom Abendblatt besuchten Lokalen in zwei Schichten ab. Schichtwechsel war gegen 13 Uhr, also nach fünf Stunden. Um 18 Uhr kamen dann beide Schichten zusammen, um die Stimme gemeinsam auszuzählen. Nach dem anstrengenden Sonntag erhalten die Wahlhelfer, die sich freiwillig gemeldet hatten oder angeschrieben wurden, das „Erfrischungsgeld“, wie Sprengel sagte. Die Bürgerpflicht an den Urnen wird mit 30 Euro vergolten. Ein kleines Dankeschön für eine lange Nacht in Dienst der Demokratie.

Das endgültige Ergebnis des Kreistages und der Gemeinden stand bei Redaktionsschluss aber späten Abend noch nicht fest. Das Abendblatt wird es ausführlich in der Dienstagsausgabe vorstellen.