Harburg
Buchholz

Der Engel schwebt

Leihgabe aus dem Güstrower Dom: Der „Schwebende Engel“ von Ernst Barlach soll die Gesichtszüge von Käthe Kollwitz tragen

Leihgabe aus dem Güstrower Dom: Der „Schwebende Engel“ von Ernst Barlach soll die Gesichtszüge von Käthe Kollwitz tragen

Foto: Corinna Panek / HA

Sonderausstellung„Barlach Kollwitz“ in der Buchholzer Kulturkirche „St. Johannis“ eröffnet.

Buchholz.  Der Engel schwebt, doch er hängt an schweren Ketten. Das ist in erster Linie seinem eigenen Gewicht geschuldet, doch passt er auch in den schwermütig wirkenden Gesamtkontext der neuen Ausstellung in der Buchholzer Kulturkirche St. Johannis (Wiesenstraße 25). Am Sonntag, 18. September, ist dort die Vernissage zur Ausstellung „Barlach Kollwitz“.

Ernst Barlach (1870-1938) und Käthe Kollwitz (1867-1945) waren nicht im engeren Sinne befreundet. Jedoch hegte Kollwitz eine große Bewunderung für ihren Kollegen, die dieser zwar nicht in gleichem Maße erwiderte; gleichwohl setzte er sich für sie ein, indem er 1933 öffentlich gegen Kollwitz’ Ausschluss aus der Preußischen Akademie der Künste protestierte.

Und jener schwebende Engel, auch „Güstrower Ehrenmal“ genannt, soll die Gesichtszüge von Käthe Kollwitz tragen. Das mag der Ausstellungsgast gern abgleichen, denn auch Porträts beider Künstler sind ausgestellt, Zeichnungen und natürlich die vielen Skulpturen, die für beide so typisch sind: Kollwitz verkörpert das irdische Leid, Barlach hingegen suchte das Geistige im Menschlichen. Seine Skulpturen – nicht nur aus Bronze, auch aus Porzellan – zeigen Emotionen, oder sie sind einfach ganz bei sich.

Die Ernst-Barlach-Gesellschaft Hamburg hat für die Ausstellung in Buchholz rund 100 Exponate zusammengetragen. Begleitet wird sie von Vorträgen und Exkursionen. Zur Vernissage, die am Sonntag um 17 Uhr beginnt, hält der Vorsitzende Jürgen Doppelstein einen Eröffnungsvortrag. Sonderführungen gibt es am Mittwoch, 19. Oktober, 10 Uhr, Mittwoch, 26. Oktober, 10.30 Uhr und Montag, 14. November, 16.30 Uhr, mit Gudula Mayr von der Kunststätte Bossard.

Eine Exkursion nach Güstrow, wo Barlach einige Jahre verbracht hatte, ist für Sonnabend, 8. Oktober geplant (45 Euro inklusive Museumseintritten). Einen Vortrag, ebenfalls mit Gudula Mayr, gibt es am Sonnabend, 29. Oktober, ab 18 Uhr und den DEFA-Film „Der verlorene Engel – Ein Tag im Leben Ernst Barlachs“ am Sonnabend, 5. November.

Die Ausstellung ist bis Sonntag, 4. Dezember, zu sehen und wird dann mit einem Abschlussgottesdienst beendet. Öffnungszeiten: dienstags, donnerstags und freitags von 10 bis 12 und 18 bis 20 Uhr, sonnabends 10 bis 12 und 15 bis 18 Uhr, Eintritt sechs Euro (ermäßigt vier Euro). Im Zusammenhang mit Gottesdiensten und Veranstaltungen ist der Eintritt frei.