Harburg
Sicher daheim

Hilfe auf Knopfdruck: 850 Harburger nutzen DRK-Hausnotruf

Jane Payne

Jane Payne

Foto: Katharina Geßler / HA

Im Jahr 2015 wurde 6724 Mal Alarm ausgelöst. Bei Pflegestufe übernimmt die Kasse die Kosten für Anschluss und monatliche Gebühr

Harburg.  Die eigene Selbständigkeit ist ein hohes Gut. Gerade Ältere knüpfen daran den Wunsch, möglichst lange in den gewohnten vier Wänden wohnen zu bleiben. Entsprechend steigt die Zahl derjenigen, die einen sogenannten Hausnotruf nutzen, wie er u. a. von den Johannitern, Maltesern, dem ASB (Arbeiter Samariter Bund) und dem Deutschen Roten Kreuz (DRK) angeboten wird.

Von rund 850 Menschen wird dieses Angebot des DRK-Kreisverbandes Harburg aktuell genutzt, etwa 200 mehr als vor fünf Jahren. Allein im vergangenen Jahr wurde die DRK-Hausnotrufzentrale 6724 Mal alarmiert. Allerdings musste lediglich in 341 Fällen medizinischen Fachpersonal bzw. ein Notarzt Hilfe leisten. Ansonsten reichte es aus, denjenigen zu informieren, der als Ansprechpartner bei der Zentrale angegeben ist: einen Verwandter, Freund oder Nachbar, der helfen musste, weil die Gehhilfe entglitten und nicht mehr erreichbar war. Oder weil jemand stürzte und ohne Hilfe nicht mehr auf die Beine kam.

Jane Payne (65), die beim Gehen auf einen Rollator angewiesen und zuckerkrank ist, vertraut seit sechs Jahren auf den Hausnotruf des DRK. Sie trägt das Armband mit rotem Alarmknopf immer, auch beim Duschen: „Das gibt mir ein Gefühl von Sicherheit“, sagt die Seniorin, die in der DRK-Wohnanlage Milchgrund lebt. Das Tragen des Armbandes sei für sie eine große Beruhigung. Besonders weil sie unter Asthma leidet: „Wenn ich mal einen heftigen Anfall bekomme, muss es schnell gehen.“

Je nach Angebot kostet ein solcher Hausnotruf zwischen 18,36 und 44,50 Euro im Monat sowie generell eine einmalige Anschlussgebühr von 39 Euro (bei Pflegestufe zahlt die Kasse). Damit die Hilfe auf Knopfdruck funktioniert, sind ein Basisgerät sowie ein Handsender erforderlich, der als Halskette oder Armband getragen wird. Die Sender sind stoßfest und wasserdicht.

Über alle Einzelheiten rund um den Hausnotruf informiert Tanja Leonhardt von der DRK-Info, Harburger Rathausstraße 37 (Tel: 76 60 92 – 99; Mail: t.leonhardt@drk-harburg.hamburg). Gemeinsam mit ihr berät der Einzelne welches der Angebote das passende ist. Beispielsweise ist es gegen Aufpreis auch möglich, einen Haus- oder Wohnungsschlüssel zu hinterlegen, etwa beim DRK oder einer nahestehenden Person. Das erspart im Notfall gegebenenfalls das Aufbrechen der Tür.

Für Jane Payne ist der Hausnotruf längst unverzichtbar. Einmal im Monat löst sie – wie vorgesehen – Probealarm aus: „So weiß ich, dass auch alles funktioniert.“