Harburg
Binnenhafen

Umbau der Harburger Fischhalle geht voran

Bauherr Werner Pfeifer und Lisa Henicz, stellvertr. Bauleiterin, sanieren die Alte Fischhalle im Harburger Binnenhafen, Kanalplatz

Bauherr Werner Pfeifer und Lisa Henicz, stellvertr. Bauleiterin, sanieren die Alte Fischhalle im Harburger Binnenhafen, Kanalplatz

Foto: Angelika Hillmer / HA

Bauherr Werner Pfeifer arbeitet zügig an seinem neuen Kulturzentrum im Harburger Binnenhafen. Die Kosten sind aber höher als erwartet

Harburg.  Bauherr Werner Pfeifer steht am Rand einer Grube neben der alten Fischhalle im Harburger Binnenhafen. Aus ockerfarbenem Sand ragen ein gutes Dutzend Rohr­enden heraus. „Das sind die Anschlüsse für die Toiletten, Duschen, Pinkel- und Waschbecken des Sanitärhäuschens. Am 13. September wird der Beton-Estrich gegossen. Danach kommt der Zimmermann und errichtet den Anbau. In der alten Halle starten zeitgleich die Arbeiten am Dach und an der Innendämmung. Dann sind hier endlich mehrere Gewerke aktiv, das fühlt sich gut an“, sagt der Bauherr.

Vor einem halben Jahr hat der Journalist und Liedermacher Werner Pfeifer die baufällige Halle zwischen Blohm­straße und Kaufhauskanal erworben und damit das 110 Jahre alte Gebäude vor dem Abriss bewahrt. Zunächst als Fischhalle errichtet, wurden hier 60 Jahre lang Hafenarbeiter eingeteilt. Das Relikt des ursprünglichen Arbeitslebens im Binnenhafen will Pfeifer erhalten und wird dabei von einer großen Schar von Verbündeten unterstützt.

Nach Pfeifers Plänen soll hier ein kleines Kulturzentrum entstehen und Harburger Künstlern eine Plattform bieten, mit Ausstellungen und Konzerten. Ein Bistro soll weitere Gäste in die alte Fischhalle locken. Zudem wird die Geschichtswerkstatt Harburg hier zwei Räume erhalten, ebenso der Hafenmeister des Vereins Museumshafen Harburg. Für die Skipper und für kurzzeitige Gastlieger werden die Sanitärräume zusätzlich mit Duschen ausgestattet. Und in einer Lese-Ecke mit Kamin kann jeder in maritimer Literatur mit Schwerpunkt Binnenhafen schmökern.

Schon Anfang 2017 könnte bereits das Bistro einziehen

Doch bevor es dazu kommt, ist noch eine Menge Arbeit zu leisten. Und nicht immer klappt es so wie geplant, das zeigten die ersten Monate. „Als wir in der Halle den alten Estrich entfernten, stelle sich heraus, dass die zwölf Stützpfeiler nur auf dem Boden standen und keine Fundamente ins Erdreich hatten. Die mussten wir erst noch schaffen“, erzählt Pfeifer.

Noch mehr Probleme machen ihm die Außenwände: Nachdem der alte Putz abgetragen war, wurde sichtbar, dass die Backsteine porös waren und Feuchtigkeit ziehen. Die Idee, die freigelegte historische Backsteinfassade im alten Stil zu belassen, ist nicht mehr umzusetzen. Die West- und die Straßenseite werden verputzt, die Kanalseite mit dem Haupteingang und die Fassade zum Lotsekai werden nur geschlämmt, so dass die Mauerstruktur sichtbar bleibt. „Alles wird weiß“, bedauert der Bauherr. „Wir haben keine Alternative“, ergänzt Lisa Henicz, stellvertretende Bauleiterin von Ostermann Architekten.

Eine positive Überraschung war dagegen das Gebälk der Dachkonstruktion. Als die alte Farbe entfernt war, wurde deutlich, dass das Holz in einem so guten Zustand ist, dass es ohne weitere An- oder Abstriche als Stützbalken und Decke sichtbar bleiben kann. Doch unter dem Strich überwiegen die Mehrkosten. Die anvisierte Investitionssumme von rund einer halben Million Euro sei nicht zu halten, so Pfeifer. Einen neuen Betrag mag er nicht nennen: „Über Geld spreche ich nicht mehr“.

Sein Ziel ist es, das Gebäude bis zum Jahresende „warm, abschließbar und trocken“ zu haben. Neben Dach und Innendämmung sollen auch die neuen Fenster (im alten Stil) und Türen eingebaut sein. Im ersten Quartal 2017 könnte, wenn alles rund läuft, das Bistro einziehen und eröffnen – eine Betreiberin ist längst gefunden. Pfeifer: „Wir planen ein Soft Opening, eine sanfte Eröffnung in einer fortgeschrittenen Baustellen-Umgebung, bei der 80 Prozent fertig ist.“

Egal wie die Arbeiten voranschreiten, der Eingangsbereich und die Außenanlage werden 2017 ein Provisorium bleiben. Denn die Hafenverwaltung HPA wird im kommenden Jahr die Kaimauer zum Kaufhauskanal wieder herrichten. Erst anschließend kann die alte Fischhalle auch einen eigenen Anleger erhalten.

„Die Leute sollen mit ihren Booten hier festmachen können, um das Bistro zu besuchen oder sich beim Hafenmeister zu melden“, sagt Pfeifer, der selbst ein Boot sowie das Eventschiff „Stadersand“ (eine ehemalige Hadag-Fähre) mit Heimathafen Harburg besitzt. Zudem plant er ein Paddelbrett-Verleih zum Stand-up Paddling sowie Hafenrundfahrten. Wenn das Sanierungs-Konzept 2018 vollendet ist.