Harburg
Integration

Flüchtlinge an katholischer Schule

Am Niels-Stensen-Gymnasium

Am Niels-Stensen-Gymnasium

Foto: Katharina Geßler / HA

Niels-Stensen-Gymnasiumrichtet erste Internationale Vorbereitungsklasse ein und ist stolz darauf.

Harburg.  Künftig werden auch an zwei katholischen Gymnasien in Hamburg junge Flüchtlinge in sogenannten Internationalen Vorbereitungsklassen (IVK) un-terrichtet. Neben der Sankt-Ansgar-Schule in Borgfelde, nimmt auch das Harburger Niels-Stensen-Gymnasium vom 1. September an zunächst acht Mädchen und Jungen auf, die aus ihrer Heimat geflohen sind und nun in Harburg leben.

Der Raum, in dem die Siebt- bzw. Achtklässler von Donnerstag an unterrichtet werden, befindet sich im Neubau an der Haeckelstraße und bietet ausreichend Platz für weitere Schüler: „Wir könnten da 15 bis 20 Kinder beschulen“, sagte Christoph Schommer, Sprecher des Katholischen Schulverbandes Hamburg (KSHH), gestern.

Als größter freier Schulträger Hamburgs hatte der Verband der Stadt bereits im Februar angeboten, bis zu acht IVK an seinen katholischen Schulen einzurichten. Mitte April habe sich die Schulbehörde schließlich für die beiden Gymnasien in Harburg und Borgfelde entschieden, so Schommer weiter.

Der Entschluss, auch an katholischen Schulen IVK einzurichten, sei am Niels-Stensen-Gymnasium auf große Zustimmung gestoßen – bei Lehrern, Schülern und Eltern gleichermaßen. „Es ist unser erklärter politischer Wille, da zu helfen, wo Not ist“, so Schommer: „Begegnungen mit und Hilfe für Flüchtlinge sind für uns nichts Neues.“ Als Beispiele nannte er das Flüchtlingscafé, in dem sich katholische Schüler engagieren und auch das Kulturforum 21, ein Angebot des Verbandes, das vielfältige Begegnungen zwischen Jugendlichen ermöglicht, aus Hamburg, aber auch aus vielen Krisengebieten.

Aus dem Kreis der insgesamt 55 Lehrer am Niels-Stensen-Gymnasium werden sich zwei von nächster Woche an schwerpunktmäßig darum kümmern, den jungen Flüchtlingen Deutsch und deutsche Lebensweise beizubringen. Unterstützt werden sie von fünf weiteren Fachlehrern, die beispielsweise Mathe oder Englisch unterrichten. Wie der KSHH weiter mitteilt, ist die IVK zunächst befristet auf ein Jahr. Beim Übergang in eine Regelklasse gelte für die jungen Flüchtlinge dasselbe wie für alle anderen Schüler: „Bildung auf Grundlage des christlichen Menschenbildes muss ausdrücklich gewünscht sein. Wir sind eine katholische Schule.“