Harburg
Bürgerbeteiligung

58 Vorschläge: So wünschen sich Bürger ihre Winsener Marsch

Sonja Arvidson steuert von ihrem Büro im Winsener Rathaus das Projekt Dorfentwicklungsplan für die Stadt

Sonja Arvidson steuert von ihrem Büro im Winsener Rathaus das Projekt Dorfentwicklungsplan für die Stadt

Foto: Rolof Zamponi / HA

Entwurf für den Dorfentwicklungsplan für die vier Winsener Ortsteile Hoopte, Stöckte, Laßrönne und Tönnhausen vorgestellt.

Winsen.  Der Dorfentwicklungsplan für vier Ortsteile der Kreisstadt Winsen ist am Donnerstagabend einen großen Schritt voran gekommen. Bei einer Versammlung im Gebäude der Feuerwehr Hoopte hat die Stadtverwaltung einen Entwurf mit 58 Vorschlägen der Bürger vorgestellt. Zwar muss über den Plan endgültig der Rat am 20. Oktober entscheiden. Aber die Empfehlungen der insgesamt 140 Bürger, die sich zu einzelnen Arbeitskreisen getroffen hatten, dürften für die Lokalpolitiker ein hohes Gewicht haben. „Für die rege Beteiligung möchten wir uns bedanken. Sie zeigt, dass den Bürger die Entwicklung ihrer Ortsteile am Herzen liegt“, sagte Bürgermeister André Wiese im Vorfeld des Abends. In das Projekt eingeschlossen sind die Ortsteile Hoopte, Stöckte, Laßrönne und Tönnhausen.

Die einzelnen Vorschläge wurden jeweils danach bewertet, ob sie über die Dorfregion hinaus, nur in der Region, in einem der Dörfer oder nur lokal wirken. Zudem wird danach unterschieden, wie rasch die Bürger sie gerne realisiert hätten. Zuletzt hatte der Entwurf noch einmal für Stellungnahmen vier Wochen lang im Winsener Rathaus ausgelegen.

Zwei Beispiele für eine weitreichende Wirkung von Baumaßnahmen, die kurzfristig realisiert werden sollen, sind die Sanierung des Fußwegs Hoopter Straße in Stöckte sowie Räume für die Dorfgemeinschaft in Laßrönne, die sich an das geplante neue Feuerwehrgerätehaus anschließen sollen.

Der Fußweg Hoopter Straße wird derzeit auch von Radfahrern genutzt, obwohl er teilweise nur zwei Meter breit ist. Er soll saniert werden. Denn nicht nur Kinder und Jugendliche sind dort unterwegs, um mit dem Rad zur Schule oder nach Winsen zu fahren. Auch Touristen auf dem Elbe Radweg und Besucher, die mit der Fähre am Zollenspieker übersetzen, nutzen den Weg, um nach Winsen zu kommen.

Für das befürwortete Dorfgemeinschafthaus gilt, dass die Bürger sich dort Räume für die Gemeindenachmittage der St. Marien Kirche, das Ortsvorsteherbüro sowie möglicherweise einen Jugendtreff wünschen.

Entscheiden über die Projekte wird aber nicht nur die Politik, sondern auch das Amt für regionale Landesentwicklung in Lüneburg. Denn von dort können Fördermittel für die Projekte fließen. Geld gibt es für Baumaßnahmen zur Gestaltung des dörflichen Charakters, ein neue Nutzung von Gebäuden von land- und forstwirtschaftlichen Betrieben oder die Erneuerung von Dächern, Fassaden, Türen, Fenstern, Hofzufahrten und Hofflächen. Die Förderhöhen sind dabei unterschiedlich. Stichtag für Anträge beim Amt ist der
15. Februar 2017. Im Herbst plant die Stadt eine Informationsveranstaltung, um Bürger im Einzelnen über die Fördermöglichkeiten zu informieren.

Wer als Privatperson einen Ausbau plant, kann sich auch an das Planungsbüro Patt aus Lüneburg wenden. Geschäftsführer Frank Patt hat für die Stadt den Entwurf erstellt. „Die Dorferneuerung soll als Leitbild für die nächsten Jahre dienen“, sagt Sonja Arvidson, die als Leiterin des Bürgermeisterbüros bei der Stadt für das Konzept zuständig ist.

Das Büro Patt in Lüneburg ist für Fragen unter E-Mail: Carsten.Janssen@patt-plan.de oder Telefon 04131-221949-0 zu erreichen