Harburg
Bebauungspläne

Meckelfeld: Tennis-Sparte bricht ein

In Meckelfeld müssen drei von sieben Tennisplätzen abgegeben werden

In Meckelfeld müssen drei von sieben Tennisplätzen abgegeben werden

Foto: ELLA LING / pixathlon / dppi

Der Sportverein musste knapp die Hälfte seiner Plätze abgeben. Viele Spieler gehen in die Nachbarorte. Geblieben sind nur 35.

Meckelfeld.  Dem TV Meckelfeld bricht seine Tennis-Sparte weg. Von ehemals 90 Mitgliedern sind gerade einmal 35 geblieben. Viele Spieler wandern in benachbarte Vereine ab, nach Fleestedt oder Ramelsloh. Ursache ist, dass die Meckelfelder drei von ihren sieben Tennisplätzen aufgeben müssen, weil sich der benachbarte Reiterhof, Eigentümer des Grundstücks am Appenstedter Wäldchen, ausdehnen will. Der Pachtvertrag lief im vergangenen Jahr aus. Der TV Meckelfeld erhebt aber auch Vorwürfe in Richtung Gemeinderat. Der habe zu lange mit der Änderung des betreffenden Bebauungsplans gezögert.

50 Jahre lang war der Sportverein Pächter des Grundstücks gewesen. Der wurde vor einem Jahr nicht verlängert, nahezu parallel gab der Seevetaler Gemeinderat grünes Licht für die Änderung des Bebauungsplans, die für die Erweiterung des Pferdepensionsbetriebs notwendig war. Es stand fest: Der Reiterhof durfte expandieren, um seine Zukunftsfähigkeit zu sichern.

„Die Entscheidung, ob der Bebauungsplan überhaupt geändert werden darf, fiel im Gemeinderat einfach zu spät“, sagt Michael Urbschat, erster Vorsitzender des TV Meckelfeld. Die lange Ungewissheit schreckte die Sportler ab. Als auch der Reiterhof endlich sicher wusste, dass er expandieren darf und der Tennissparte die Weiternutzung des Vereinsheims für ein bis zwei Jahre anbot, war mehr als die Hälfte der Spieler bereits weg. „Da machte es für uns keinen Sinn mehr, auf das Angebot einzugehen“, sagt Urbschat dazu.

Jetzt gibt es weiteren Ärger. Sportverein und Reiterhof konnten sich bislang nicht auf die Rückgabemodalitäten für das Grundstück einigen. Dabei geht es im Wesentlichen um die Rückbaukosten für die Sportanlagen.

Der erste Vorsitzende weiß aber auch, dass der Verein lange Jahre eine Summe für Pacht und Unterhaltung der sieben Plätze ausgegeben hat, die gemessen an den sinkenden Spielerzahlen eigentlich viel zu hoch war. Die goldenen Jahre, als Steffi Graf und Boris Becker Deutschland einen Tennis-Boom bescherten und die Meckelfelder Abteilung 300 Mitglieder zählte, sind längst vorbei. „Über kurz oder lang hätten wir uns Tennis in der Form eh nicht mehr leisten können“, räumt er ein. Insofern könnte man die Rückgabe der Fläche an die Pächter auch als Gesundschrumpfung bezeichnen.

Pressewart Michael Brüsehafer hofft dennoch, dass die verbliebene Tennissparte, die zum Großteil aus Jugendlichen besteht, eines Tages wieder anwächst. „Natürlich würden wir uns das wünschen“, sagt er. Insgesamt zählt der Verein 1500 Mitglieder, die stärkste Abteilung bilden die Fußballmannschaften.

Große Hoffnungen setzen Urbschat und Brüsehafer dabei vor allem in die Pläne rund um den zweiten vom Verein genutzten Sportplatz Am Anger in der Nähe des Meckelfelder Bahnhofs. Dieser soll aufgegeben und anderweitig genutzt werden. Der Sportbetrieb würde sich dann am Appenstedter Weg konzentrieren. Mit der Grund- und Hauptschule, die den Platz am Anger bisher mitbenutzt, gibt es bereits eine entsprechende Absprache.

Vorgesehen ist bislang, am neuen Standort auch ein neues Vereinsheim zu errichten. Außerdem könnten die Skateranlage und der Bolzplatz zur Bostelmannschen Scheune an der Seevetalstraße verlegt und ein Fußball-Kleinspielfeld am Appenstedter Weg errichtet werden. „Die Pläne sind aber noch nicht ausgereift“, sagt Michael Urbschat. Die Gemeinde hat bisher lediglich 15.000 Euro an Planungsmittel eingestellt.

Und was sagen die Inhaber des Pferdehofs? Ihr Betrieb sei seit 1971 am Standort Appenstedter Wäldchen ansässig und die Erweiterung notwendig, um den Hof zukunftssicher zu machen, sagt Ulrike Artzenroth. „Als die Pacht im vergangenen Jahr auslief, war das unsere einzige Möglichkeit.“

30 Pferde werden derzeit in Ställen zwischen Reithalle und Gewerbehallen gehalten. „Wir wollten den Tieren etwas Besseres bieten“, sagt sie. Zehn neue, große Boxen sollen in einem zeitgemäßen Paddockstall entstehen, dazu eine Mehrzweckhalle und ein Fun-Parcours. Als langfristige Perspektive ist zudem der Bau von Unterkünften für Reiterferien auf der nördlich angrenzenden Wiese angedacht.

Die Erdarbeiten für die Umbauten haben bereits begonnen, doch noch prüft der Landkreis Harburg die Bauunterlagen. „Wir hoffen, dass es in diesem Jahr losgeht“, sagt Ulrike Artzenroth.