Harburg
Dibbersen

Landkreis ist Vorreiter im Klimaschutz

Links die Gasverdichterstation und rechts die Abluftbehandlungsanlage (RTO)

Links die Gasverdichterstation und rechts die Abluftbehandlungsanlage (RTO)

Foto: Golda Fruhmann / HA

Hausmülldeponie in Dibbersen wird belüftet – Ministerium fördert Modellprojekt. So kann das schädliche Methangas reduziert werden.

Dibbersen.  Die Abfallwirtschaft der Kreisverwaltung hat auf der ehemaligen Hausmülldeponie in Dibbersen eine neue Anlage zur Deponiebelüftung in Betrieb genommen. Am Dienstag stellten Kreisrätin Monika Scherf und Frank Sameluck, Leiter Betrieb Abfallwirtschaft, das innovative Großprojekt vor.

Das Kernstück der Investition ist eine Abluftbehandlungsanlage. Diese sorgt dafür, dass das im Gasgemisch noch zu einem Prozent enthaltene Methan vollständig in Kohlendioxid umgewandelt wird. „Der Ausstoß von Methangas hat einen 21-mal höheren Einfluss auf die Klimaerwärmung als Kohlendioxid“, sagt Sameluck. „Unser neues System zur Niederdruckbelüftung reduziert den Methanausstoß in den kommenden acht Jahren bis zu 75.000 Tonnen. Das entlastet die Atmosphäre erheblich.“ Das Verfahren wird seit 2013 vom Bundesministerium für Umwelt gefördert. Der Landkreis erhält als einer der ersten Antragsteller die Höchstfördersumme von 250.000 Euro. Er investiert 1,2 Millionen Euro in das Belüftungssystem.

Auf der Deponie Dibbersen wurden bis 1993 Hausmüll und hausmüllähnliche Gewerbeabfälle abgelagert. Stillgelegte Hausmülldeponien produzieren durch den biologischen Abbau der Abfälle auch Jahrzehnte nach ihrer Stilllegung klimaschädliche Deponiegase und schadstoffbelastetes Sickerwasser. Damit dies nicht zu Umwelt- und Klimaschäden führt, ist eine jahrzehntelange kostenintensive Nachsorge erforderlich. Durch das neue Belüftungsverfahren soll die Deponie schneller emissionsarm werden. „Für uns bedeutet das eine erhebliche langfristige Kostenersparnis und wir leisten einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz“, sagt Kreisrätin Scherf.

Einziges Manko des Pilotprojekts ist die fehlende Erfahrung zur Dauer der Behandlung. Die Verantwortlichen rechnen mit einem Zeitraum von etwa acht Jahren, bis das Methangas dauerhaft beseitigt ist. Dies ist dennoch deutlich schneller im Vergleich zu herkömmlichen Verfahren.