Harburg
Nacht der Literatur

Nachts ist es leise in Teheran

Die Autorin Shida Bazyar hat ein zeitgeschichtliches Porträt des Iran und der Bundesrepublik Deutschland geschaffen

Die Autorin Shida Bazyar hat ein zeitgeschichtliches Porträt des Iran und der Bundesrepublik Deutschland geschaffen

Foto: Joachim Gern

Die von dem deutschen Feuilleton gefeierte Autorin Shida Bazyar liest in Wilhelmsburgs einzigem Buchladen. Jetzt Plätze reservieren.

Wilhelmsburg.  Mit ihrem Debütroman „Nachts ist es leise in Teheran“ hat Shida Bazyar die Literaturkritiker in ganz Deutschland beeindruckt. Die Geschichte einer persisch-deutschen Einwandererfamilie passt einfach in die Zeit. Es ist aber vor allem die literarische Finesse der jungen Autorin, die wie aus dem Nichts den Buchmarkt aufgemischt hat. Während der Langen Nacht der Literatur am 3. September in Hamburg liest Shida Bazyar aus ihrem Aufsehen erregenden Roman in der Buchhandlung Lüdemann in Wilhelmsburg.

Aus den Perspektiven von Vater, Mutter, Tochter und Sohn erzählt Shida Bazyar in vier Zeiteben zwischen 1979 und 2009 vom Leben zwischen zwei Kulturen. Die Vermutung liegt nahe, dass die Geschichte autobiografische Züge trägt. Nirgendwo als in der intimen Atmosphäre der einzigen Wilhelmsburger Buchhandlung ist die Gelegenheit also besser, die Autorin danach zu fragen. Geboren ist sie im Jahr 1988 in Hermeskeil, einem kleinen Städtchen in Rheinland-Pfalz.

Die Geschichte beginnt im Jahr 1979 während er Islamischen Revolution im Iran, die den Despoten Khomeini an die Macht bringt. Wie damals viele Oppositionelle flieht der Revolutionär Behsad zusammen mit seiner großen Liebe Nurid und ihrer gemeinsamen kleinen Tochter nach Deutschland. Shida Bazyar erzählt aus verschiedenen Zeiten der Familie und schafft damit ein zeitgeschichtliches Porträt des Iran und gleichzeitig der Bundesrepublik Deutschland, in der die Kinder vielmehr zu Hause sind als im fernen Iran. Lebensgefährliche Protestaktionen sind dabei gleichbedeutend wie der Duft nach altem Frittenfett in den „Kafishaps“ genannten Cafés.

Die dritte Lange Nacht der Literatur bietet Lesungen und Buchpräsentationen bei insgesamt 37 Veranstaltungen in Inhabergeführten Buchhandlungen. Die Kulturbehörde verleiht den mit 10.000 Euro dotierten Buchhandlungspreis.

Sonnabend, 3. September, 19.30 Uhr, Buchhandlung Lüdemann in Wilhelmsburg, Fährstraße 26, Eintritt: 8 Euro, Platzreservierung: Telefon 040/753 13 53