Harburg
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Harburgs neue Rote-Kreuz-Straße

Das ehemalige Bethaus einer Freikirche wird jetzt abgerissen

Das ehemalige Bethaus einer Freikirche wird jetzt abgerissen

Foto: Golda Fruhmann / HA

Teilstück der Maretstraße seit gestern umbenannt. DRK freut sich über „sehr repräsentative Adresse“.

Harburg.  Was lange währt, wird endlich gut: Dort, wo sich der Sitz der Geschäftsstelle des DRK-Kreisverbandes Hamburg-Harburg befindet, wurde die Maretstraße gestern offiziell umbenannt – in Rote-Kreuz-Straße

Das etwa 90 Meter lange Teilstück zieht sich von der Hohe Straße bis zur Unterführung Harburger Umgehung (A 253). Für Harald Krüger, Vorstand des Harburger Deutschen Roten Kreuzes, ein schöner Moment, auf den er etwa zwei Jahre warten musste. Denn diese Umbenennung war ein Geschenk des Bezirks zum 125. Geburtstag des Harburger Kreisverbandes im Jahr 2014.

Doch wie das so ist: „Behörden-Mühlen mahlen eben langsam“, sagte Thomas Völsch (SPD), Bezirksamtsleiter und ebenso froh wie Krüger, dass sie das Geschenk nun gemeinsam enthüllen konnten: ein neues Straßenschild an der Ecke Hohe Straße.

Was die Umbenennung angeht, befindet sich Harburg in bester Gesellschaft. Es sei dies in Deutschland die 31. Rote-Kreuz-Straße, sagte Harald Krüger. Und auch das gibt’s: die Rote-Kreuz-Alm in Tutzing im Landkreis Starnberg. Vielleicht ein Indiz für den Wert der Arbeit des DRK? Fakt ist: Dass auch Harburg jetzt eine Rote-Kreuz-Straße hat.

Bezirkschef Völsch will das als Anerkennung der Arbeit verstanden wissen, die das Harburger DRK leistet: „Gut, dass es so eine Organisation gibt“. Einmal mehr sei ihm das klar geworden, als es mit Ankunft all’ der geflüchteten Menschen darum ging, einen Betreiber für entsprechende Unterkünfte zu finden. „Da waren wir froh, dass das DRK bereitstand“, sagte Völsch gestern.

Dass die Entscheidung zur Umbenennung in der Bezirksversammlung einstimmig gefasst wurde, ist ein Umstand, der Harald Krüger besonders freut: „Darauf bin ich ein wenig stolz.“ Warum es dennoch zwei Jahre gedauert hat, bis sie endlich in die Tat umgesetzt werden konnte?

Das liegt unter anderem daran, dass mehrere Stellen eingebunden waren – nicht nur auf Bezirksebene, sondern auch die Kulturbehörde, genauer das Staatsarchiv. Und dann musste das Ganze auch noch vom Senat abgesegnet werden – auf dessen Agenda stehen Straßenumbenennungen generell aber nur zweimal im Jahr.

Und es musste Basisarbeit betrieben werden. Zwei Anwohnerversammlungen wurden abgehalten, um auch bei den Anliegern um Zustimmung zu werben. Zwar stehen an dem jetzt umbenannten Straßenteilstück nur drei Wohnhäuser, dennoch bringt so eine Änderung der Anschrift unter Umständen doch so einiges mit sich.

Das DRK will jeden Fall alles tun, damit Ärger und Kosten für die wenigen betroffenen Anlieger möglichst gering bleiben: „Wenn jemand neue Visitenkarten oder Stempel braucht, übernehmen wir die Kosten“, verspricht Harald Krüger. Und auch der Senat zeigt Entgegenkommen: Wenn nun jemand vorzeitig einen neuen Personalausweis benötigt, werden ihm die Gebühren erlassen.

Man könnte also sagen: Das DRK Harburg hat einen Lauf. Gerade erst haben die Arbeiten für eine neue, fünf Millionen Euro teure Geschäftsstelle begonnen, bislang an der Maret­straße 73 (das Abendblatt berichtete). Und nun gibt es zum schmucken Neubau auch noch die „sehr repräsentative Anschrift“: Rote-Kreuz-Straße 3-5.

Im Herbst 2017 sollen die Arbeiten an der neuen Geschäftsstelle beendet sein. Dann sollen dort auch Einrichtungen einziehen, die bislang in anderen Stadtteilen angesiedelt sind. So zum Beispiel die Sozialstation oder das Interdisziplinäre Frühförderzentrum. Arbeiteten an der Maretstraße bislang rund 50 Mitarbeiter, werden es nach Fertigstellung des neuen Hauses mehr als 100 sein.

Was Passanten aktuell als erstes auffällt, sind Absperrungen, Container und Baufahrzeuge. Derzeit wird das ehemalige Bethaus einer freikirchlichen Gemeinde (früher: Maretstraße 69), das jahrzehntelang leer stand, abgerissen.

Die DRK-Rettungswache, die bestehen bleibt, ist durch Plastikplanen großflächig geschützt, und einige der Mitarbeiter der Geschäftsstelle haben ihre Büros geräumt und arbeiten jetzt in eigens aufgestellten Containern. Nicht gerade schön und kaum komfortabel. Aber wenn der Neubau erst mal fertig ist, wird alles besser: größer, heller, moderner.

Ansonsten gilt auch für das DRK, was Harald Krüger auch den Anwohner verspricht: „Wir bemühen uns die Belastungen so gering wie möglich zu halten.“