Maschen

Grüne wollen keine Brücken-Sperrung

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Tauer
Vom 1. Oktober an wird die Decatur-Brücke in Maschen für jeglichen Verkehr gesperrt sein

Vom 1. Oktober an wird die Decatur-Brücke in Maschen für jeglichen Verkehr gesperrt sein

Foto: Christiane Tauer / HA

ie Decatur-Brücke als Lebensader zwischen Maschen und Hörsten soll für Pkw Radfahrer und Fußgänger passierbar bleiben.

Maschen.  Muss die Decatur-Brücke tatsächlich für jeglichen Verkehr gesperrt werden? Die Fraktion von Bündnis 90/Die Grünen im Ortsrat Maschen, Horst und Hörsten will sich nicht damit abfinden, dass die Lebensader zwischen Maschen und Hörsten vom 1. Oktober an komplett gekappt wird und bringt jetzt eine Alternative ins Spiel, bei der die Brücke für mehrere Jahre zumindest für Pkw, Radfahrer und Fußgänger weiterhin nutzbar wäre. „Um dies umzusetzen, müsste sichergestellt werden, dass Lkw am Passieren der Brücke gehindert werden“, erläutert Fraktionsvorsitzender Matthias Clausen.

Dafür würden seiner Meinung nach keine Pförtner oder Polizisten benötigt, die den Verkehr aufwendig kontrollieren. Nach dem Beispiel der Brücke über die Bahngleise an der Hannoverschen Straße in Harburg wäre es ausreichend, Betonsteine aufzustellen, die die Fahrbahn auf 2,10 Meter verengen. Zusätzlich könnte die Fahrbahnbreite auf der Brücke ebenfalls reduziert werden. Die einseitige Verkehrsführung, die seit August vergangenen Jahres gilt, würde beibehalten werden, so Clausen weiter.

Hintergrund ihrer Überlegung sei, dass die jüngsten Gutachten im Auftrag der Gemeinde auf der Berechnung der Grundsatzbelastung der Brücke fußten, erläutert der Fraktionsvorsitzende. „Wir wollen aber die einzelnen Verkehre betrachten.“ Selbst der Gutachter habe die Frage aufgeworfen, ob zwischen „keiner Belastung“ und „voller Belastung“ andere Zwischenstufen denkbar seien.

„Warum wurde nicht untersucht, ob eine Belastung ganz ohne Lkw nur mit Pkw möglich wäre?“, fragt Clausen. Zusätzlich dazu müsste nur noch die eventuelle Schneelast im Winter berücksichtigt werden.

Die Grünen gehen davon aus, dass die Decatur-Brücke nach einer solchen Untersuchung möglicherweise noch drei bis fünf Jahre übergangsweise genutzt werden könnte, bis über den Abriss oder den Bau einer neuen Brücke entschieden wird. Aus Sicht der Hörstener Bürger, deren direkte Wege zu Kindergärten, Ärzten und Geschäften durch die Sperrung zerschnitten werden, sowie der Pendler zum Bahnhof Maschen dürfte das ein lohnenswerter Gedanke sein.

Clausen räumt zwar ein, dass mit der Entscheidung zur Vollsperrung der Druck auf Bahn, Land und Bund erhöht wurde und sie sich auf einmal viel intensiver als zuvor an dem Problem beteiligt haben, da vor allem die Bahn direkt betroffen ist und ihr Werksgelände nicht mehr über die Rampen angefahren werden kann. Auch sei die Sperrung der Brücke ein Weg, um Schadensersatzansprüche an die Gemeinde, Eigentümerin der Brücke, vorzubeugen.

Trotzdem gibt der Fraktionsvorsitzende zu bedenken, dass die Decatur-Brücke auch in komplett gesperrtem Zustand weiterhin unterhalten werden muss und somit Kosten verursacht – ganz abgesehen von der Frage, wie es mit der Zusammenarbeit mit der Bahn, die ihre Unterstützung bei der Abrissplanung zugesagt hat, tatsächlich aussieht, wenn sie erst einmal für ihren Werksverkehr eine ebenerdige Verbindung über das Bahngelände eingerichtet hat und das Problem aus ihrer Sicht vorerst gelöst ist.

„Die Bahn könnte ja über Jahre hinaus weiter ihre Züge fahren lassen. Welches Interesse hätte sie, diesen Zustand zu ändern?“, fragt Clausen. Das hieße: So lange die alte Brücke nicht abgerissen ist, wird es auch keine neue Brücke geben. Im Interesse der Bürger rufen die Grünen dazu auf, ihren Denkanstoß ernst zu nehmen und eine Brückenbelastung ohne Lkw prüfen zu lassen. „Es sind noch nicht alle Möglichkeiten für einen eingeschränkten Betrieb ausgeschöpft. Nutzen wir sie und verhindern wir, dass Hörsten abgehängt wird.“

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