Harburg
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2,35 Millionen für Harburgs Marktplatz Sand

Sand BIG

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Foto: Bastian Küsel / HA

„Ein Leuchtturmprojekt“ – Platz und Hölertwiete werden zum „Business Improvement District“. Geschäftsleute bringen 850.000 Euro auf

Harburg. Bastian Küsel

Der Senat hat die Einrichtung eines Business Improvement Districts (BID) Sand/Hölertwiete in Harburg beschlossen. Ziel sei es, die Umgestaltung des historischen Marktplatzes zu unterstützen. Das wurde am Dienstag mitgeteilt.

Die 33 betroffenen Grundstückseigentümer stellen für die kommenden drei Jahr rund 850.000 Euro für die Arbeiten zur Verfügung. Hinzu kommen nach Angaben von Bezirksamtsleiter Thomas Völsch rund 500.000 Euro aus dem Rahmenprogramm Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) und etwa eine Million Euro, die von Bezirksversammlung und Bezirksamt beschlossen wurden.

„Alles in allem werden deutlich mehr als zwei Millionen Euro für die Umgestaltung ausgegeben“, sagt Völsch. Das BID-Geld der Grundstückseigentümer und Einzelhändler stehe unter anderem für Verschönerungsmaßnahmen, Sauberkeit sowie Möblierung zur Verfügung.

Mit öffentlichen Investitionen solle das Quartier um den mehr als 400 Jahre alten Markt wieder in das Bewusstsein der Bevölkerung gerückt werden, heißt es in einer Mitteilung des Hamburger Senats. „Hier werden die städtische Marktfläche und die umliegenden Straßenflächen am Sand umgebaut.“ Dabei erhalte nicht nur der Markt eine moderne Infrastruktur, sondern es entstünden zudem „großzügige Aufenthaltsbereiche im Umfeld“.

BIDs seien zu einer „Erfolgsgeschichte für Hamburg geworden“, sagte Stadtentwicklungsstaatsrat Matthias Kock. Grundeigentümer müssen dabei eine kommunale Abgabe leisten. Mit dem Geld werden Maßnahmen zur Quartiersaufwertung durchgeführt. In Hamburg gibt es inzwischen 25 BIDs.

Das neue BID in Harburg werde eine Laufzeit von drei Jahren haben, sagte Völsch. Die Aufgabenträgerschaft übernehme das Citymanagement Harburg e.V.. Der Verein wurde bereits 1998 gegründet. Ziel seiner Arbeit ist es, die Harburger Innenstadt zu einem attraktiven Zentrum in der Region zu machen und die Interessen der Harburger Wirtschaft zu vertreten.

Nach den Worten von Völsch hat der Sand eine „wichtige Scharnierfunktion“ bei der Entwicklung Harburgs. Vor allem durch die Bebauung des Harburger Binnenhafens mit rund 500 Wohnungen, in denen bis zu 1500 Menschen leben werden, steige seine Bedeutung. „Alle, die in die Harburger Innenstadt wollen, müssen über den Sand“, sagte Völsch.

Der Bezirksamtsleiter machte zudem deutlich, dass er sich von dem neuen BID auch eine Belebung von Harburgs Innenstadt erhoffe. Zugleich würdigte der SPD-Politiker das Engagement der Grundeigentümer und Geschäftsinhaber: „Sie wissen am besten, was ihrem Viertel gut tut.“

Dies sieht auch Melanie-Gitte Lansmann, Harburgs Citymanagerin, so und ergänzt: „Wir freuen uns, nun endlich die Arbeit aufzunehmen. Die ersten Ideen haben wir bereits im Jahr 2009 gesammelt und seitdem haben wir das spannende Projekt begleitet. Wir sind bereit, nun endlich in die konkrete Umsetzung einsteigen zu können.“

Auch Bernd Meyer, der sich bei der Sparkasse Harburg-Buxtehude um die Investoren gewerblicher Immobilien kümmert und gleichzeitig Vorsitzender der BID-Lenkungsgruppe ist, zeigt sich erfreut: „Ich halte das BID Sand/Hölertwiete für das erste Projekt in der Harburger Innenstadt, das auch längerfristig mit Nachhaltigkeit überzeugen kann. Nicht zuletzt durch den hohen finanziellen Aufwand der Eigentümer“, erläutert Meyer und erinnert an die Anfänge: „Bereits 2011 gab es das erste Treffen der Lenkungsgruppe, an dem die Eigentümer, Frau Lansmann und ich teilgenommen haben. Damals haben wir Vorschläge gesammelt, was wir an diesem Standort positiv verändern könnten und uns dazu notwendige Maßnahmen überlegt. Nun haben wir offiziell die Möglichkeit, diese Maßnahmen auch umzusetzen.“

Von diesen Veränderungen verspricht sich auch Dr. Mario Schuler, Betreiber der Damian Apotheke, viel: „Ich erhoffe mir und erwarte eine deutliche Aufwertung dieses Standortes. Davon werden alle ansässigen Geschäfte profitieren.“.

Das mit Hartnäckigkeit verfolgte Projekt habe zu einem sehr guten Ergebnis geführt, sagt Bernd Meyer. „Ich sehe in dem BID ein Leuchtturmprojekt, das für viele Standorte in Zusammenarbeit mit dem Bezirk als Vorbild dienen kann.“