Harburg
Luhmühlen

„A Summers Tale“ – Das Fest kann beginnen

Das S steht noch nicht ganz gerade: Am Eingang zum Gelände prangt der Schriftzug des Festivals in großen Holzlettern

Das S steht noch nicht ganz gerade: Am Eingang zum Gelände prangt der Schriftzug des Festivals in großen Holzlettern

Foto: Susanne Rahlf / HA

40 Bands stehen beim Luhmühlener Musikfestival auf der Bühne. Doch auch Workshops und Kurse sorgen für Abwechslung.

Luhmühlen.  Melissa Lorz hat in diesen Tagen alle Hände voll zu tun. Das Telefon der Produktionsassistentin beim Konzertveranstalter FKP Scorpio klingelt ständig, das Funkgerät, das auf ihrem Schreibtisch liegt, knarzt ebenfalls vor sich hin. Ihr Büro befindet sich zurzeit auf dem Trainingsgelände der Reitprofis in Luhmühlen.

Allerdings spielen Pferde hier in den kommenden Tagen ausnahmsweise mal gar keine Rolle. Denn ab morgen bis tief in die Sonnabendnacht steigt auf dem Gelände „A Summers Tale“, ein Musikfestival, bei dem alle, klein und groß, Spaß haben sollen.

Gerade kommt ein Arbeiter aus dem Bautrupp in das Festivalbüro, Melissa Lorz greift zum Funkgerät und spricht mit jemandem auf dem Gelände darüber, wo das Dinner-Zelt, in dem in den nächsten Tagen Festivalbesucher schick speisen sollen, aufgebaut werden soll. Sie instruiert den Arbeiter, der orientiert sich kurz auf dem großen Lageplan, der an einer Wand hängt, und stiefelt mit einem fröhlichen Gruß von dannen.

Musik, Lesungen, Kunst und Kreatives – wenn morgen alles fertig und bereit ist, wird es noch vielfältiger, noch schöner und noch bunter als im vergangenen Jahr: „Wir wollten erst mal testen, ob unser etwas andere Festivalkonzept mit den vielen Workshops bei den Leuten ankommt“, berichtet Julia Baer, die für das Programm zuständig ist.

Musik, vor allem aus der Sparte Alternative, steht natürlich im Vordergrund. Die Bands, die ab morgen auf der Hauptbühne, im großen Zirkuszelt, auf der Waldbühne und im Grünen Salon spielen, sind alle die Reise in die Heide wert. Als Headliner sind vor allem Bands von der Insel dabei.

Die englische Band „Garbage“ beglückt am Mittwochabend ihre Fans, am Donnerstag spielen die isländischen Musiker von „Sigur Ros“ nachdenklichen Gitarrenpop. Einen Tag später kommt dann ein ganz Großer des Britpop nach Luhmühlen: Noel Gallagher, ehemals Herz und Verstand der Band Oasis rockt mit seinen „High Flying Birds“ die Freitagnacht.

Das ganz große musikalische Finale bestreiten dann am Sonnabend Parov Stelar, der schmissigen Elektroswing zum Besten gibt und Amy Macdonald, die fröhlich, leichtfüßigen Folk spielt.

40 Bands, Künstler und DJ’s werden dafür sorgen, dass hier jeder seinen Hunger nach Musik stillen kann. Auch für die Künstler ist das Festival etwas Besonderes. Im vergangenen Jahr wurde einige dabei beobachtet, wie sie sich inkognito unter die feiernden Besucher mischten.

Die Jungs von der Band Hudson Taylor turnten auf der Slackline herum, die Band „K’s Choice“ okkupierte den Fotoautomaten und machte reihenweise Spaßbilder. „A Summers Tale“ ist ein Festival, bei dem es uneitel und entspannt zugeht.

Und es ist ein Event für alle: Für Eltern mit Kindern, für Leute, die Lust haben Neues auszuprobieren, für Menschen, die Spaß daran haben, mit anderen zu tanzen, zu genießen und zu feiern. Der Run auf die Workshops im letzten Jahr war so groß, dass Julia Baer diesmal noch mehr herausgesucht hat.

Die Kurse laufen an allen Tagen, zu jeder Stunde kann man sich von Musikhören eine Auszeit nehmen und zwischendurch etwas anderes machen. Bewegungsfreudige gehen zum Capoeira oder Modern Dance, wer seinen Horizont erweitern möchte, macht mit bei der Buddhistischen Meditation, beim Lach-Yoga oder Chi Gong. Kulinariker können sich beim Workshop „Der perfekte Gastgeber“ weiterbilden, es werden Cakepops gebacken, Cocktails gemixt und Japanischer Tee verkostet.

Die sanft geschwungene Landschaft, in der das Festivalgelände eingebettet ist, lädt zwischendurch zu Ausflügen ein. Am Festivaleingang gibt es einen Fahrradverleih, man kann mit dem Kanu auf der Luhe paddeln oder Aromatisches auf einer Kräuterwanderung entdecken.

Zusätzlich finden Lesungen und Kreativkurse statt, Schauspieler und Regisseure präsentieren ihre Filme, junge engagierte Leute berichten über alternative Lebenskonzepte. „Überall gibt es Ecken und Locations, wo viele kleine Sachen warten, die Spaß machen“, verspricht Julia Baer.

Immer wichtig auf einem Festival ist die Essensfrage. Auch die ist anders gelöst als auf anderen Musikevents: Zum Glück gibt’s nicht nur die unvermeidlichen Sattmacher Pommes frites, Bratwurst und Döner. In einem großen weißen Zelt serviert der Landgasthof „Zur Eiche“ aus Ollsen Kost für Anspruchsvolle, und unter den Bäumen vor der Waldbühne kann man sich durch alternatives Fastfood aus der Region und aus aller Welt futtern.

„A Summers Tale“, 10 bis 13. August, Luhmühlen, Tagestickets ab 74 Euro, Tickethotline: 01806/85 36 53, alle Infos und Reservierung für das 3-Gänge-Diner unter
www.asummerstale.de