Harburg
200 Mitarbeiter

Zertifikat für Elektro-Spezialisten

Freuen sich über die Auszeichnung „Anerkannt Guter Arbeitgeber": Detlef Ploew (r.), Geschäftsführer der Adalbert Zajadacz GmbH und Ralf Moormann, Sprecher der Geschäftsführung

Freuen sich über die Auszeichnung „Anerkannt Guter Arbeitgeber": Detlef Ploew (r.), Geschäftsführer der Adalbert Zajadacz GmbH und Ralf Moormann, Sprecher der Geschäftsführung

Foto: Bianca Wilkens / HA

Die Adalbert Zajadacz GmbH ist als „Anerkannt Guter Arbeitgeber“ ausgezeichnet worden. 60 Millionen Euro Umsatz in Neu Wulmstorf

Neu Wulmstorf.  Zajadacz – ein Name, der nicht jedem geläufig sein dürfte. Dabei ist das Unternehmen mit rund 200 Mitarbeitern einer der größten Arbeitgeber in Neu Wulmstorf. Doch wer selten im Gewerbegebiet unterwegs und nicht gerade im Elektrofachhandel tätig ist, stolpert nicht so schnell über die Firma mit dem blau-gelben Schriftzug an der Lessingstraße. Das ist die Krux für einen Betrieb, der andere Betreibe beliefert: Weil nicht Verbraucher, sondern Händler bei Zajadacz einkaufen, erreicht das Unternehmen wohl nie den Bekanntheitsgrad der Sorte Budni & Co.

Doch aktuell hat der Unternehmerverband AGA das Unternehmen in den Mittelpunkt des Interesses gerückt: Zajadacz hat das Siegel „Anerkannt Guter Arbeitgeber“ bekommen. Die Vergabe basiert auf einer anonymen Mitarbeiterbefragung. Bei Zajadacz haben die Mitarbeiter wenig zu meckern. Nach dem Ergebnis der Befragung würden 86 Prozent der Belegschaft Zajadacz anderen als Arbeitgeber weiter empfehlen.

Die Zufriedenheit werten die Geschäftsführer Detlef Ploew und Ralf Moormann als das Geheimnis ihres Erfolges. Seit mehr als 80 Jahren ist Zajadacz als Elektrogroßhändler auf dem Markt. 1932 hatte der Bankkaufmann Adalbert Zajadacz die Firma in Harburg gegründet. Stetiger Ausbau folgte. 1964 überschritt das Unternehmen mit seinem Umsatz erstmals die 10-Millionen-Marke (damals DM). 1972 zog Zajadacz nach Neu Wulmstorf und entwickelte das Geschäft stetig weiter.

Heute hat das Unternehmen Niederlassungen in ganz Deutschland. Am größten Standort Neu Wulmstorf, der zugleich Stammsitz ist, macht Zajadacz 60 Millionen Euro jährlich pro Jahr. Dort befindet sich auch das Zentrallager mit 35.000 unterschiedlichen Artikeln im Wert von 20 Millionen Euro, verteilt auf 20.000 Quadratmetern.

Deutschlandweit beschäftigt Zajadacz 500 Mitarbeiter und macht einen Gesamtumsatz von rund 193 Millionen Euro pro Jahr. Und das in einer schwierigen Marktlage, in der es gilt, gegen Konkurrenten wie Mediamarkt anzukämpfen. 4500 Aufträge erhält Zajadacz pro Tag. Produkte von der kleinen Batterie bis zu Systemlösungen für die Photovoltaikanlagen verkauft der Großhändler. Auch Klassiker wie Fernsehgerät und Waschmaschine zählen dazu. Vor allem aber: Kabel. Zajadacz hat das größte Kabellager in Hamburgs Umkreis.

Starkstromkabel werden hier auf mannshohen Rollen gelagert. „Wir können nur weiter erfolgreich sein, wenn wir die Mitarbeiter lange halten können“, sagt Moormann. Damit das gelingt, hat Zajadacz ein Konzept der offenen Tür entwickelt und hilft den Mitarbeitern auch weiter, wenn sie Probleme privater Natur haben. „So wie wir behandelt werden möchten, behandeln wir auch unsere Angestellten“, sagt Moormann.

Besonders stark engagiert sich Zajadacz in der Aus- und Weiterbildung und beschäftigt aktuell 23 Lehrlinge. Der Schwerpunkt liegt in kaufmännischen Berufen im Bereich Groß- und Außenhandel, Informatik und Büro, aber auch Fachkräfte für Lagerlogistik bildet Zajadacz aus. Die Übernahmequote liegt bei 95 Prozent. „Lebenslanges Lernen ist hier gelebte Wirklichkeit“, sagt AGA-Geschäftsführer Volker Tschirch.

Damit sich die Mitarbeiter wohl fühlen, hat das Unternehmen flache Hierarchien geschaffen und betreibt einen Laissez-Faire-Führungsstil. Das heißt, die Mitarbeiter werden zum Teil selbst zum Unternehmer. Sie entscheiden eigenständig und können zudem eigene Optimierungsvorschläge in einer Ideenbörse einbringen. „Und wir sind ständig im Unternehmen unterwegs, sprechen unsere Leute an – als Zeichen der Wertschätzung“, sagt Ploew.

Der Mitarbeiterbefragung hat sich das Unternehmen freiwillig gestellt. Etwa die Hälfte der Belegschaft hat sich beteiligt. Davon die meisten allerdings aus den kaufmännischen Abteilungen. „Der Zufriedenheitsgrad liegt da höher als im Lager“, räumt Moormann ein. Zajadacz versucht die Arbeit im Lager mit lichtdurchfluteten Gängen und erhöhter Arbeitssicherheit so erträglich wie möglich zu machen. Es gibt aber immer noch Luft nach oben, unter anderem auch bei der Familienfreundlichkeit des Unternehmens. „Wir sind uns bewusst, dass wir diese weiterentwickeln müssen“, sagt Ploew.