Harburg
Logistik

US-Konzern baut Riesenhallen in Luhdorf

Der Hamburger IDI-Gazeley-Vertreter Simon Federau vor und an dem Zentrum im Winsener Gewerbegebiet Luhdorf

Der Hamburger IDI-Gazeley-Vertreter Simon Federau vor und an dem Zentrum im Winsener Gewerbegebiet Luhdorf

Foto: Rolf Zamponi / HA

Mit den gigantischen Logistikflächen der US-Firma IDI Gazeley in Winsen sollen gut 300 neue Arbeitsplätze in der Region entstehen.

Winsen/Luhdorf.  Der US-Logistik-Riese IDI Gazeley erwartet heute Besuch im Gewerbegebiet Luhdorf. Zum ersten Mal seit dem Baubeginn im März sollen der Winsener Wirtschaftsförderung, der Politik aber auch potenziellen Kunden die neuen Hallen des Logistikparks Hamburg 1 vorgestellt werden. Zum Baustellenfest, das gezielt auf einen EM-freien Tag gelegt wurde, kommen 80 bis 100 Besucher sowie Gazeley-Vorstandschef Pat McGillycuddy aus London. Mit dem Neubau stößt das Unternehmen nun weiter in den deutschen Norden vor.

Es werden vier Hallen mit je 9300 Quadratmetern gebaut

Noch sind zwar Bagger und Bauarbeiter auf den Gelände unterwegs. Doch bis zum September soll der erste Bauabschnitt mit vier einzelnen Hallen mit je gut 9300 Quadratmetern fertig sein. Insgesamt entspricht das einer Fläche von mehr als fünf internationalen Fußballfeldern auf einer Länge von 384 Metern. Das Gebäude, gestrichen in einem hellen ins Weiße übergehenden Blau, ist von den Zufahrtsstraßen aus deutlich zu sehen, wirkt aber durch die typische Farbgebung von Gazeley weniger massiv als erwartet.

„Wir kaufen oder bauen Logistik-Zentren und vermieten sie weiter. Die Immobilien bleiben dabei im Besitz von Gazeley“, sagt Simon Federau, der zuständige Projektleiter mit Büro in Hamburg. In Winsen wurden die Hallen errichtet ohne bereits feste Mieter zu haben. „Die Gespräche laufen. Die Nachfrage ist gut. Sie kommt auch vom Mittelstand aus der Region, von Speditionen, Handwerk und Produktionsfirmen, die lagern wollen“, sagt der 31 Jahre alte Immobilien-Ökonom, der seit Anfang 2015 für Gazeley arbeitet.

Das insgesamt 130.000 Quadratmeter große Gelände hat sich Gazeley schon vor einigen Jahren gesichert. Der Standort, nahe der Autobahn 39 und nicht fern von A 7 und A 1, bietet sich schon wegen der Nähe zum Hamburger Hafen an. Die Logistiker aus Amerika hatten bereits 2015 einen ausgebauten Standort in Hannover gekauft und damit ihre Standorte im Westen und in der Mitte Deutschlands nach Norden ausgeweitet.

„Wir haben Interesse, an weiteren Standorten im Norden, suchen händeringend nach Flächen“, sagte Ingo Steves, der für Deutschland verantwortliche Geschäftsführer von Gazeley, mit Sitz in Frankfurt. In Winsen wird das Unternehmen einen „hohen zweistelligen Millionenbetrag“ investieren. Je nach Interesse der Kunden soll voraussichtlich Anfang 2017 der zweite Teil des Neubaus mit zwei weiteren, mit insgesamt rund 21.000 Quadratmetern noch etwas größeren Hallen, in Angriff genommen werden.

In zwei Hallen können Chemikalien gelagert werden

Nach einer Faustformel rechnet Steves pro 10.000 Quadratmeter Lagerfläche mit etwa 50 neu geschaffenen Arbeitsplätzen. Für den Standort Winsen dürften es 300 Stellen werden. Zwei der vier ersten Hallen haben einen Boden, der so angelegt ist, dass dort auch wassergefährdende Stoffe und Chemikalien gelagert werden können. „Der Neubau ist von der Deutschen Gesellschaft für nachhaltiges Bauen zertifiziert“, sagt Federau. Nachhaltig bedeutet auch, dass das Regenwasser aus den Rückhaltebecken für die Toilettenspülung verwendet wird. Fenster in den Dächern der Hallen sorgen dafür, dass für die Beleuchtung weniger Strom notwendig ist als bei anderen herkömmlichen Lagerkomplexen.

In den ersten Abschnitt führen 76 Tore, an denen nach oben und unten bewegliche Überladebrücken angebracht sind. Sie können Lasten zwischen sechs und neun Tonnen aufnehmen. Zum Komplex gehören zudem gut 10.000 Quadratmeter Flächen über den Hallenböden, auf denen Werkstätten errichtet, umgepackt oder Retouren entgegen genommen werden können. Ebenso gibt es an den Enden der Hallen einen Büroanbau.

Mit dem Bau von Gazeley sind nun nur noch wenige Restflächen im Gewerbegebiet Luhdorf I frei. Die Stadt vermarktet seit 2015 aber bereits Luhdorf II. Dort kann Wirtschaftsförderer Justus Olesch noch 10,4 Hektar bieten.