Harburg
Gemeinde

Stelle sucht einen neuen Bürgermeister

Bei der Verabschiedung von Uwe Sievers sangen die Elbdeich-Brummer ein Ständchen

Bei der Verabschiedung von Uwe Sievers sangen die Elbdeich-Brummer ein Ständchen

Foto: Gemeinde Stelle / HA

Uwe Sievers wurde in denvorzeitigen Ruhestand verabschiedet – Sein Nachfolger bleibt voraussichtlich zehn Jahre im Amt.

Stelle.  Die Gemeinde Stelle stellt die Weichen für einen Neuanfang im Bürgermeisteramt. Am Sonntag, dem
6. November, soll der Nachfolger von Uwe Sievers gewählt werden. Diesen Termin hat der Gemeinderat auf seiner jüngsten Sitzung bestimmt.

Sievers selbst wurde auf der Sitzung offiziell in den Ruhestand verabschiedet. Er saß im Rollstuhl und bedankte sich in bewegenden Worten unter anderem für das ihm entgegen gebrachte Vertrauen und wünschte seinem Nachfolger ein ebensolches vertrauensvolles Miteinander mit dem Rat.

Uwe Sievers war bei einem Unfall schwer verletzt worden

Der 52-Jährige hatte Ende März vergangenen Jahres einen Schlaganfall am Steuer seines Wagens erlitten, geriet in den Gegenverkehr und verletzte sich dabei schwer. Seither ist die Stelle des Bürgermeisters in der Gemeinde vakant. Die amtsärztliche Untersuchung, die erst einige Monate nach dem Unfall möglich war, da sich Sievers lange im Krankenhaus aufhielt, hatte ergeben, dass seine Dienstfähigkeit „mit sehr hoher Wahrscheinlichkeit“ nicht wiederhergestellt werden könne. Der Steller Gemeinderat empfahl daraufhin Sievers’ Versetzung in den vorzeitigen Ruhestand, was nun umgesetzt wurde. Für die Parteien heißt das, dass sie jetzt nach vorn blicken und einen Kandidaten für Sievers’ Nachfolge finden müssen.

Aufgrund des Wahltermins zwei Monate nach der Kommunalwahl am
11. September wird sich die Amtsperiode über die darauffolgende Kommunalwahl hinaus verlängern. Ein möglicher Kandidat kann sich also auf eine Amtszeit von fast zehn Jahren einrichten. Die Verwaltung hatte ursprünglich vorgeschlagen, die Bürgermeisterwahl parallel zur Kommunalwahl abzuhalten. Doch die Mehrheit des Rates empfand die Zeit bis zum 11. September als zu knapp, um geeignete Kandidaten zu finden und sie bekannt zu machen.

Die SPD sah das anders. „Uns war es wichtig, dass der Bürgermeister nur für fünf Jahre gewählt wird“, sagt der Fraktionsvorsitzende Bernd Henke. Auf diese Weise wäre man nicht länger als nötig an einen Amtsinhaber gebunden, sollte er sich als nicht geeignet erweisen. Die Entscheidung sei inzwischen aber nicht mehr zu ändern.

Welchen Kandidaten die SPD für das Bürgermeisteramt ins Rennen schickt, steht derzeit noch nicht fest. „Wir sind in sehr guten Gesprächen und werden die Öffentlichkeit kurzfristig informieren“, sagt Henke und fügt hinzu, dass seine Partei außerdem Möglichkeiten sehe, mit anderen Fraktionen einen gemeinsamen Kandidaten zu präsentieren – „wenn die Modalitäten stimmen“.

Elisabeth Tomm, Fraktionsvorsitzende der CDU, würde das für ihre Partei ausschließen. „Ich halte es nicht für notwendig, sich mit anderen zusammenzutun“, sagt sie. Zwei bis drei mögliche Kandidaten, die zwar aus dem Landkreis Harburg, aber nicht alle aus Stelle stammten, habe die CDU bereits ins Auge gefasst. Nun müssten sich die drei Ortsverbände auf eine Person einigen. Die längere Legislaturperiode wertet sie als positiv, da ein Bürgermeister so mehr bewirken könne.

Ähnlich sieht es auch die Bürgerinitiative für die Gemeinde Stelle (BIGS). „Gerade für jüngere Leute, die keine Beamte sind, ist es attraktiver, wenn sie für fast zehn Jahre eine Sicherheit haben“, sagt Fraktionsmitglied Dieter Hanke. Auf einen Kandidaten habe sich die BIGS bisher noch nicht festgelegt.