Harburg
Maschen

Lärmschutzwände für Rangierbahnhof

Foto: FABIAN BIMMER / AP

Bahn investiertfür zwei Projekte am Rangierbahnhof und in Meckelfeld hohe zweistellige Millionensumme.

Maschen.  Ein weißes Zelt, strahlender Sonnenschein, Bahnflaggen, Stelltische und Planzeichnungen von Gleisen: Zum ersten Mal hat die Bahn am Donnerstagvormittag an einem Stand in der Öffentlichkeit über zwei Projekte in Maschen informiert.

Mehr als 100 interessierte Anwohner konnten auf dem Wochenmarkt ihren Einkauf mit Informationen über den Ausbau der Umfahrgleise am Rangierbahnhof Maschen sowie über eine neue Brücke in Meckelfeld verbinden. Nach ersten Schätzungen wird die Bahn dafür eine hohe zweistellige Millionensumme investieren.

Ziel des Projektes am Bahnhof Maschen ist es, vor allem Containerzüge aus dem Hamburger Hafen, die nicht erst im Maschen rangiert werden müssen, reibungsloser am Bahnhof vorbeizuleiten. Dafür wird ein zweites Umfahrtgleise auf der östlichen, Hörster Seite gebaut.

Ist es fertig, brauchen sich Züge aus Richtung Stelle und Buchholz nicht mehr ein Gleis zu teilen, sondern werden unabhängig voneinander, jeweils auf einem eigenen Gleis fahren. Dadurch soll ein Anhalten oder Bremsen von Zügen verringert werden. Zum Schutz vor dem Lärm entstehen beim Bau neue Lärmschutzwände.

Baubeginn an der westlichen Maschener Seite soll im September sein. Als erstes soll dort bis Dezember eine vier bis fünf Meter hohe Lärmschutzwand entstehen. Zum ersten Spatenstich wird voraussichtlich Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium, kommen.

Von März 2017 an sollen das neue Gleis und die Lärmschutzwand für Hörsten folgen. Diese neue Wand wird ebenfalls vier bis fünf Meter hoch und damit die derzeit zwei Meter hohe Wand ablösen.

Die 3,5 Kilometer lagen neuen Gleise nebst sieben Weichen und zwei Eisenbahnüberführungen sollen Ende 2018 in Betrieb gehen. Insgesamt lässt die Bahn auf drei Kilometern neue Lärmschutzwände installieren. Auf der Umfahrung des Rangierbahnhofs können Güterzüge künftig bis zu 120 km/h erreichen.

Das zweite Projekt in Meckelfeld liegt deutlich weiter in der Zukunft. „Baubeginn wird nicht vor Ende 2020 sein“, sagte ein Bahnsprecher. Dabei geht es darum, vier Strecken für den Güterverkehr am Bahnhof Harburg und in Meckelfeld zu entkoppeln. Die vorhandene Brücke dort wird so erweitert, dass alle Verkehre kreuzungsfrei in zwei Ebenen laufen können.

„Die Untersuchungen für den Schallschutz laufen noch“, sagte der Sprecher. Immerhin wird die neue Streckenführung auch hier das Bremsen und Neu-Anfahren von Zügen vermindern. Für den viergleisigen Ausbau sind 4,1 Kilometer neue Gleise und 19 neue Weichen vorgesehen.

„Schon von acht Uhr an kamen kontinuierlich Menschen an unseren Stand. Das zeigt das große Interesse“, sagte der Bahnsprecher. Die Stimmung sei entspannt gewesen. Der größte Aufreger in der Region ist ohnehin die geplante Sperrung der Decatur-Brücke über den Rangierbahnhof vom 1. Oktober an. Dazu jedoch gab es an diesem Vormittag nichts Neues.

„Wir kommen aus den Baustellen an Bahn, Straßen und Autobahnen nicht heraus“, sagte Kirsten Petersen, die gezielt zum Zelt der Bahn gekommen war. „Wichtig ist, welcher Lärm bei den Bauarbeiten entsteht, wo Lkw entlangfahren und wie viele es sein werden, selbst wenn Transporte auf die Schiene gehen.“ Dies sei für sie offen.

„Wir hoffen beim Lärm auf eine Verbesserung. Die Schutzwand für Hörsten ist in jedem Fall gerechtfertigt“, so Klaus-Dieter Rommel mit Blick auf die Pläne. Der CDU-Fraktionsvorsitzende im Ortsrat Maschen will erstmal abwarten: „Beurteilen lässt sich das Ergebnis erst, wenn alles fertig ist.“