Harburg
Harburg

Pädagogisches Klettern in der Haake

Das Projektteam des Kletterparks Harburg (v.l.) Investor Torsten Hedinger, Waldbesitzer Heinrich Schabert (jun.), Investor Markus Hielscher und Heinrich Schabert (Sen.)

Das Projektteam des Kletterparks Harburg (v.l.) Investor Torsten Hedinger, Waldbesitzer Heinrich Schabert (jun.), Investor Markus Hielscher und Heinrich Schabert (Sen.)

Foto: Angelika Hillmer / HA

Projektträger stellen Detailplanung vor. Mindestens 16.000 Besucher im Jahr werden erwartet.

Harburg.  Der im Waldgebiet Haake geplante Kletterpark soll nicht nur Freizeitsportler ansprechen, sondern schwerpunktmäßig pädagogisches Klettern für Schulklassen sowie Teamschulungen für Unternehmen anbieten. Das sagten die Investoren, als sie am Donnerstag ihr Projekt der Öffentlichkeit vorstellten.

Am Montag hatte das Team seinen Entwurf bereits dem Stadtplanungsausschuss im Harburger Rathaus präsentiert (das Abendblatt berichtete). Waldbesitzer Heinrich Schabert ist zuversichtlich, dass der Bezirk im Herbst grünes Licht für das rund eine Million Euro teure Projekt geben wird.

Mindestens 16.000 Besucher sollte die Anlage jährlich anziehen, damit sie rentabel wird. Etwa 30 Prozent werden Schüler sein, kalkulieren die Investoren Markus Hielscher von der Höhenweg GmbH und Torsten Hedinger, der bei Quickborn und Uetersen Kletterparks betreibt. Hielscher und Hedinger wollen Schulklassen ansprechen, wobei pro Schüler 15 Euro Eintritt vorgesehen ist.

Eine wichtige pädagogische Rolle wird ein Seilgarten spielen. Anders als auf der Kletterroute, die Besucher – am Sicherungssystem angepickt – ohne Begleitung absolvieren können, werden hier Menschen gebraucht, die die Kletterer absichern. „Es geht darum, das Verantwortungsgefühl zu stärken. Wenn die beiden Schüler am Boden ihren kletternden Klassenkameraden nicht beachten und Quatsch machen, brechen wir die Aktion ab.“

Um Teambildung soll es auch in einem speziellen, etwas abseits gelegenen Hochseilgarten gehen. Dort sollen Manager oder Mitarbeiter lernen, sich in der Höhe auf Kollegen am Boden zu verlassen. Oder sie absolvieren im Wald gemeinsam andere Aufgaben, für die viele Hände und mitdenkende Köpfe gebraucht werden.

Die größte Zielgruppe der Investoren sind jedoch individuelle Besucher, etwa Familien, die an Wochenenden oder in den Ferien zum Kletterpark kommen. Die Eintrittspreise sollen sich den Preisen der bestehenden Parks der Investoren orientierten. So zahlt eine vierköpfige Familie (Kinder bis zehn Jahre) 54 Euro für ein Tagesticket zur HöhenwegArena in Schneverdingen.

Für die Besucher sollen im doppelten Sinne zwei besondere Höhepunkte entstehen: eine knapp einen Kilometer lange Seilstrecke, an der die Kletterer liegend oder sitzend im Sicherheitsgurt durch den Wald gleiten können, und eine zweites, aus Röhren bestehendes Tragwerk, das Kurvenfahrten ermöglicht.

Das Gelände mit – für Norddeutschland sehr großen – Höhenunterschieden sei für die Seilbahnen und die Anlage des Kletterparcours ideal, sagt Hielscher. Zudem müssten nur 20 bis 30 Bäume zum Aufbau der Installationen weichen.

Der Umgang mit dem Buchenwald werde sanft sein, versichert Waldeigentümer Heinrich Schabert. Womöglich verhindere der Park sogar den einen oder anderen Umweltfrevel. Sein Sohn erzählt von querfeldein fahrenden Mountain Bikern und von einer nächtlichen Begegnung mit Motorradfahrern, die die Straße Kuhtrift offenbar als Rennstrecke missbraucht hatten.