Harburg
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Künstler zeigen ihr Haus

Foto: Neele Knief / HA

Die Harburger Anke de Vries, Werner Conradi und Theodor Stenzel laden zum „Offenen Atelier“ ein.

Harburg.  Die Künstler Anke de Vries, Werner Conradi und Theodor Stenzel laden zum „Offenen Atelier“ ein. Bei freiem Eintritt öffnen sie am kommenden Wochenende ihre Arbeitsräume für Kunst- und Kulturinteressierte. Herzlich willkommen sind aber auch Menschen, die neugierig sind, wie es in einem echten Künstlerhaushalt so zugeht.

Anke de Vries, ihr Mann Theodor Stenzel und der Künstler Werner Conradi wohnen bereits seit 30 Jahren zusammen und führen nach eigener Aussage einen chaotischen Haushalt mit schönem, idyllischem Garten. Theodor Stenzel freut sich, wenn Besucher einen Blick auf seine analogen Fotoarbeiten werfen.

Im Haus sind verteilt immer wieder Werke des 70-Jährigen zu finden. Besonders beeindruckend erscheinen die Panoramafotos, die Räume des eigenen Hauses zeigen. Die Bilder in doppelter Länge und in Schwarzweiß erschaffen eine ganz neue Perspektive, die sogar kleine Räume riesig erscheinen lässt. Die Fotos sind mit einer Kamera aus der Ukraine entstanden.

Wer sich für Druckarbeiten interessiert, kommt im Keller des Hauses auf seine Kosten. Gemeinsam mit Werner Conradi ist Theodor Stenzel bereit, die Drucktechnik der Heliogravure vorzuführen. Bei dieser Form des Drucks bildet ein Foto die Basis. Das wird auf eine Kupferplatte umgesetzt und abgedruckt. Neben der Präsentation des Verfahrens sind auch eine Reihe fertiger Drucke zu sehen.

Für den interessierten Besucher steht eine Broschüre mit Informationen über die Technik zur Verfügung. Im Atelier, das sich am Ende des Gartens befindet, bleiben noch die bildnerischen Arbeiten von Anke de Vries zu entdecken. Die Malerin gibt einen Rückblick auf ein endlos langes und spannendes Künstlerleben. Wie wird Kunst in anderen Ländern verstanden?

Die Frage hat die 74 Jahre alte Künstlerin schon immer beschäftigt und hat so auf Reisen viele Eindrücke aus aller Welt gesammelt. Mit den Bildern möchte sie die Stimmung aus fernen Ländern nach Deutschland bringen. Gemeinsam mit Künstlern aus Ecuador, Vietnam oder dem Kaukasus hat de Vries sogar Ausstellungen in Deutschland organisiert.

Eines der jüngsten Projekte ist die Porträtreihe von Toilettenfrauen. „Nach erstem Widerwillen der Frauen, habe ich mich bei einer Zigarette mit jeder Einzelnen unterhalten. Sie sollen sich nicht benutzt fühlen, sondern sie sind Individuen, deren Wünsche, Ängste und Träume berücksichtigt werden“, sagt Anke de Vries. Die Aquarellpor­träts können am Wochenende im Atelier bestaunt werden.

Sonnabend, 25. Juni, 13 bis 19 Uhr, Sonntag 26. Juni, 11 bis 19 Uhr, Dempwolffstraße 24
in Harburg