Harburg
Politik

Keine Chance für Birgit Stöver bei der Harburger CDU

Birgit Stöver ist Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft

Birgit Stöver ist Mitglied der Hamburgischen Bürgerschaft

Foto: dpa Picture-Alliance / Sven Hoppe / picture alliance / dpa

CDU-Vorstand bleibt von Ralf-Dieter Fischer und seinen Gefolgsleuten dominiert. Positive Kontinuität oder die Unlust an Veränderung?

Harburg.  Dass Ralf-Dieter Fischer als Vorsitzender und der größte Teil seiner Weggefährten im Kreisvorstand der Harburger CDU bestätigt wurden, wertete der Parteivorstand als Beweis der politischen Kontinuität. Fischers Vertrauter Uwe Schneider rückte für den im Hamburger Rathaus gebundenen André Trepoll zum stellvertretenden Kreisvorsitzenden auf, ein weiterer Stellvertreter bleibt Rainer Bliefernicht. Damit sind die Bezirks-Fraktionsspitze der CDU und ihr Kreisvorstand personalidentisch.

Von außen wurde die Vorstandswahl allerdings kritisiert. Als „Dinosaurier“ bezeichnete die Grünen-Bezirksabgeordnete Gudrun Schittek die CDU, weil diese keine einzige Frau im Vorstand habe – „und das Amt des Schriftführers bleibt unbesetzt, weil sich die Herren zu fein sind für die Sekretärinnenarbeit“, lästert Schittek. Fischer weist die Kritik von sich: „Ich bemühe mich immer wieder darum, Frauen in die politische Arbeit einzubinden, wir haben ja auch drei weibliche Bezirksabgeordnete. Aber für den Vorstand wollte keine kandidieren.“

Das stimmt zwar formal völlig, aber ansonsten nur fast. Die ausgeschiedene Schriftführerin Birgit Stöver, Vorsitzende des Ortsverbands Harburg Mitte und Bürgerschaftsabgeordnete, hätte schon kandidiert – nur nicht mehr als Schriftführerin.

„Ich habe in den Vorgesprächen zur Kreisausschusssitzung meinen Anspruch auf den stellvertretenden Kreisvorsitz geltend gemacht. Der Ortsverband, dem ich vorsitze, ist immerhin der größte im CDU-Kreis und der viertgrößte in Hamburg, aber es wurde klar, dass mir das Stellvertreteramt verwehrt würde. Herr Fischer und ich haben unterschiedliche Auffassungen von konservativer Politik. Als Schriftführerin stand ich nicht zur Verfügung.“

Immerhin wurde Birgit Stöver aber als Kandidatin für den stellvertretenden Landesvorsitz vorgeschlagen. „Warum mir das gelungen ist, weiß ich aber ehrlich auch nicht“, sagt sie.