Harburg
Theater

Meckelfelder Gymnasiasten inszenieren "Der Revisor"

Schüler des 11. Jahrgangs am Gymnasium Meckelfeld inszenieren die Komödie „Der Revisor“  von Nikolaj Gogol. Die korrupten Honoratioren eines Provinzkaffs umgarnen irrtümlich einen Schwindler

Schüler des 11. Jahrgangs am Gymnasium Meckelfeld inszenieren die Komödie „Der Revisor“ von Nikolaj Gogol. Die korrupten Honoratioren eines Provinzkaffs umgarnen irrtümlich einen Schwindler

Foto: Thomas Sulzyc

In der Verwechslungskomödie des russischen Autors Gogol geht es um Bestechung und Unterschlagung. Aufführungen am 9. und 10. Juni.

Meckelfeld.  Der zähe Sumpf aus Bestechungen und Unterschlagungen kommt in Bewegung: Wie eine Sturmflut kommt den korrupten Beamten die Nachricht gleich, ein Kontrolleur sei inkognito in ihrem Provinzkaff, um die Missstände ans Licht zu bringen.

Der russische Autor Nikolaj Gogol (1809 bis 1852) gibt in seiner Komödie „Der Revisor” alles gesellschaftlich Üble, das er kannte, dem Gelächter preis. Das Gymnasium Meckelfeld inszeniert den Klassiker der Verwechslungskomödie nach einer Vorlage für Schultheater von Wolfgang Tauber. Ihr Vorteil: Sie ist deutlich schwungvoller als das Original.

Die Figur des Revisors erscheint wie ein allmächtiger Gottgesandter. Er kann zerschmettern, aber auch erhöhen. Deshalb versucht die korrupte dörfliche Elite, ihn gnädig zu stimmen. Dreck haben sie alle am Stecken: Die Richterin (Nele Colditz), die ihr Rechtsbewusstsein für einen Pelzmantel verkauft, oder der Bürgermeister (Peer Seidel), der das Geld für den Kirchbau veruntreut.

Pech nur, dass sie in einem Schwindler ihren Meister finden. Den sie für den Revisor (Eilika Hertzler/Emma Maurus) aus der Hauptstadt halten, ist in Wahrheit nur ein geschickter Zechpreller auf der Durchreise.

Dass Gogol mit der Konvention einer Komödie bricht, hat sein Stück so besonders gemacht. Er verweigert sich der Auflösung der dramatischen Spannung zu einem glücklichen Ende. Die Bedrohung durch die Prüfung des echten Revisors bleibt über das Ende hinaus.

Dass die Korruptionsfarce auch heute nichts an Aussagekraft verloren hat, führt das Schultheater aus Meckelfeld mit der Figur eines Beamten der Deutschen Post dem Publikum vor Augen, der sich unter die Honoratioren des russischen Zarenreichs mischt: Seht her, Korruption und menschliche Habgier sind zeitlos und an keinen Ort gebunden, heißt das.

Gogol räumt seinen Figuren wenig Bewegung ein. Die 16 und 17 Jahre alten Schauspieler stehen damit vor der Herausforderung, dem starren Spiel auf der Bühne mit viel Gestik und Mimik zu begegnen.

Ein Blick lohnt sich auf die mit vielen Details liebevoll ausgestattete Kulisse. Spielleiter Hartmut Klose ist ein Spezialist für Bühnenbilder der armen Dinge. Er errichtet mit Wenigem eine feudale Amtsstube. Der Shakespeare-Experte wird im neuen Schuljahr die Theater AG an dem spielfreudigen Gymnasium in Meckelfeld leiten und damit in die großen Fußstapfen von Edwin Hagemann treten.

Der Revisor von Nikolaj Gogol, Kursus Darstellendes Spiel von Hartmut Klose, Donnerstag, 9. Juni, und Freitag, 10. Juni, jeweils 19.30 Uhr, Gymnasium Meckelfeld, Appenstedter Weg 100, Eintritt: drei Euro (Erwachsene), zwei Euro (Schüler)