Konzept

Schneller mit dem Rad durch die Stadt Buchholz

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Corinna Panek
Eine der drei Velorouten soll auch durch die Lohbergenstraße führen

Eine der drei Velorouten soll auch durch die Lohbergenstraße führen

Foto: Corinna Panek / HA

Die Stadt will Velorouten einrichten – Erste Route kann schon 2017 freigegeben werden. Die komplette Umsetzung dauert mehrere Jahre.

Buchholz.  Flotter und sicherer unterwegs als auf Hauptstraßen sind Radfahrer auf sogenannten Velorouten. Deren Prinzip ist es, die Radler abseits der vielbefahrenen Straßen, zum Beispiel in Tempo-30-Zonen, auf vorhandene, entsprechend gut ausgeschilderte Wege zu schicken, so dass sie zügig, weil störungsfrei vorwärts kommen. Dafür sollen soweit wie möglich vorhandene Wege genutzt werden, die gegebenenfalls noch in einen besseren Zustand gebracht werden müssen. Beispielsweise in Hamburg, aber auch in manchen Ferienregionen sind solche Velorouten bereits vorhanden und werden gern genutzt.

Auch die Stadt Buchholz will den Radverkehr mit solchen Velorouten fördern. Die Verwaltung hat nun Vorschläge ausgearbeitet, über die zunächst der Stadtplanungsausschuss (Mittwoch, 8. Juni, 18.30 Uhr, Rathauskantine) beraten wird. Diese Routen schlägt die Verwaltung vor:

Route 1 – Buchholz-Seppensen: Diese Route wäre schnell umsetzbar, da sie sich mit dem Leine-Heide-Radweg deckt. Sie verläuft vom Bahnhof über Rütgersstraße, Lohbergenstraße und Fuhrenkamp zum Seppenser Mühlenweg und trifft dann auf die Buchholzer Landstraße. Hier müsste ein kleiner Abschnitt befestigt werden. Für diese Strecke sei nur die Beschilderung mit dem Landkreis abzustimmen, danach könne die Route schon 2017 ausgeschildert und bekannt gemacht werden.

Später könnte die Route 1 entlang der Heidebahn-Gleise bis zum Bahnhof Holm-Seppensen und zum Bahnhof Büsenbachtal (zugleich Buchholzer Stadtgrenze) verlängert werden. Hier müsste die Stadt allerdings an zwei Stellen Grund erwerben. Ähnliches gilt für eine Verlängerung Richtung Dibbersen, die dann über den Dibberser Mühlenweg und durchs Gewerbegebiet II bis zum großen Kreisel führen würde. Mit dem Grunderwerb würde die Stadt sicherstellen, dass sie auf diesen Abschnitten bauen, konkret, den Weg befestigen darf.

Route 2 – Teilstrecke Buchholz-Sprötze: Diese Strecke würde vom Bahnhof aus über den Heidekamp und den Drosselweg nach Suerhop führen. Diese Route könnte im Zuge des ohnehin geplanten Straßenausbaus in Suerhop umgesetzt werden. Zurzeit ist diese Strecke von Schlaglöchern durchzogen. Zu prüfen sei, ob eine der parallel verlaufenden Straßen Suerhoper Koppelweg und Suerhoper Brunnenweg als Fahrradstraße ausgewiesen werden könnten. Dann hätten Fahrräder Vorrang vor dem Autoverkehr, der zudem auf Anliegerverkehr beschränkt werden könnte.

Route 2 könnte von Sprötze aus nach Westen bis Trelde verlängert werden. Nötig wäre dann eine Querungshilfe auf der B3 in Höhe Sprötzer Bachweg/Schmiedegasse. Nach Osten wäre eine Fortsetzung in Richtung Sportzentrum über Itzenbütteler Weg und Bendestorfer Straße möglich. Der dafür nötige Grunderwerb wäre zeitlich verknüpft mit neuen Baugebieten, die dort ausgewiesen werden könnten.

Route 3 – Vom Schulzentrum I durch die Innenstadt zum Schulzentrum II: Hierzu erläutert die Verwaltung, dass die ideale Verbindung eigentlich zwischen Bremer Straße und Bahngleisen verlaufen würde. Diese könnte aber erst langfristig umgesetzt werden – hier ist die sogenannte Südtangente geplant. Alternativ könnten die Radler über Parkstraße, Haidbarg und Schluchtweg zur Straße Am Kattenberge geleitet werden. Hierzu brauchte es nur zwei Querungshilfen an Bremer Straße und Steinbecker Mühlenweg.

Die Verwaltung weist darauf hin, dass sich so ein Routenkonzept wegen des stellenweise notwendigen Grunderwerbs und der Abstimmung mit Straßenbauvorhaben nicht kurzfristig und auf einen Schlag umsetzen lässt – andererseits wären erste Maßnahmen schon 2016 realisierbar. Die Kosten beziffert die Verwaltung mit zwei bis drei Euro pro Einwohner und Jahr, wobei es verschiedene Förderprogramme gibt, mit denen Maßnahmen refinanziert werden könnten. Übergangsweise könnte auch ein Fahrrad-Stadtplan herausgegeben werden, da die meisten Nebenstraßen und „Schleichwege“ bereits heute gut befahrbar seien und dadurch mehr Radlern bekannter gemacht werden könnten.

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