Harburg
Stelle

Wohnraum für anerkannte Flüchtlinge gesucht

Stelles Ordnungsamtsleiterin Andrea Rasche-Cammann, Flüchtlingskoordinator Gerhard Koch und Robert Isernhagen, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, rufen die Bürger auf, Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen

Stelles Ordnungsamtsleiterin Andrea Rasche-Cammann, Flüchtlingskoordinator Gerhard Koch und Robert Isernhagen, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters, rufen die Bürger auf, Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen

Foto: Christiane Tauer / HA

Gemeinde Stelle startet Aufruf an Privatleute, Wohnungen zur Verfügung zu stellen. Bisher konnten nur drei Unterkünfte vermittelt werden.

Stelle.  Die Gemeinde Stelle ruft alle Bürger auf, Wohnraum für Flüchtlinge zur Verfügung zu stellen. Dabei geht es nicht um Gruppenunterkünfte, wie sie im Gewerbegebiet Fachenfelde stehen, sondern um reguläre Wohnungen, in die die anerkannten Flüchtlinge ziehen können.

Die Gemeinde hat derzeit das Problem, dass es kaum noch Angebote von Privatleuten gibt. Dabei könnten von den 126 Asylbewerbern, die im Gewerbegebiet untergebracht sind, theoretisch 30 bis 40 Anerkannte ausziehen. Nur wohin?

„Es ist generell bekannt, dass es in Stelle kaum günstigen Wohnraum gibt“, sagt Robert Isernhagen, Allgemeiner Vertreter des Bürgermeisters. Schon vor Jahren hätte man aktiv werden und Wohnungen bauen müssen. Und selbst wenn sich die Gemeinde an der kommunalen Wohnungsbaugesellschaft des Landkreises Harburg beteiligen sollte, würde es noch einige Zeit dauern, bis die Wohnungen wirklich fertig sind.

Das Problem liegt aber im Hier und Jetzt. „Die Flüchtlinge, die anerkannt sind, könnten theoretisch ihre Familien nachkommen lassen“, sagt Gerhard Koch, Flüchtlingskoordinator der Gemeinde. Wenn sie aber in den Containern wohnen, ist das nicht möglich. „Bisher konnten wir nur zwei oder drei Wohnungen vermitteln“, sagt Koch.

Er ist davon überzeugt, dass die eigene Wohnung ein wichtiger Baustein zur Integration ist – neben guten Deutschkenntnissen und einem Arbeitsplatz. „Wir sind jetzt an einem Punkt angekommen, an dem es in der Flüchtlingsbetreuung nicht mehr nur um Fußballspiele und Ausflüge geht“, sagt er. Jetzt gehe es um eine wirkliche Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.

Doch die kommt nur langsam voran. Von den anerkannten Steller Flüchtlingen haben bisher nur circa acht eine Arbeitsstelle gefunden. Zum Teil liegt das auch an den mangelnden Deutschkenntnissen. Hier weist Koch auf ein Problem hin, mit dem sich immer mehr der ehrenamtlichen Helfer konfrontiert sehen. „Viele der Flüchtlinge kommen einfach nicht mehr in die Sprachkurse.“ So werde es auch für die Helfer immer schwerer, sich zu motivieren.

Er hofft, dass ein selbstständiges Wohnen in den eigenen vier Wänden vieles zum Guten wendet. Potenziellen Vermietern möchte er dabei die Angst vor den Flüchtlingen nehmen. Die Miete werde wie bei Hartz-IV-Empfängern vom Amt bezahlt, und die Betreuung durch den Helferkreis gehe weiter. Da der Wohnraum knapp ist, setzt Koch auf Hausbesitzer, die etwa im Obergeschoss noch einige Zimmer frei haben und sie vermieten wollen.

Wer helfen möchte, kann sich bei der Gemeinde Stelle unter der Telefonnummer 04174/610 melden.