Harburg
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Hamburger Abiturienten machen sich fit für die Karriere

Hochschulmesse "Studieren im Norden" mit mehr als 3000 Besuchern im Elbcampus Harburg

Hochschulmesse "Studieren im Norden" mit mehr als 3000 Besuchern im Elbcampus Harburg

Foto: Jörg Riefenstahl / HA

Besucherrekord auf der der Hochschulmesse „Studieren im Norden“: 3000 junge Leute informieren sich bei Ausstellern auf dem Elbcampus

Harburg.  Mit einem Besucherrekord ist die Hochschulmesse „Studieren im Norden“ in Harburg zu Ende gegangen. Mehr als 3000 junge Leute waren bei bestem Wetter am Sonnabend in den Elbcampus in Harburg gekommen, um sich im persönlichen Gespräch bei Beratern von 50 norddeutschen Hochschulen zu informieren, wo sie die besten Ausbildungsmöglichkeiten finden. Oder um sich erst einmal einen ersten Überblick zu verschaffen, an welcher Uni es möglicherweise passende Angebote für sie geben könnte.

Wir haben uns auf der Messe umgesehen, um herauszufinden, was bei den jungen Leuten im Trend liegt. „Ich will gern Modemanagement studieren“, verrät Yeniffer Fernandez Diaz, 17, aus Harburg. Ihre Oma Sabine Kral begleitet sie auf der Messe. Yeniffer ist früh dran, bis zum Abi an der Rudolf-Steiner-Schule hat sie immerhin noch drei Jahre Zeit. Doch die meisten hier, übrigens in der Mehrzahl junge Frauen, gehen noch zur Schule. Sie kümmern sich früh um ihre berufliche Zukunft.

Überraschend: Für Viele steht das Fach Psychologie (wieder) hoch im Kurs. „Psychologie ist total angesagt“, sagt Ronja Juckols, die nächstes Jahr ihr Abi macht und sich freut, dass sie Psychologie an der Helmut-Schmidt-Universität (HSU) studieren kann – wenn alles klappt. „Natürlich bewerben sich hier sehr viele auf Psychologie. Deshalb schaue ich gleich auch nochmal bei der Uni Lüneburg vorbei“, sagt Ronja Juckols. Den Anstoß, Psychologie zu studieren, bekam sie übrigens in „Tatort“-Krimis. „Da spielt die Psyche der Täter eine sehr große Rolle. Und es gibt Profiler, die Täter anhand ihrer Persönlichkeit einkreisen. Das hat mir gefallen“, sagt die Schülerin.

„Man merkt, dass sich die jungen Leute schon vorher gut informiert haben. Sie stellen präzise Fragen und wissen genau, was sie sollen“, sagt Astrid Strüßmann, Marketing-Referentin der HSU. Das trifft allerdings nicht auf alle zu: Um herauszufinden, was für sie infrage kommt, gehen viele Abiturienten erstmal ins Ausland. „Einen Auslandaufenthalt hinter sich zu haben, ist ein Trend“, sagt die Beraterin Sonja Sahlmüller von der Design-Hochschule Brand Academy. „Aber viele wissen auch dann noch nicht, was sie wollen. Da setzen wir an“, sagt sie. Friederike Schwenck, 20, ist gerade aus Australien zurückgekehrt. „Ich habe dort erst als Au Pair gearbeitet, dann bin ich durchs Land gereist“, sagt die Abiturientin. Nun will sie studieren. „Ich weiß noch nicht genau, wo es hingeht. Die grobe Richtung ist Kommunikationswissenschaft und Marketing“, verrät die junge Frau. Mit der Beratung ist sie zufrieden, wie die meisten Messebesucher.

Einige bemängeln allerdings, dass die speziell auf ein Duales Studium zugeschnittene Messe genau in die stressige Zeit der Abi-Klausuren gefallen sei. Die Agentur für Arbeit kennt das Problem. Es habe sich aber leider kein anderer Termin realisieren lassen, heißt es.

„Mein Wunsch, Informatik zu studieren, hat sich heute konkretisiert. Vorstellen kann ich mir das an der Uni Rostock“, sagt Schüler Janis Jarre, 17, der mit seinem Vater Thomas unterwegs war. „Ich will in Richtung Energie und Umwelttechnik gehen. Das Gespräch mit der TU Harburg dazu heute war hilfreich“, sagt Chemielaborantin Annika Wolter, 25 nach ihrer Beratung. „Ich habe ein gutes Gefühl“, ergänzt Alper Dikanat, 19, der sich nun wahrscheinlich an der FH Kiel für ein Betriebswirtschaftsstudium bewerben will. Jennifer Fernandez ist ebenfalls zufrieden. „Ich habe einen Stand für Modedesign entdeckt und auf der Messe sehr gute Anregungen bekommen“, sagt sie. „Interessant finde ich nun auch Kunsttherapie.“

Messetipp: AbiUp, Die Ausbildungsmesse für (Fach-) Abiturienten, läuft in der Beruflichen Schule für Medien und Kommunikation, Eulenkamp 46 in Hamburg am Mittwoch, 22. Juni 2016, 14bis 18 Uhr (Teilnahme kostenlos).