Harburg
Autonome Aktion

Guerilla-Picknick hinterm verbotenen Zaun

Stadtguerilla "befreit" die Seevekanal-Terrassen

Stadtguerilla "befreit" die Seevekanal-Terrassen

Foto: Jörg Riefenstahl / HA

Linke besetzen Seevekanal-Terrassen und fordern WC und Müllcontainer vom Phoenix-Center. Der öffentliche Bereich war abgesperrt worden

Harburg.  Gut 30, vornehmlich jüngere Menschen sind am Sonnabend einem auf Facebook von linken Aktivisten verbreiteten Aufruf für ein „Guerilla-Picknick“ auf den vormals gesperrten Seevekanal-Terrassen gefolgt. Um 18 Uhr zogen die ersten mit Getränkekisten und Essen ans Ufer. Unbekannte hatten vor wenigen Tagen einen Teil des Zauns entfernt und damit den vom Phoenix-Center abgesperrten Grünbereich wieder der Öffentlichkeit zugänglich gemacht (wir berichteten).

„Das Recht auf Stadt ist kein Recht im bürgerlichen Sinne, das man vor einem Gericht einklagen könnte. Alle haben ein Recht auf Stadt, unabhängig von ihrem sozialen Status, ihrer Nationalität oder ihrer finanziellen Mittel. Es ist ein Recht, das sich alle nehmen können, indem sie für eine soziale Stadt kämpfen“, schrieben die Veranstalter des „Picknicks“ auf Facebook, darunter nach Abendblatt-Informationen Mitglieder des Vereins „WeltRAUM“. Schon am Nachmittag hatten Familien mit kleinen Kindern am Ufer gepicknickt – allerdings aus freien Stücken und ohne politische Motivation.

„Es gibt immer weniger Möglichkeiten, dass sich die Harburger abseits von Bars und Kommerz in der Öffentlichkeit treffen, Deshalb muss man hier einen Schlusspunkt setzen“, sagte Martin, einer der Besetzer am Abend. „Wir hoffen, dass die Fläche zugänglich bleibt“, ergänzte ein anderer. Zudem forderten die „Picknicker“, zu denen sich am Abend Mitglieder der linken Hamburger Gruppe „Never Mind The Papers“ gesellten, dass das Phoenix-Center ein WC und Müllbehälter aufstellt, damit es am Ufer sauber bleibt. Dafür sorgten die Teilnehmer diesmal selbst: Sie sammelten ihren Müll ein und nahmen ihn mit.