Harburg
Winsen

Flüchtlinge ziehen in Wohnheim

13 der 15 Bewohner mit Ulrike Tschirner (Zweite von rechts), Justus Olesch (Dritter von links), Superintendent Christian Berndt (rechts) und Sozialbetreuerin Rosa Lababidi (Vierte von rechts).

13 der 15 Bewohner mit Ulrike Tschirner (Zweite von rechts), Justus Olesch (Dritter von links), Superintendent Christian Berndt (rechts) und Sozialbetreuerin Rosa Lababidi (Vierte von rechts).

Foto: LK Harburg / HA

In der ehemaligen Gaststätte „Zum Nassen End“ hat die Ausbildung mit 15 jungen Menschen begonnen.

Winsen.  Das neue Winsener Flüchtlings- und Lehrlingswohnheim „Zum Nassen End“ ist jetzt bewohnt. 15 junge Flüchtlinge haben es bezogen, um sich auf ihre Ausbildung vorzubereiten und diese dann erfolgreich abschließen zu können. „Das Projekt ist für uns ein Baustein der Integration von Flüchtlingen, die hier gute Bedingungen und Anreize für die Berufsausbildung vorfinden“, sagt Ulrike Tschirner, die als Winsens Flüchtlingsbeauftragte das Vorhaben mit dem städtischen Wirtschaftsförderer Justus Olesch betreut.

Das Projekt wird finanziell vom Landkreis Harburg, der die Miete für die Wohnräume der Flüchtlinge übernimmt, sowie vom Kirchenkreis Winsen und vom Herbergsverein unterstützt. Verbunden ist das Heim auch mit dem vom Kirchenkreis initiierten Darius-Projekt. Das nach dem von der Elfenbeinküste geflohenen Darius Zozo benannte Projekt sieht vor, Asylbewerber in Praktika zu vermitteln.

Das Gebäude hatte die Stadt Anfang des Jahres zunächst für die Stadtentwicklung im Sanierungsprogramm „Winsen 2030“ erworben. Der Preis für das ehemalige Gasthaus lag bei rund 500.000 Euro. Die Kreisstadt investierte noch einmal eine niedrige fünfstellige Summe für die Ausstattung. Nach einer Renovierung dienen die Räume jetzt übergangsweise als Wohnheim.

Die Dauer dieser Übergangszeit wurde jedoch nicht festgelegt. „Das Projekt ist zeitlich begrenzt. Wie sehen aber kein Auslaufdatum“, hatte Winsens Bürgermeister André Wiese Mitte Februar zu dem Konzept gesagt.

„Die ersten 15 Bewohner haben wir nach verschiedenen Kriterien ausgewählt, zu denen ihre Zuverlässigkeit und Leistungsbereitschaft zählen“, sagt Wirtschaftsförderer Olesch. „Die jungen Männer werden also nicht nur gefördert, sondern auch gefordert. Sie können mit ihrer Ausbildung den Grundstein dafür legen, künftig ihren Lebensunterhalt selbst zu verdienen.“ Während der Woche wechseln sich für sie Praktika und Deutschunterricht ab.

Für die Betreuung ist eine Sozialarbeiterin an festen Zeiten vor Ort. Ehrenamtliche Coaches unterstützen die Bewohner, die noch zur Schule gehen, bei den Hausaufgaben. Hilfe zur Integration erhalten auch die Bewohner, die bereits als Praktikanten in Betrieben arbeiten. Geplant ist, die Räume auch für einen Kinderspielkreis für Flüchtlingskinder sowie auch noch für weitere Sprach- und Integrationsangebote zu nutzen.

„Jetzt gilt es aber zunächst, das Wohnheim zum Laufen zu bringen“, sagt die Flüchtlingsbeauftragte Tschirner. „Unsere Hoffnung geht dabei dahin, dass es als Modellprojekt Nachahmung findet und andere Integrationsmaßnahmen auf dem Konzept aufbauen können.“