Harburg
Buchholz

Musik vom Multitalent in der Empore

Meret Becker zeigt bei ihren Auftritten viele Gesichter

Meret Becker zeigt bei ihren Auftritten viele Gesichter

Foto: Kerstin Groh / HA

Meret Becker ist nicht nur Schauspielerin, sondern macht auch Musik. Am Sonnabend tritt sie erstmals in Buchholz auf.

Buchholz.  Meret Becker hat die Kunst des Darstellens sozusagen mit der Muttermilch aufgesogen. In eine Schauspielerfamilie hineingeboren, war es klar, dass sie ebenfalls ihr Brot durch Bühnenarbeit verdienen würde. Aber Meret Becker ist nicht nur eine ziemlich gute Schauspielerin, sie macht auch ziemlich gute Musik.

Am Sonnabend kommt das Multitalent erstmals in die Empore nach Buchholz. Mit ihrer Band präsentiert sie ihr neues Album „Deins & Done“. Darin geht es um die Liebe – der erfüllten, ebenso wie der gescheiterten. Hier kann Meret Becker ihre vielen anderen Seiten zeigen: Mal haucht sie ins Mi­krofon, ist zart, wirkt fast schon zerbrechlich. Dann wieder haut sie die Songs nur so raus, frech und grade heraus, das reinste Energiebündel.

Wer Coco Rosie mag und Tom Waits, der wird sich an diesem Abend zu Hause fühlen, in dem kargen, spartanischen Großstadtblues der Berlinerin Meret Becker. Ihre Texte kommen aus tiefster Seele, sind sehr persönlich. Die Musik dagegen ist oft kantig: Für ihr Album verwendete die Sängerin Demo-Tapes, die sie zu Hause im heimischen Kreuzberg aufgenommen hat. So hört sich am Ende kein Song perfekt produziert und glatt gezogen an. Jeder trägt kleine, feine Brüche in sich und ist deshalb umso sympathischer.

In einer Welt, in der man alles in Schubladen steckt, ist Meret Becker eine von denen, die aus dem Rahmen fallen. Sie entzieht sich lieber, denn sie hat viele Gesichter: Schauspielerin, Komponisten, Sängerin – eben ein Multitalent. Das wirkt auf Künstler anziehend und so singt auch Blixa Bargeld, Kopf und Herz der „Einstürzenden Neubauten“, mit der Würde des Lebensweisen auf dem neuen Album ein Duett mit Meret Becker.

Einer ihrer mitreißendsten neuen Songs trägt den Titel „Grau“. Mitwirkende sind eine singende Säge, Telefonfreizeichen, klagende Töne einer mit dem Bogen gespielten Gitarre, Merets Gesang und ein russisches Gedicht. All dies verdichtet sich zu einer Kunstmusik, die ungewohnt ist aber dafür um so mitreißender.

Sonnabend, 28. Mai, 20 Uhr, Empore, Karten ab 23 Euro, 04181/28 78 78 oder www.empore-buchholz.de