Harburg
Harburg und Süderelbe

Spielplatz-Sanierung kostet wenigstens 795.000 Euro

Die CDU-Politikerin Brit-Meike Fischer-Pinz ist vom Zustand des Spielplatzes am Helmsweg entsetzt

Die CDU-Politikerin Brit-Meike Fischer-Pinz ist vom Zustand des Spielplatzes am Helmsweg entsetzt

Foto: Katharina Geßler / HA

Ein Drittel der Anlagen in Harburg ist in einem miserablen Zustand. CDU-Politikerin Brit-Meike Fischer-Pinz spricht von Trauerspiel: „Kinder brauchen schöne Flächen“.

Harburg.  Mindestens jeder dritte Spielplatz in Harburg ist in einem miserablen Zustand. Aus der Antwort des Hamburger Senats auf eine Große Anfrage des Harburger Chefs der CDU-Bürgerschaftsfraktion, André Trepoll, geht hervor, dass von insgesamt 68 Spielplätzen im Bezirk gut 34 Prozent in einem baulich schlechten Zustand sind. Mindestens 795.000 Euro müssen kurzfristig investiert werden, um die schlimmsten Plätze noch in diesem Jahr auf Vordermann zu bringen. Auch das ist nachzulesen in der Senatsantwort.

Ganz oben auf der Prioritätenliste der Abteilung Stadtgrün des Bezirksamtes Harburg stehen die Plätze Rehrstieg, Mooranger, Stadtpark und Winsener Straße. Doch es reicht nicht aus, kaputte Geräte zu reparieren und vielleicht den Spielsand auszutauschen. Jedenfalls nicht nach Auffassung von Brit-Meike Fischer-Pinz, die für die CDU in der Harburger Bezirksversammlung sitzt. Wichtig ist ihr, dass die Plätze auch so ausgestattet werden, dass sie Kinder tatsächlich auch ansprechen, ihre Kreativität und den Spaß an Bewegung fördern. Um das alles zu erreichen, haben SPD und CDU des Bezirks Harburg bereits in ihrem Koalitionsvertrag den Start des Modellprojekts „Freizeitspaß und Qualität für Harburgs Kinder“ festgezurrt. Und auch aufgeschrieben, was das in den kommenden Jahren kosten wird: mindestens 4,7 Millionen Euro.

Als Schritt in die richtige Richtung wertet Brit-Meike Fischer-Pinz denn auch, dass es seit geraumer Zeit im Fachamt Stadtgrün und Sozialraummanagement eine Mitarbeiterin gibt, die ausdrücklich für Kinderspielplätze zuständig und entsprechend qualifiziert ist. „Das gibt es längst nicht in jedem Bezirk“, sagt Brit-Meike Fischer-Pinz.

Die Christdemokratin aus Neugraben-Fischbek, Fachärztin für Psychiatrie und Psychotherapie spricht von einer großen Lücke, die sich aus wissenschaftlicher Sicht aufgetan hat: „Wir wissen heute viel besser, was wichtig ist für eine gesunde und normale Entwicklung von Kindern, aber es fehlt an Geld, dieses Wissen auch umzusetzen.“ Das sei wichtiger denn je. Schließlich hätten Untersuchungen gezeigt, das Kinder mindestens sieben bis acht Stunden freies Spiel brauchen, ebenso wie Bewegung draußen. Die Realität aber sieht anders aus: Nicht selten verbringen Mädchen und Jungen mehr Zeit vor Fernseher, Computer oder Playstation als mit Gleichaltrigen zu spielen.

Und wenn sie sich dann mal aufraffen und auf einen Spielplatz gehen, begegnet ihnen oft dies: Tristesse und Langeweile. Wie zum Beispiel auf dem Platz am Helmsweg. Bei dessen Anblick kann Brit-Meike Fischer-Pinz kaum an sich halten: „Ein Trauerspiel!“ Graffiti, Rost, Müll – das sind die Komponenten, die hier das Bild abrunden. Autoreifen, zum Schaukeln aufgehängt, sind eingerissen und löcherig, die Halterungen rost-braun und nur wenig Vertrauen erweckend.

Dass sich hier dennoch Kinder, teilweise mit Eltern aufhalten, legt die Vermutung nahe, dass deren Duldsamkeit allemal größer ist als der Wille, aufzubegehren. „Sie kennen es vielleicht nicht anders“, vermutet die CDU-Politikerin. Genau das möchte sie ändern. „Wir wollen Kindern zeigen, dass es keinesfalls selbstverständlich ist, sich in zugemüllter Umgebung zu bewegen“, sagt Fischer-Pinz. „Kinder haben schöne Flächen verdient.“