Harburg
Benefiz-Golfturnier

Hilfe für Kids im Harburger Phoenix-Viertel

Gemeinsam für die gute Sache: Reinhold Beckmann (r.) mit Andreas Tietz, der das Benefiz-Turnier organisiert hat

Gemeinsam für die gute Sache: Reinhold Beckmann (r.) mit Andreas Tietz, der das Benefiz-Turnier organisiert hat

Foto: Katharina Geßler / HA

Der Lions Club Buchholz-Nordheide spendet 12.500 Euro für das Harburger Projekt des Vereins Nestwerk von Reinhold Beckmann.

Buchholz/Harburg.  Es passte alles an diesem Tag: Die Temperaturen angenehm, der Himmel blau, die Gäste motiviert und in aufgeräumter Stimmung: Alles war so, wie es soll, möchte man sagen. Schließlich handelte es sich bei diesem Benefiz-Golfturnier des Lions Club Buchholz-Nordheide, der bis vor kurzem noch Hamburg-Nordheide hieß, um das 25. dieser Art. Dass es eine Rekordbeteiligung zu vermelden galt, kann getrost als angemessen bezeichnet werden. Viel wichtiger, man ließ sich nicht lumpen – 12.500 Euro kamen zusammen. Geld, das Nestwerk gespendet wird, dem Verein des TV-Moderators und Fußballkommentators Reinhold Beckmann. Und der weiß genau, was er damit machen will: Der Betrag geht an das Harburger Nestwerk-Projekt „Tore zur Welt in Hamburgs Süden“.

124 Spieler, Damen und Herren aus Hamburg, Harburg und Umgebung kamen zur Anlage in Seppensen, genossen den herrlichen Tag und freuten sich, dass auch Reinhold Beckmann gekommen war, um sich persönlich für die Spende zu bedanken. Ob er auch selbst Golf spiele, fragte ihn Andreas Tietz, der das Turnier für den Lions Club organisiert hatte.

Der Moderator verneinte: „Wenn ich das anfange, werde ich ganz schnell süchtig.“ Kaum vereinbar mit seiner sicher knappen Zeit. Denn neben seiner Arbeit, auch am Sonnabend musste Beckmann gleich nachdem er das Turnier eröffnet hatte, zurück ins Studio, um einen Film zu vertonen, verfolgt der Mann mit Nestwerk mindestens eine Mission: Kinder und Jugendliche zu fördern, die sonst frustriert abhängen und nicht wissen, wohin mit sich.

Wie er das macht, beeindruckt Andreas Tietz vom Lions Club, der die Nestwerk-Philosophie überzeugend den Punkt bringt: „Fußball als Medium zur Sprachförderung und Bildungsmotivation.“

Und das klappt. Wie zum Beispiel an der Baererstraße im Phoenix-Viertel. Dreimal die Woche, zweimal vormittags, einmal nachmittags, treffen sich da jeweils bis zu 30 Mädchen und Jung ab 10 Jahren, um sich unter Anleitung qualifizierter Trainer auszutoben – ein Projekt, das seit Herbst 2015 in Zusammenarbeit mit der Stadtteilschule Maretstraße läuft: ein Treffpunkt für Kids aus benachbarten Flüchtlingsunterkünften und denen, die im Viertel wohnen. Ideal, um Berührungsängste abzubauen, Integration in ihrer reinsten Form. Dahinter steckt die Erkenntnis, dass Sport nicht nur Spaß macht, sondern spielerisch auch Sprachkenntnisse verbessert.

Beckmann sieht noch einen weiteren Sinn: In den Flüchtlingsunterkünften erlebten die Kinder und Jugendlichen meist geordnetes Chaos als Normalität: „Viele wissen nicht, wie lange sie mit ihren Familien bleiben können.“ Oft fehlten altersgerechte Angebote – genau an diesem Punkt setzt sein Verein an – er bietet Halt. Dafür macht sich Reinhold Beckmann stark, auch wenn das bedeutet, dass er sich auf den Weg nach Seppensen machen muss. Zumal der Termin für den Fußballkommentator ideal war: Die Bundesliga ist entschieden, die EM in Frankreich beginnt erst am 10. Juni. Sein Tipp? Deutschland schafft es ins Finale, aber Sieger sind die Gastgeber: „Denk’ ich mal.“ Damit nun aber die Stimmung durch nichts getrübt wird, legt er vorsichtshalber schnell nach: „Vielleicht.“