Harburg
Landkreis Harburg

Land investiert drei Millionen für neue Radwege

Zwei Strecken zwischen Thieshope und Pattensen sowie Schätzendorf und Nindorf sollen Fahrradwege bekommen

Zwei Strecken zwischen Thieshope und Pattensen sowie Schätzendorf und Nindorf sollen Fahrradwege bekommen

Foto: Patrick Pleul / dpa

Zwei Strecken haben für die Landes-Straßenbaubehörde Priorität. Hanstedt und Egestorf wollen sich an Kosten beteiligen.

Winsen.  Gute Nachrichten für die Fahrradfahrer im Landkreis: Zwei Radwege an Landesstraßen haben es in die Prioritätenliste der Niedersächsischen Landesbehörde für Straßenbau und Verkehr in Lüneburg geschafft. Es sind eine 3,9 Kilometer lange Strecke zwischen Thieshope und Pattensen und 2,345 Kilometer zwischen Schätzendorf und Nindorf. Die Kosten für beide Projekte betragen zusammen mehr als eine Million Euro. In der Prioritätenliste für den Landkreis stehen noch vier weitere Radwege, so dass insgesamt gut drei Millionen Euro für die sechs Strecken notwendig wären.

Die beiden ausgewählten Strecken konkurrieren nun mit anderen aus den Kreisen Lüneburg, Lüchow-Dannenberg und Uelzen, für die die Lüneburger Straßenbaubehörde ebenfalls zuständig ist. Sie kann jährlich zwölf Vorschläge an das Wirtschaftsministerium in Hannover weiterreichen. Das Ministerium entscheidet, welche Projekte freigegeben werden. Daher steht derzeit noch nicht fest, wann der Ausbau beginnen könnte. Klar ist aber: In diesem Jahr werden die beiden Projekte aus dem Landkreis Harburg nicht mehr starten. Denn Thieshope-Pattensen liegt auf Platz sieben und Schätzendorf-Nindorf auf Rang zehn.

Das Budget des Landes für die Radwege an seinen Straßen beträgt jährlich insgesamt sechs Millionen Euro. Da dürften die Mittel zumindest 2016 kaum mehr für die beiden Radwege im Landkreis Harburg reichen.

Allerdings können die Gemeinden, auf deren Gebiet Radwege liegen, das Tempo des Ausbaus grundsätzlich beschleunigen – wenn sie eigenes Geld bereitstellen. „Wir halten uns an unsere Prioritäten. Wenn Gemeinden aber Mittel bereitstellen, können wir mehr Wege in kürzerer Zeit bauen“, sagt Dirk Möller, der Chef der Straßenbau-Landesbehörde.

Einen Eigenanteil haben die beiden Gemeinden Hanstedt und Egestorf bereits „in Aussicht gestellt“. Sie würden die Hälfte der Kosten für den Radweg ab Schätzendorf übernehmen, wenn das Land mitzieht. Die Baukosten werden mit 400.000 Euro veranschlagt.

Zwar liegen noch keine Ratsbeschlüsse aus den Gemeinde-Räten vor: „Wir könnten uns aber vorstellen, das Projekt untereinander je nach laufenden Meter abzurechnen“, sagte Horst Elert Stödter, der Fachbereichsleiter für Bau und Infrastruktur der Samtgemeinde Hanstedt, dem Abendblatt.

Für die Gemeinden ist der neue Radweg ein Herzenswunsch. „Wir wollen ihn seit 30 Jahren. Denn Radfahrer werden auf der Landesstraße 213 leicht übersehen“, weiß Stödter. Die Haushaltsmittel stehen im Etat 2017 bereit. „Wir würden für den Weg beim Grunderwerb und bei der Planung sogar in Vorleistung gehen“, verspricht der Hanstedter Fachbereichsleiter.

„Wir freuen uns, dass etwas passiert“, sagte Heike Meyer (CDU) am Mittwochabend im Kreis-Bauauschuss. Dort hatte die Verwaltung die Prioritätenliste vorgestellt. „Gerade im südlichen Landkreis gibt es noch Lücken bei den Fahrradwegen an den Landesstraßen“, sagte Heiner Schönecke (CDU). Die sollen künftig kleiner werden.

Zu Beginn der Sitzung hatte sich die Bürgerinitiative Thieshope für den Weg von dort nach Pattensen an der L 215 stark gemacht. Sprecherin Ulrike Müller übergab knapp 800 Unterschriften, die die Initiative seit Ende 2015 in Thieshope und Brackel gesammmelt hatte. „Wir fordern den Weg seit vielen Jahren“, sagte Müller. Im Landkreis hat er jetzt oberste Priorität.