Harburg
Neugraben-Fischbek

Tierschutzaktivisten blockieren Versuchslabor

Zwei Tierschutzaktivistinnen haben sich an einem Tor festgekettet und werden von der Feuerwehr freigeschnitten

Zwei Tierschutzaktivistinnen haben sich an einem Tor festgekettet und werden von der Feuerwehr freigeschnitten

Foto: JOTO

Zehn Aktivisten halten den Betrieb im Tierversuchslabor LPT in Neugraben auf. Einige ketten sich an die Zufahrtstore.

Neugraben-Fischbek. Am frühen Montagmorgen blockierten zehn Tierschutzaktivisten mit einer Aktion die beiden Zufahrtstore des Tierversuchslabors LPT (Laboratorium für Pharmakologie und Toxikologie) in Neugraben-Fischbek.

Sie protestierten, indem sie sich anketteten, gegen die Versuche des Unternehmens an Tieren. Jeweils zwei Aktivisten schlossen sich gegen fünf Uhr früh an den beiden Zufahrtstoren mit Fahrradschlössern und einem Metallrohr an, um die Arbeit auf dem Gelände zu stören und zu blockieren. „Wir fordern eine sofortige Stilllegung des Labors“, sagte eine Aktivistin. „Wir können nicht mehr ertragen, dass hier Versuchstiere vergiftet und getötet werden.“

Regelmäßig versammeln sich Tierschützer bei Mahnwachen oder Demonstrationen vor dem LPT in Neugraben. Eine Blockade gab es in der Vergangenheit jedoch noch nicht. Das Versuchslabor steht seit Jahren in der Kritik. Tierschützer bemängeln unter anderem die fehlende Transparenz, was genau in den Gebäuden hinter dem Stacheldrahtzaun passiert. Auch gegen Tierversuche im Allgemeinen wehren sich die Tierschutzaktivisten.

Mehr als 10.000 Mäuse, 1500 Hunde und bis zu 500 Affen

In einem nicht mehr öffentlich zugänglichen Internetauftritt schrieb das Labor, dass etwa 300 Chemikalien und Medikamente an Mäusen, Ratten, Hamstern, Schweinen, Hasen, Hunden, Affen, Katzen, Meerschweinchen, Fischen und Vögeln getestet werden können. Die Kampagne „LPT-Schließen“, ein Netzwerk aus verschiedenen Tierrechtsgruppen, spricht von Gesamtkapazitäten des Labors an zwei Standorten von mehr als 10.000 Mäusen, 1500 Hunden und bis zu 500 Affen.

Die Kampagne kämpft für ein Ende jeglicher Ausbeutung von und Gewalt an Tieren. Kurz nach Beginn der Aktion am Montag rückte die Polizei mit einigen Streifenwagen an. Auch etwa zwei Dutzend Bereitschaftspolizisten fuhren im Laufe des Vormittags vor. Die von den Beamten alarmierte Feuerwehr entfernte an einem der Tore drei Fahrradschlösser mit einem Hydraulik-Schneider. Anschließend konnten die mehreren Dutzend wartenden LPT-Mitarbeiter auf das Gelände und ihren Arbeitstag beginnen.

Es soll nicht die letzte Aktion der Tierschutzaktivisten bleiben

Die zwei Aktivistinnen mussten von Bereitschaftspolizisten vom Tor getragen werden. Die zwei verbliebenen Aktivisten am anderen Tor lösten nach fünf Stunden selbstständig ihre Blockade auf. Alle Blockierer und Protestler hielten bis etwa 10 Uhr eine Kundgebung ab.

Es soll nicht die letzte Aktion der Tierschutzaktivisten bleiben. Auf dem sozialen Netzwerk Facebook kündigt die Kampagne „LPT-Schließen“ an: „Wir haben es geschafft, den mörderischen Betrieb im LPT für ein paar Stunden lahm zu legen! Wir sind entschlossen, die Proteste gegen LPT weiterzuführen.“