Harburg
Baustellen

Harburg vor dem Verkehrsinfarkt?

Die 71 Meter lange Brücke Hannoversche Straße stammt aus dem Jahr 1956. Im zweiten Quartal 2017 soll die Straße voll gesperrt und mit den Abrissarbeiten begonnen werden.

Die 71 Meter lange Brücke Hannoversche Straße stammt aus dem Jahr 1956. Im zweiten Quartal 2017 soll die Straße voll gesperrt und mit den Abrissarbeiten begonnen werden.

Foto: Thomas Sulzyc

CDU-Politiker Birgit Stöver kritisiert Engpässe auf Hannoverscher Straße und Reichsstraße

Harburg.  Lange Staus gehören in der Hauptverkehrszeit an der Buxtehuder und an der Hannoverschen Straße derzeit zum Stadtbild. „Ohne Zweifel müssen die betroffenen Straßen und Brücken Harburgs saniert oder erneuert werden“, sagt Birgit Stöver, CDU-Bürgerschaftsabgeordnete und Vorsitzende des CDU-Verbands Harburg Mitte. Aber sie habe Zweifel, dass die Verkehrsbehinderungen nicht länger als nötig bestehen bleiben. Stöver hatte dem Senat eine Kleine Anfrage zum Fortgang der Arbeiten gestellt.

Die Brücke der Hannoverschen Straße ist zum Nadelöhr geworden. Stöver: „Empfindlich wird der Verkehr durch die seit September 2015 auf unter 7,5 Tonnen eingeschränkte Befahrbarkeit, seit November 2015 zusätzlich durch Straßenverengungen getroffen. Nach neuesten Informationen ist ein Abriss und Neubau der Brücke erforderlich, der im zweiten Quartal 2017 beginnen soll.“ Nach Angaben der CDU-Politikern rollen täglich 17.500 Fahrzeuge über die Hannoversche Straße. Der Brückenneubau werde ein Jahr dauern, so dass mit die Behinderungen bis Ende 2018 zu rechnen ist.

Aus der Senatsantwort geht hervor, dass dann als Umleitung voraussichtlich die bereits bestehende Lkw-Route über Seevestraße/Karnapp genutzt werden soll. Parallel ist im Binnenhafen die Straße Veritaskai wegen Brückenbauarbeiten bis Herbst dieses Jahres voll gesperrt. Diese Arbeiten sollen Ende September abgeschlossen sein.

Auch beim Bau der neuen Wilhelmsburger Reichsstraße komme der Senat nicht voran, kritisiert Stöver. Die Freigabe sei erst für 2019 vorgesehen. Die derzeitigen Instandhaltungsmaßnahmen an der bisherigen Route „verlaufen schleppend und behindern den Verkehr“. Nach Senatsangaben wird die Reichsstraße in Kürze ohne Einschränkungen zu befahren sein. Ab August wird jedoch an der Anschlussstelle Wilhelmsburg Süd eine Ampelkreuzung entstehen.

Harburg drohe der Verkehrsinfarkt, „wenn neben der einjährigen Vollsperrung der Hannoverschen Straße aufgrund des Brückenneubaus zeitgleich die bisherige Trasse der Wilhelmsburger Reichsstraße limitiert bleibt und die neue Trasse noch nicht befahrbar ist“, fürchtet Stöver.