Harburg
Noch mehr Programm

Kultur am Kanalkai – mit Harburgs längstem Tresen

Speicher-Geschäftsführer Henry C. Brinker (M.) freut sich über Harburgs längste Theke Die Servicekräfte Johannes Brinker (l.) und Max Wilker werden in der neuen Saison wohl viel draußen bedienen müssen.

Speicher-Geschäftsführer Henry C. Brinker (M.) freut sich über Harburgs längste Theke Die Servicekräfte Johannes Brinker (l.) und Max Wilker werden in der neuen Saison wohl viel draußen bedienen müssen.

Foto: Lars Hansen / xl

Der Speicher im Kaufhauskanal konnte sein Programm spontan ausbauen. xl / Lars Hansen

Harburg.  Sonnabend, 30. April, um 11 Uhr eröffnet der Speicher am Kaufhauskanal mit Händels Kammeroper „Aminta e Fillidfe“ offiziell seine Saison2016. 14 Konzerte und Gesprächsveranstaltungen stehen auf dem Programm, das Speicher-Geschäftsführer Henry C. Brinker hat drucken lassen – zu früh, denn jetzt konnte er bekanntgeben, dass die Kulturstätte im Harburger Binnenhafen ihr Programm für dieses Jahr noch einmal deutlich erweitern konnte. Möglich wurde dies durch drei neue, renommierte Kooperationspartner: Die Initiative „Weltklassik am Klavier“, die Tanja-Liedtke-Stiftung und den Quickborn-Verlag.

Außerdem konnte er eine weitere Neuerung mitteilen: „Wir haben am Speicher jetzt Harburgs längste Theke“, sagt Brinker. Der Hintergrund: Hamburgs ältester Hafenspeicher liegt direkt am Kaufhauskanal und hatte einst eine eigene Kaikante. Die wurde aufgrund ihres Zustandes mit einem Holzdeck überbaut, aber stilecht ohne Geländer belassen. Das führte dazu, dass sich einige Gäste unwohl fühlten, wenn sie zu nah ans Wasser kamen. Schweren Herzens ließ Brinker nun doch ein Geländer bauen, „aber dann gleich so, dass die Gäste ihre Gläser sicher darauf abstellen können“, sagt er. „Diese neue Theke ist rekordverdächtige 28 Meter lang.“

Bereits am 18. Mai kommt die erste der drei neuen Kooperationen zum Tragen: Die Tanja-Liedtke-Stiftung und der Dachverband Tanz Deutschland unter Leitung von Michael Freundt veranstalten ein Symposium im Speicher. Einen Tag lang dreht sich alles um die Auswirkungen der Digitalisierung auf Dokumentation und Kommunikation von Tanz vor allem auch in bewegten Bildern. Die Veranstaltungen, die tagsüber stattfinden richten sich eher an Fachpublikum, die Abschlussveranstaltung am Abend auch an die Öffentlichkeit. „Grundsätzlich sind aber auch die Tages-Workshops öffentlich“, sagt Organisator Michael Freundt.

Für plattdeutsche Programme konnte der Quickborn-Verlag als Kooperationspartner gewonnen werden. Geplant sind Lesungen und Aufführungen zu aktuellen Themen. Den Anfang macht eine Lesung der Ohnsorg-Schauspielerin Sandra Keck im September. Im nächsten Jahr, dem Lutherjahr 2017, soll der Schwerpunkt dann auf religiösen Texten in niederdeutscher Sprache liegen. „Weltklassik am Klavier!“ verspricht eine Initiative der norddeutschen Unternehmerin Kathrin Haarstick. In Zusammenarbeit mit der Juilliard-School in New York, der Musikhochschule Hannover und einem Moskauer Musikkonservatorium verschafft die Initiative internationalen Spitzenkünstlern ein angemessenes Auftrittsforum in zahlreichen deutschen Städten – ab Oktober auch in Harburg. Für die Weltklassik-Reihe wird der Speicher auch im Winter bespielt. Wegen der Beheizung des Saals ist das aufwändig.

Die zweite Veranstaltung im Speicher nach der Saisoneröffnung findet bereits ein Wochenende später statt. Am Sonntag, 8. Mai um 16 Uhr spielt die Hamburger Camerata Werke von Telemann, Vivaldi, Grieg und Mendelssohn. Weil dann Muttertag ist, verspricht Henry C. Brinker allen Müttern eine Überraschung.