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Trauer um Margarete Ziegert

Die Integrationsbeauftragte des Landkreises Harburg engagierte sich seit rund 30 Jahren für Flüchtlinge in Jesteburg

Die Integrationsbeauftragte des Landkreises Harburg engagierte sich seit rund 30 Jahren für Flüchtlinge in Jesteburg

Foto: sra

Sie galt über die Grenzen Jesteburgs hinaus als Anwältin für Integration und Menschlichkeit. Einen Tag nach ihrem 81. Geburtsag ist Magarete Ziegert gestorben.

Jesteburg.  Sie war ein Frau der Tat, eine Frau, die ihre Standpunkte klar vertrat. Margarete Ziegert hat in ihrem Leben viel bewegt, vor allem viel für andere. Am Ostermontag ist die Jesteburgerin mit 81 Jahren, nur einen Tag nach ihrem Geburtstag, gestorben.

Engagement in der Politik sah Margarete Ziegert als willkommenes Mittel, vor allem soziale Projekte voranzutreiben. Sie war seit 1971 kommunalpolitisch im SPD-Ortsverein Jesteburg aktiv.

20 Jahre lang führte sie dort die Fraktion, war stellvertretende Samtgemeindebürgermeisterin, Vorsitzende der AG 60plus und 30 Jahre Ratsmitglied. „Kommunalpolitischer Sachverstand, Empathie und Integrität“ – diese Eigenschaften hob 2004 der ehemalige Landrat Axel Gedaschko in seiner Laudation hervor, als er sie mit dem Bundesverdienstkreuz auszeichnete.

Schöffin beim Landgericht Stade, Mitbegründerin des Fördervereins für das Frauenhaus im Landkreis Harburg, Mitglied in der Bürgerinitiative gegen Ausländerfeindlichkeit, im niedersächsischen Flüchtlingsrat sowie aktiv in der Initiative „Gesicht zeigen“ – Margarete Ziegert hat Hilfe und Unterstützung aus tiefster Überzeugung und vollem Herzen gelebt.

Am nachhaltigsten war ihr Engagement für Flüchtlinge. Vor 30 Jahren gründete sie die Kleiderkammer in Jesteburg und baute einen gut funktionierenden Helferkreis auf. „Nach allem, was an Grausamkeiten in meiner Kindheit geschah, kann ich sagen, Gott hat mir das Leben zweimal geschenkt.“ Als nach dem Zweiten Weltkrieg aus Ostpreußen Vertriebene, wusste Margarete Ziegert, wie sich Krieg und Vertreibung anfühlen.

Und so ist es nur folgerichtig, dass sich die Familie für die Beerdigung am Donnerstag statt Blumen Spenden für die Flüchtlingsarbeit wünscht.