Harburg
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Binnenhafen-Schülerkunst im Phoenix-Center

Menschen als Massenware: Eine Collage aus Foto und Gemälde

Menschen als Massenware: Eine Collage aus Foto und Gemälde

Foto: Lars Hansen / xl

Kunstkurs des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums arbeitete intensiv a n Kaikante, Kiosk und Kanälen – mit vielfältigen Ergebnissen.

Harburg.  Ein Semester lang setzten sich 22 Schülerinnen und Schüler aus dem Abijahrgang des Alexander-von-Humboldt-Gymnasiums mit dem Harburger Hafen auseinander. „Was war – was ist – was wird?“ hieß der Projekt-Titel.

Die Stadtplanerin Birgit Caumanns begleitete das Projekt, die pädagogische Federführung hatte Kunstlehrerin Anke Hoyer. Nach einer feierlichen Kurz-Schau im Speicher am Kaufhauskanal und Teilausstellungen im Kulturkiosk werden die Werke nun von Donnerstag dem 7. bis Sonnabend dem 16. April im Harburger Phoenix-Center ausgestellt.

In der Wahl ihrer Mittel hatten die Schüler freie Hand – allerdings nicht, ohne dass Anke Hoyer ihnen zuvor die theoretischen Grundlagen diverser Kunstformen und Arbeitstechniken beigebracht hätte. So kamen von den fünf Schülergruppen fünf ganz unterschiedliche Arbeiten – vom klassischen Bild auf Staffelei bis zum Video.

Gleich zwei Gruppen hatten sich auf den alten Kiosk an der Blohmstraße gestürzt: Antonia, Madeleine, Sofia und Rabea hatten sich Christo zum Vorbild sowie einige Quadratmeter Rettungsfolie zur Hand genommen und die Blechbude goldig verhüllt.

Christoffer, Kaya, Maxime, Verona und Kimberley wollten den Bezug der Trinkhalle zur Arbeitswelt Binnenhafen herausstellen. Die Mädchen posierten in Arbeiterkleidung vor dem Kleinbau – mit Anlehnungen an J. Howard Millers Plakatserie „Rosie the Riveter“ aus den 40er-Jahren der USA.

Beyza, Johanna, Philipp und San­dra nahmen sich den Kulturkran vor. In ein Foto des Krans mit dem Wohnschiff „Transit“ im Hintergrund montierten sie die Zeichnung eines offenen Containers als Kranlast. Darin drängeln sich Menschen. Darauf steht „Refugees Welcome“. „Wir wollen verdeutlichen, dass Menschen, die zu uns flüchten, mittlerweile nur noch als Zahlen gesehen und in Massen verwaltet werden, wie der Inhalt von Containern auch“, erklärte Philipp das Bild seiner Gruppe.

In einer Videoinstallation mit Styroporblöcken, Wurfsteinen und Konfetti stellten Jan, Louis, Malte, Nico und Stefanie die Geschichte des Harburger Schlosses im Zeitraffer dar.

Berfin, Martin, Mehmet und Osman nahmen sich den alten Speicher und sein nagelneues Nachbarhaus, den „Goldfisch“ vor. Mittels elektronischer Fotobearbeitung vertauschten sie dabei die Fassadenstrukturen. „Der Speicher ist das eigentliche Goldstück“, lautete ihre Aussage.