Harburg
Fischbek

Sport hilft Flüchtlinge zu integrieren

Aydan Özoguz (l.) Walter Schneeloch, Angelika Czaplinski

Aydan Özoguz (l.) Walter Schneeloch, Angelika Czaplinski

Foto: Lars Hansen / xl

Staatsministerin Aydan Özoguz startete bundesweite Initiative „Willkommen im Sport“ in Fischbek.

Fischbek.  „Willkommen im Sport“ heißt ein Programm des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) dessen bundesweiten Auftakt der DOSB am Dienstag in Fischbek zusammen mit der Staatsministerin und Bundesbeauftragten für Migration, Aydan Özoguz, feierte.

Der Ort – die zentrale Erstaufnahme für Geflüchtete am Geutensweg – war nicht zufällig gewählt: Das Programm fördert Sportvereine, die Integrationsarbeit mit Geflüchteten leisten, und der TV Fischbek leistet diese Arbeit in der Erstaufnahme im ehemaligen OBI-Baumarkt anscheinend so gut, dass der DOSB den TVF auf nicht nur diese Weise ehrte sondern auch,indem er den Projekttitel „Willkommen im Sport“ flugs von den Fischbekern übernahm.

„Sport ist ein Integrationsmotor“, sagte der Breitensportbeauftragte und stellvertretende Vorsitzende des DOSB, Walter Schneeloch, gestern in Fischbek. „Weil der Sport eine hervorragende Art ist, Willkommenskultur in nachhaltige Integration zu überführen.“ Staatsministerin Aydan Özoguz konnte ihm da nur zustimmen: „Die Arbeit, die die Sportvereine zur Integration leisten, ist unersetzlich“, sagte sie, „da können staatliche Angebote nicht heranreichen.“

Angelika Czaplinski ist beim TV Fischbek für das Flüchtlingsprojekt zuständig. 24 Stunden, nachdem die Erstaufnahme eröffnet war, war sie mit den ersten Freiwilligen dort, und bot Sport an. „Diese Angebote wurden sofort und begeistert angenommen“, sagt sie. „Viele der Flüchtlinge haben traumatische Erlebnissee zu verarbeiten. Bewegung hilft da.“

Mittlerweile ist das Fischbeker Projekt längst den Schritt von der Soforthilfe zur nachhaltigen Integrationsarbeit gegangen – ohne die niederschwelligen Angebote zu vernachlässigen. Mehrtägige Freizeiten mit Jugendlichen und Flüchtlingen sind ein Bestandteil der Arbeit. „Oft kehren Teilnehmer aus unseren Angeboten in die Familie zurück und sind dort wieder abgeschottet“, sagt Czaplinski. „Wenn wir die ganze Familie mitnehmen, öffnen sie sich viel mehr.“

Das Geld für die Flüchtlingsarbeit nimmt der TV Fischbek aus der öffentlichen Förderung und nicht aus den Mitgliedsbeiträgen. Ziel des DOSB-Projektes ist es, möglichst vielen Vereinen dieses Vorgehen zu ermöglichen. 400.000 Euro stehen dafür im ersten Schritt zur Verfügung. Mehr Geld soll folgen.