Harburg
Todtglüsingen

SV Todtglüsingen startet Aktion mit dem Weissen Ring

Thema Gewalt soll stärker ins Blickfeld gerückt werden

Todtglüsingen.  Die Trainer des Todtglüsinger Sportvereins tragen Schwarz. Nicht als Zeichen der Trauer, sondern als Zeichen des Solidarität mit Opfern von Gewalt. Der Weisse Ring hat die Übungsleiter mit 100 T-Shirts ausgestattet, die die Aufschrift tragen: „Ich kann’s ohne Gewalt. Du auch?“

„Wir haben seit vielen Jahren Kontakt zum Weissen Ring, namentlich zu Karl-Heinz und Karin Langner“, sagt der Zweite Vorsitzende des größten Sportvereins im Landkreis Harburg, Eike Holtzhauer. Anlass war, dass der Verein Frauen, die Opfer von häuslicher Gewalt geworden waren, helfen wollte. „Wir sind Lotsen im Hilfssystem. Wir vermitteln Therapeuten und helfen den Gewaltopfern, in ein normales soziales Umfeld zurückzukehren“, erklärt Karl-Heinz Langner. Er war damals noch Leiter der Tostedter Polizeidienststelle, ist inzwischen pensioniert und leitet die Außenstelle des Weissen Rings im Landkreis Harburg.

Mit der T-Shirt-Aktion, die offiziell „Sportler setzen Zeichen“ heißt, will der Weisse Ring erreichen, dass insbesondere das Thema Gewalt mehr ins Bewusstsein rückt – aber auch, dass die Betroffenen im Sportverein konkrete Ansprechpartner haben, die ihnen weitere Hilfe vermitteln. Denn gerade im Bereich häuslicher Gewalt werden besonders wenige Taten auch angezeigt. „Bei Einbruch sind es 85 bis 90 Prozent aller Taten, bei häuslicher Gewalt nur acht Prozent“, sagt Langner. Das habe auch damit zu tun, dass sich die Opfer häuslicher Gewalt hilflos fühlen. Langner verweist dabei auf das Netzwerk „Pro Beweis“: Am Buchholzer Krankenhaus können Opfer von Gewalttaten Spuren sichern lassen, ohne dass sie umgehend Anzeige erstatten müssen. Die Beweise werden bis zu 30 Jahre aufbewahrt, so dass sie bei einer späteren Anzeige noch herangezogen werden können.

Der Todtglüsinger SV hatte schon zu Beginn der Zusammenarbeit mit dem Weissen Ring eine Ju-Jutsu-Gruppe für Frauen gegründet, die nach einem speziellen Programm des Deutschen Ju-Jutsu-Verbands arbeitet. „Es geht darum, die Teilnehmerinnen vor allem mental zu stärken“, sagt Holtzhauer..