Harburg
Vaensen

Flüchtlinge ziehen in den „Königshof“

Anja Lühmann und  Knuth Theßen vor dem Königshof in Vaensen

Anja Lühmann und Knuth Theßen vor dem Königshof in Vaensen

Foto: Corinna Panek / HA

Das ehemalige Gasthaus in Vaensen wird zurzeit saniert. Der alte Baumbestand bleibt erhalten, verspricht der Eigentümer.

Vaensen.  Die Zufahrt ist voll mit Handwerkerfahrzeugen, daneben ein Silo mit Baustoffen: Am ehemaligen Gasthaus „Königshof“ in Vaensen herrscht rege Bautätigkeit. Der neue Inhaber lässt das Haus zu einem Beherbergungsbetrieb umbauen.

Hartwig Lühmann, Geschäftsführer des gleichnamigen Stahlbauunternehmens in Buchholz, hat das Gebäude gekauft. „Ursprünglich wollten wir den Königshof zu Monteurwohnungen umbauen“, sagt er. Das Unternehmen baut für Airbus zum Beispiel Arbeitsbühnen, Transport- und Aufnahmevorrichtungen für Flugzeugteile.

Viele Mitarbeiter sind daher ständig unterwegs, aber auch immer wieder mal in der Buchholzer Zentrale tätig. „Wir haben uns dann aber anders entschieden und für die Monteure Wohnungen in der Buchholzer Innenstadt gekauft“, sagt Hartwig Lühmann.

Deshalb habe er dem Landkreis Harburg das Objekt zur Miete angeboten, damit dort Flüchtlinge untergebracht werden können. Der Vertrag mit dem Landkreis hat eine Laufzeit von zehn Jahren. Innerhalb der nächsten vier bis sechs Wochen soll das Gebäude bezugsfertig sein.

Noch ist viel zu tun. Neue Fenster hat das ehemalige Gasthaus bereits erhalten, das Dach wurde gereinigt und repariert. „Es entspricht den aktuellen Brandschutzbestimmungen und Energiestandards“, sagt Bauleiter Knuth Thießen. Noch fehlen die Fußböden, und auch der Eingangsbereich wird noch hergerichtet. Außerdem musste eine Fluchttreppe für das Obergeschoss angebaut werden.

Insgesamt werden es 13 Zimmer, fünf Appartements und eine Betreiber- oder Hausmeisterwohnung. Wenn der Mietvertrag mit dem Landkreis Harburg ausgelaufen ist, bleibt der „Königshof“ ein Beherbergungsbetrieb.

Die Appartements können dann auch für einen längeren Zeitraum gebucht werden, im Stile eines sogenannten Boarding Houses. Sie bekommen eine Kochnische, sodass sich die Gäste auf Wunsch auch in Eigenregie versorgen können.

Vom früheren „Königshof“ ist ein nicht mehr sanierbarer Gebäudeteil abgerissen worden. Hier besteht die Möglichkeit, erneut einen Gastronomiebereich anzubauen. Das Gästehaus und das Restaurant könnten dann von einem Pächter gemeinsam betrieben werden.

Eine Nutzung jedoch – die vielleicht der eine oder andere befürchtet, wenn er das Stichwort Beherbergungsbetrieb hört – ist von vornherein ausgeschlossen: „Ein Bordell wird es ganz sicher nicht. Das lässt der Bebauungsplan auch gar nicht zu“, betonen Hartwig Lühmann und seine Frau Anja.

Sie freuen sich darüber, dass das Gebäude, das für das kleine Vaensen ortsbildprägend ist, nun wieder genutzt werden kann. Der Umbau werde nicht mehr als eine Viertelmillion Euro kosten, sagt Hartwig Lühmann.

Und einiges wird auch beim Alten bleiben. Nicht nur der Baumbestand mit Eichen und Buchen bleibt, lediglich ein Baum müsse gefällt werden, sagt Bauleiter Thießen. Auch der Name wird nicht verändert. „Der Königshof bleibt der Königshof“, versichert Hartwig Lühmann.