Harburg
Tötensen/Westerhof

Vier Smiley-Tafeln sollen Raser bremsen

Trotz der neu gebauten Kiestrasse brausen die Lastwagen der Firma Dörner weiterhin durch Tötensen

Trotz der neu gebauten Kiestrasse brausen die Lastwagen der Firma Dörner weiterhin durch Tötensen

Foto: Bianca Wilkens / HA

Entsorgungsspezialist Otto Dörner spendet Tempowarngeräte für die Ortsdurchfahrten von Tötensen und Westerhof.

Die Beziehung zwischen den Einwohnern von Rosengarten und den Mitarbeitern der Deponie Dörner hat in den vergangenen Jahren stark gelitten. Den Lärm, den die vorbeirauschenden Brummis auf dem Weg zur Kiesgrube und Bauschuttdeponie bei Eddelsen machen, war für viele Anwohner kaum noch zu ertragen.

Der Unmut steigerte sich noch, als selbst die Kiestrasse, nicht die Entlastung brachte, die sie versprach. Etwa eine Million Euro hatte die Firma Dörner 2015 in die Entlastungsstraße investiert, um den Verkehr umzuleiten. Doch genutzt hatten die Lastwagenfahrer sie kaum. Die Brummis nutzten weiterhin den Bäcker-Busch-Weg und bretterten durch die Ortschaften Tötensen und Westerhof, um über die A 261 nach Hamburg zu kommen.

Das ist jetzt anders. „Das Problem, dass die Masse unserer Lastwagenfahrer über den Bäcker-Busch-Weg fährt, hat sich gelöst“, sagt Dr. Tilmann Quensell, Geschäftsführer der Otto Dörner GmbH. Mithilfe eines neuen Verkehrsleitsystems an den Ausfahrten der Bauschuttdeponie werden die Lastwagenfahrer verstärkt gezwungen, die Entlastungsstraße zu nutzen.

Die führt zur Hittfelder Landstraße, so dass die Brummifahrer über die Anschlussstelle Fleestedt auf die Autobahn 7 Richtung Hamburg fahren. Das soll den Verkehrslärm in den Ortsteilen Tötensen und Westerhof der Gemeinde Rosengarten reduzieren. Offenbar hat das neue Leitsystem seine Wirkung nicht verfehlt. „Es hat insgesamt zur Verbesserung beigetragen“, sagte Carsten Peters, Erster Gemeinderat in Rosengarten. Das bestätigte auch Regina Lutz, Ortsbürgermeisterin von Tötensen.

Das ist jedoch nicht das einzige, unter dem die Einwohner leiden. Nicht nur, dass die Brummis ständig vor der Haustür vorbeirattern, noch dazu halten sich viele nicht an die Geschwindigkeitsbegrenzung. Mehrere Messungen Ende 2015 und Anfang 2016 haben ergeben, dass die Autofahrer auf den Ortsdurchfahrten von Tötensen und Westerhof das vorgegebene Tempo überschreiten.

In Westerhof haben sich die Autofahrer in 700 Fällen nicht an die Geschwindigkeit gehalten, und in Tötensen gab es gar mehr als 1000 Tempoüberschreitungen. Schätzungsweise zehn bis 15 Prozent der Autofahrer sind laut Gemeindeverwaltung schneller unterwegs als sie dürfen. Auch dieses Problem will die Firma Dörner nun lösen. Sie hat der Gemeinde Rosengarten jetzt vier Geräte mit Geschwindigkeitsanzeigen im Wert von mehr als 8500 Euro gespendet.

Die elektronischen Tafeln sind nicht mit Blitzern zu verwechseln. Sie verraten den Autofahrern vielmehr deren Geschwindigkeit. Liegt das Tempo innerhalb des erlaubten Bereichs, erscheint ein Smiley auf der Tafel.

Die elektronischen Anzeigetafeln sollen an Ortseingängen und an Schulen und Kindergärten eingesetzt werden. Die erste Anzeige wird an der Hamburger Straße am Mittwoch, 30. März, 11 Uhr, von Dörner-Geschäftsführer Dr. Tilmann Quensell am südlichen Ortseingang Tötensen montiert und an Rosengartens Bürgermeister Dirk Seidler übergeben.

Die Maßnahmen zeigen, dass das Unternehmen Dörner um ein Auskommen mit den Einwohnern bemüht ist. Dörner weiß: Den Standort bei Eddelsen kann das Unternehmen langfristig nur sichern, wenn es den Anwohnern die negativen Folgen des Bauschutttransports so erträglich wie möglich macht.

„Auch wenn nur noch wenige unserer Lastwagenfahrer die Durchgangsstraßen von Tötensen und Westerhof befahren, wollen wir dazu beitragen, dass die Geschwindigkeit eingehalten wird“, sagte Quensell. Er will die Investition in die Geschwindigkeitsanzeigen als Geste an die Bewohner verstanden wissen.