Harburg
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Wenn der Kleiber mit dem Krokus...

Der Frühling – man kann ihn schon sehen: Wenn man nur den Kalender etwas vorblättert, findet man dort den Frühlingsanfang für Montag fest eingeplant. Was natürlich doof ist: Ich hätte am liebsten jetzt gleich schon ein Frühlingswochenende. Meteorologisch ist ja ohnehin schon seit Wochen Frühling und rein gefühlt hat sich der Winter auch nicht lange angestrengt. Die Krokusse welken schon fast wieder und Hamburgs offizielle Frühlingsboten, die Forsythien, fangen an zu blühen.

Man kann den Frühling aber auch hören: Überall raschelt und kruschelt und piept es: Die Amselmännchen versuchen, ihre Angebeteten mit besonders kreativen Gesängen zu verführen, während andere eher pragmatisch balzen: Mit einem einfachen „Sit“ pfeift der Kleiber der Kleiberin hinterher. Was respektlos ist, denn sein winterlicher Revierruf „Wiwiwi“ ist da ausgefeilter. Wirklich eine Scheibe abschneiden könnte sich der Kleiber vom Spatzen mit seinem Rhytmusvarianten-reichen „zi-zi-zi-zizzizzi-Brrzzi-ziez“ oder wenigstens der Blaumeise mit ihrem „ti-ti-ti-tirr“

Als verlässlicher Frühlingsbote taugen diese Rufe allerdings nicht viel: Aufgrund des milden Winters ertönten sie teilweise auch im Januar, wann immer die Sonne die Hormondrüsen der Singvögel kitzelte. Verlässlicher zeigt den Wilstorfer Frühlingsbeginn folgender Laut an: „Bmmmmmmb-rorrorrorrooooooor- mmmmmmmm“. Das ist Reinhard mit seinem Rasenmäher. Wenn der loslegt, kann man schon mal die T-Shirts bügeln. Dann dauert es auch nicht mehr lange, bis Werner ein Haus weiter mit dem „Fffump!“ einer formidablen Verpuffung mittels einer halben Flasche Spiritus die Grillsaison eröffnet.