Harburg
Veranstaltungstipp

Drei Operndiven sind zwei zu viel

Foto: Operwerkstatt am Rhein / HA

Die Sängerinnen der Opernwerkstatt am Rhein liefern sich im ric-Hittfeld einen amtlichen Zickenkrieg mit viel Musik.

Wer glaubt, dass Oper langweilig, staubig und was für alte Leute ist, der sollte mal mutig sein und sich zu den „Drei Diven“ ins Veranstaltungszentrum „ric“ nach Hittfeld trauen.

Denn das, was dort drei Sängerinnen der Opernwerkstatt am Rhein aus Köln im wahrsten Sinne des Wortes „veranstalten“, macht klar: Oper kann vieles sein, aber auch witzig, sarkastisch, sehr unterhaltsam und manchmal sogar ganz schön gemein. Das liegt in diesem Fall wiederum nicht an der Musik, sondern an diesen drei sehr speziellen Performerinnen, die sich weder gegenseitig noch dem Publikum etwas schenken. Von Anfang an wird gemotzt und gestichelt, was das Zeug hält.

Drei „Operdiven“, nämlich die männermordende „Violetta Rumsas“ aus Osteuropa, die Blut- und Bodensängerin „Ursula Messerschmidt“ und „Virginia Zézé“, mehr Frau als Mann, sind die Stars eines fiktiven Benefizabends und sollen sich nun auf der Bühne zusammenraufen. Für die drei Damen ein schweres Unterfangen, für das Publikum genügend Futter für ausgiebige Lachattacken. Denn es fällt allen drei Göttinen am Opernhimmel äußerst schwer, sich nicht gegenseitig an die Gurgel zu gehen. Schließlich ist man gekommen, um dem Publikum zu beweisen, wie groß das Divenherz ist.

Auf der Bühne buhlen sie nun um die Gunst des Publikums, anfangs noch sehr dezent, im Laufe des Abends aber werden die Ellenbogen weit ausgefahren. Und es wird immer turbulenter. Witze werden auf Kosten der Konkurrenz gerissen und das Publikum darf entscheiden, ob als nächstes Mozart oder Rammstein gesungen wird. Am schönsten ist es, wenn Diva Violetta vor ihrer Arie „Stroganoff“ von Friedrich Holländer mit einem Tablett voller randvoll gefüllter Wodkagläser Freude in die Augen einiger Gäste zaubert. Wer Lust hat auf Musikkabarett zum Anfassen, sollte einen Platz in den vorderen Reihen buchen.

Freitag, 18. März, ric-Hittfeld, Werkstraße 6, Karten 28 Euro, 04105/20 23