Stadtentwicklung

So will der Senat Harburg und Eidelstedt aufwerten

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Die Fußgängerzone der Lüneburger Straße in Harburg ist geprägt von Leerständen und Billigläden

Die Fußgängerzone der Lüneburger Straße in Harburg ist geprägt von Leerständen und Billigläden

Foto: Anima Berten

Mehr Grün, bessere Wege, mehr Wohnungen: Hamburg will die beiden Stadtteile verschönern und attraktiver für Läden und Familien machen.

Hamburg.  Eidelstedt-Mitte und die Harburger Innenstadt sind nicht unbedingt für ihre Attraktivität bekannt. Das sieht der Senat offenbar ähnlich und erklärt die beiden Stadtteile zu Fördergebieten. Mit Mitteln des Rahmenprogramms Integrierte Stadtteilentwicklung (RISE) soll die Aufenthaltsqualität dort künftig verbessert werden.

Investitionen in Infrastruktur, Straßen und Plätze

„Wir entwickeln Hamburg als lebenswerte Stadt weiter und fördern den sozialen Zusammenhalt. Deshalb haben wir diese zwei Gebiete mit Unterstützungsbedarf als neue Fördergebiete festgelegt und investieren in soziale Infrastruktur, Straßen und Plätze und die Stärkung der Nahversorgung“, sagte Stadtentwicklungssenatorin Dr. Dorothee Stapelfeldt bei der Landespressekonferenz.

„Das geht nur mit den Bürgerinnen und Bürgern vor Ort. Deswegen sollen ihre Mitwirkungsmöglichkeiten gestärkt werden“, sagte Stapelfeldt weiter. Untersuchungen der zuständigen Bezirksämter Eidelstedt und Harburg hätten Unterstützungsbedarf in den Quartieren gezeigt.

Die Bund-Länder-Städtebauförderung, die in Hamburg unter Integrierter Stadtteilentwicklung firmiert, leiste einen entscheidenden Beitrag, um für mehr Lebensqualität in den Stadtteilen zu sorgen. Auch die Bezirke, andere Behörden sowie die Wirtschaft und private Eigentümer beteiligen sich demnach an dem Vorhaben.

Das soll in Eidelstedt-Mitte geschehen

Das Fördergebiet Eidelstedt-Mitte umfasst den zentralen Bereich um den Eidelstedter Platz. Westlich daran anschließend das Wohnquartier Eisenbahnerviertel bis zur Bahntrasse und der S-Bahnstation Elbgaustraße. Nördlich des Eidelstedter Platzes ist das Wohnquartier um Pflugacker und Hörgensweg einbezogen, östlich auch das Gebiet zwischen Duvenacker und Steinwiesenweg.

Das Bezirksamt Eimsbüttel habe dort „städtebauliche Defizite und vermehrt Leerstände und Billiganbieter“ festgestellt. Weil die verschiedenen Ladenstandorte rund um den Eidelstedter Platz unzureichend miteinander verbunden seien, sollen Orientierungsmöglichkeiten ausgebaut und die Gestaltung der öffentlichen Straßen und Plätze verbessert werden.

Bürgerhaus, Wochenmarkt und Parksystem modernisieren

Auch das Eidelstedter Bürgerhaus weise Modernisierungsbedarf auf. Das Bürgerhaus soll als Treffpunkt im Stadtteil gestärkt werden. Das Gebiet soll als zentraler Versorgungsbereich für das Einkaufen gestärkt werden. Auf dieser Grundlage soll Eidelstedt-Mitte mit Mitteln der Programme „Stadtumbau“ sowie „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ der Bund-Länder-Städtebauförderung unterstützt werden.

Das Eidelstedter Zentrum werde über die Weiterentwicklung des Wochenmarktes, bessere Wegeverbindungen und durch bessere Verkehrsanbindungen sowohl im Nahverkehr als auch über ein Parkleitsystem gestärkt. Entscheidend sei aber auch die Vernetzung der Geschäftsinhaber und Gewerbetreibenden vor Ort.

Neue Sozialwohnungen geplant

Das angrenzende Wohngebiet, das Eisenbahnerviertel, soll qualitativ verbessert werden. Damit es den modernen Anforderungen an ein stabiles und gut ausgestattetes Wohnumfeld gerecht werden könne, sollen die soziale Infrastruktur und die Grünflächen aufgewertet werden, Spielmöglichkeiten für Kinder verbessert und neuen Wohnungen sowohl öffentlich gefördert als auch frei finanziert realisiert werden.

Die weitere Gebietsentwicklung in Eidelstedt-Mitte soll das Bezirksamt Eimsbüttel unter Beteiligung der Bürger gestalten. RISE biete dafür zahlreiche Möglichkeiten, beispielsweise die Einrichtung eines Stadtteilbüros als Anlaufstelle im Quartier, die Beauftragung eines Gebietsentwicklers als Ansprechpartner oder die Einrichtung eines Verfügungsfonds zur unbürokratischen Förderung kleinerer Maßnahmen.

Auch durch die geplanten Flächen für die Flüchtlingsunterbringung in Festbauten wird Eidelstedt in den kommenden Jahren weiter wachsen. Hier soll die Entwicklung dieser neuen Wohnquartiere unterstützt und die Integration ihrer neuen Bewohner mit den bereits ansässigen Eidelstedtern gefördert werden.

Das soll in Harburg und Eißendorf geschehen

Das neue Fördergebiet Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost wird umrahmt von der B73 mit der Buxtehuder Straße, den denkmalgeschützten Phoenix-Hallen und dem Wallgrabenquartier. Leerstände gebe es vor allem im Südteil der Lüneburger Straße, im Bereich Harburg Center, Harburg Carrée und Seevepassage.

Die Innenstadt Harburgs soll zu einem attraktiven, belebten urbanen Zentrum mit hoher Aufenthaltsqualität und stark nachgefragter Versorgungsfunktion entwickeln. Die Wohnfunktion der Innenstadt soll erhöht und die Belebung in den Abendstunden verbessert werden. Darüber hinaus sei der Wohnungs- und Gebäudebestand in Eißendorf-Ost, insbesondere im Bereich Eißendorfer Straße und Bremer Straße, insbesondere in energetischer Hinsicht sanierungsbedürftig.

40 Prozent der Kinder auf Sozialhilfe angewiesen

Die Gestaltung öffentlicher Straßen und Plätze sei teilweise unzureichend. Eine Auswertung der Sozialstruktur habe ergeben, dass es über alle Altersschichten der Bevölkerung hinweg einen erhöhten Anteil von Menschen gibt, die auf Transferleistungen angewiesen sind. Die soziale Belastung des Gebiets zeig sich vor allem in den jüngeren Altersschichten: Rund 40 Prozent der Kinder unter 15 Jahren sind auf Sozialhilfe angewiesen. Dieser Anteil ist doppelt so hoch wie im Hamburger Durchschnitt.

Angesichts des besonderen Entwicklungsbedarfs des Gebiets und der Zusammensetzung und wirtschaftlichen Situation der dort lebende Menschen habe der Senat das Gebiet Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost als Gebiet der „Sozialen Stadt“ festgelegt.

Grünflächen und Bewegungsmöglichkeiten

Die Wohnqualität solle durch eine Aufwertung der Wohngebäude im Gebietsteil Eißendorf-Ost verbessert werden. Freiräume und Grünflächen von Eißendorf-Ost werden aufgewertet um verbesserte Möglichkeiten für die Bewohner zu schaffen, Sport zu treiben.

Die Wegeverbindungen zwischen den einzelnen Quartieren, insbesondere die Verbindungswege in die Grünräume von Eißendorf-Ost und zum Harburger Binnenhafen, werden verbessert und gestalterisch aufgewertet. Auf dieser Grundlage soll das Gebiet Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost mit Mitteln der Programme „Soziale Stadt“ sowie „Aktive Stadt- und Ortsteilzentren“ der Bund-Länder-Städtebauförderung unterstützt werden.

Die weitere Gebietsentwicklung im Gebiet Harburger Innenstadt/Eißendorf-Ost soll das Bezirksamt Harburg unter Beteiligung der Bürger gestalten.

( ras )

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