Harburg
Hoopte

Fährmann, Kapitän und Gastgeber an Bord

Reederei-Chef Dariusz Bednarkiewicz steigt auf die „Hoopter Möwe“ über. Sie wird für Gäste der Stint-Lokale schon vom heutigen Sonnabend an fahren

Reederei-Chef Dariusz Bednarkiewicz steigt auf die „Hoopter Möwe“ über. Sie wird für Gäste der Stint-Lokale schon vom heutigen Sonnabend an fahren

Foto: Rolf Zamponi / HA

Heute eröffnet Dariusz Bednarkiewicz die Saison für seine Linie zwischen Hoopte und Zollenspieker. Die Preise für die Überfahrt bleiben konstant.

Hoopte.  Die „Hoopter Möwe“ hat wieder Fahrt aufgenommen. Am heutigen Sonnabend um 8.30 Uhr wird sie mit Kapitän Nils Wellert am Steuer in Hoopte zum ersten Mal in dieser Saison zur Fahrt über die Elbe Richtung Zollenspieker ablegen.

Reederei-Chef Dariusz Bednarkiewicz, der ab 14 Uhr das Ruder übernimmt, beginnt schon einige Tage vor dem 1. März mit den Überfahrten. Der Grund: Die Anfragen von hungrigen Kunden von Restaurants, die Stint anbieten, häuften sich bei der Erlebnis-Reederei Zollenspieker-Hoopte. Deshalb ist die Fähre an beiden Tagen des Wochenendes bis 20 Uhr unterwegs. Von Montag an wird wieder von
6 Uhr bis 20 Uhr gefahren. Das Ende der Fähr-Saison ist wie bisher für den 30. November eingeplant.

Bednarkiewicz und seine Frau Alexandra Liebaug haben für die Saison viele ausgesuchte Ausflugsfahrten ins Programm genommen. Für die Passagiere der Fähre bleibt jedoch fast alles beim Alten. So sind die Preise seit 2008 konstant. Daran ändert sich auch 2016 nichts.

Eine Überfahrt für einen Pkw mit Fahrer, kostet vier Euro jeder weitere Insasse zahlt 1,50 Euro. Wer mit dem Motorrad kommt, muss eine Karte für drei Euro lösen, ein Sozius eine für 1,50 Euro. Neu ist jedoch die Farbe der Reederei, bei der künftig alle Schiffe weiß statt beige sein werden. „Die Farbe soll zeigen, dass es sich um unsere Flotte handelt“, sagt Bednarkiewicz.

Die „Hoopter Möwe“ hat jetzt eine Außenbeleuchtung mit LED-Technik, in ihrem neu gestalteten Fahrgastraum hängt ein Bild von Hamburgs bekanntestem Fährmann, den alle Käpt’n Kuddel nannten. Karl-Heinz Büchel, der die Fährlinie zum 1. April 1984 übernommen hatte, war im Oktober 2014 gestorben. Der neue Chef der Flotte ist sein Stiefsohn.

Der hat nun gemeinsam mit seiner Frau das neue Programm für die Ausflugsfahrten für 2016 aufgestellt. Dazu gehören Abendfahrten immer freitags durch die Speicherstadt, bei denen den Gästen spanische Tapas serviert werden. Abends geht es aber auch durch den Hafen mit italienischem Buffet oder einem Spanferkelessen.

Neu ist beispielsweise ein Krimi Diner, bei dem eine Schauspielgruppe an Bord die Gäste unterhalten soll. „Wir wollen viel ausprobieren und auch auf ein Publikum im Alter von 30 und 40 Jahre eingehen“, sagt Liebaug. „Die Fahrten sollen Event-Charakter bekommen.“

Mit der Fahrgastschifffahrt war Bednarkiewicz schon 2015 zufrieden. „Wir hatten noch nie so viele Charterfahrten“, sagt er. Für Hochzeiten, Geburtstage, Familienfeiern oder Firmen-Ausflüge stehen die „St. Nikolaus“ und die größere „Käpt. Kudd’l“ bereit. Umsatzzahlen liegen noch nicht vor. Der Trend zeigt aber nach oben.

Bei einem Tag der Offenen Tür wird die Reederei am Sonntag, 20. März, über ihre Angebot informieren. Die beiden Fahrgastschiffe werden von zwölf bis 16 Uhr dekoriert am Fähranleger in Hoopte liegen und können besichtigt werden. „Zu diesen Tagen kommen immer mehrere hundert Menschen“, weiß Liebaug aus Erfahrung. Die gesamte Mannschaft der Reederei wird an dem Sonntag vor Ort sein.

Personal ist ein Thema für den Reedereichef und seine Frau. „Wir brauchen ab sofort einen Schiffsführer mit Binnenschiffer-Patent in Vollzeit“, sagt Bednarkiewicz. Außerdem gesucht: ein Kassierer, der vor Schicht- und Wochenenddiensten an Bord bei Wind und Wetter nicht zurückschreckt.

Auch einen Allrounder, der überall mit anpacken kann, will das Ehepaar einstellen. „Was wir suchen, ist ein Mädchen für alles, aber männlich“, scherzt Liebaug. Gefunden haben die beiden ihre erste kaufmännische Mitarbeiterin, die am 1. März anfangen wird.

Eine Veränderung gibt es auch bei der Flotte – einen Abgang. Die Barkasse „Patrick“ hat Bednarkiewicz verkauft. Das 1949 gebaute Schiff, das jetzt „Jacob“ heißt, wurde umgebaut und soll am 4. März zu seiner Jungfernfahrt für das Hamburger Fünf-Sterne-Hotel Louis C. Jacob starten. Das Hotel hat das Schiff von seinem jetzigen Eigner exklusiv gechartert.

„Das Schiff wird nach unseren Wünschen unter der Federführung der Innenarchitektin und Designerin Ilka Mehrtens Paulsieg zum wohl schönsten Schiff auf der Elbe verwandelt,“ schwärmte Hotel-Direktor Jost Deitmar im Januar. Mit der Eröffnung der Elbphilharmonie soll die „Jacob“ vom 11. Januar 2017 an in einem Shuttleservice direkt bis zum Anleger des Konzerthauses fahren.

Karl-Heinz Büchel dürfte das gefallen. Er hatte zu Lebzeiten schon einmal über einen Verkauf verhandelt. „Es ist jetzt so gekommen, wie es sich Karl vorgestellt hat“, sagt sein Stiefsohn. „Das Schiff ist in sehr guten Händen.“