Harburg
Winsen

Erste Energie-Sparmesse in Winsen

Messe-Chef Rainer Heinzel, André Wiese, Christoph Schmidt-Eriksen (Land) und Rainer Rempe (v.l.)

Messe-Chef Rainer Heinzel, André Wiese, Christoph Schmidt-Eriksen (Land) und Rainer Rempe (v.l.)

Foto: Rolf Zamponi / HA

Land Niedersachsen entscheidet sich für neuen Standort: Sanierung von Privathäusern im Mittelpunkt.

Winsen.  Premiere in Winsen: Zum ersten Mal wird es in der Kreisstadt am 4. und 5. Juni eine Energie-Spar-Messe geben. Sie rückt in einer Reihe von bislang vier Aussstellungen, die das Land Niedersachsen in den Regionen Harz, Weser-Bergland, Oldenburger Land und in Wilhelmshaven im Turnus von zwei Jahren auslobt.

„Wir haben den Bedarf in der Region südlich von Hamburg gesehen und festgestellt: Da fehlt noch etwas“, sagte Christoph Schmidt-Eriksen, der Leiter des Referats Erneuerbare Energien im Niedersächsischem Umweltministerium, der das Projekt mit vorstellte. Anfang Juni soll Umweltminister Stefan Wenzel die Messe in Winsen eröffnen.

Dem Ministerium geht es mit den Messen vor allem darum, private Eigentümer für das Sanieren ihrer Gebäude zu motivieren. Denn bislang liegt die Modernisierungs-Quote im Wohnungsbestand bei einem Prozent.

„Dabei gibt es gerade bei den Gebäuden ein großes Energie-Einsparpotenzial. Denn 40 Prozent des gesamten Verbrauchs entfallen auf Wärme“, sagte der Ministerialrat. Die Ausstellung soll nun private Investoren, Hersteller und Handwerker zusammenbringen.

„Wir wollen die Bürger in den Regionen nicht schlechter stellen als in den Großstädten“, sagte Rainer Heinzel, Geschäftsführer beim Veranstalter ProFair aus Hildesheim. Die Angebote auf der Messe werden von Möglichkeiten des Dämmens über Passivhäuser bis zu den Heizungen und der Energieerzeugung reichen. Bei den Heizungen beginnt die Modernisierung mit Brennwerttechniken, die bei Öl- und Gasheizungen eingesetzt werden können.

Wer auf erneuerbare Energien setzt, kann zwischen Pellets und Holzschnitzeln oder Erd- und Luftwärmepumpen wählen. Dazu wird das Landesamt für Geologie einen Stand auf der Messe aufbauen. „An einem Rechner kann dann für jedes Grundstück ermittelt werden, ob darunter eine Tiefenbohrung für Wärme aus dem Boden möglich ist“, versicherte ProFair-Geschäftsführer Heinzel.

Bei der Energieerzeugung stehen Kleinwindanlagen und Fotovoltaik im Mittelpunkt. Hausspeichersysteme ermöglich es inzwischen, Sonnen- und Windstrom tagsüber zu speichern und die Energie dann in den Abendstunden zu verbrauchen.

Sowohl der Landkreis Harburg als auch die Stadt Winsen sehen in der Wahl der Kreisstadt als neuen Messestandort eine „Wertschätzung der eignen Aktivitäten beim Klimaschutz über bereits viele Jahre“, wie Landrat Rainer Rempe sagte. Das auf Grund der finanziellen Belastungen Ende 2014 ausgelaufene Förderprogramm wurde bislang von 6400 Haushalten genutzt.

Der Landkreis übernimmt aber noch immer die Kosten für eine erste Energieberatung für die Bürger. Dies gilt bis Ende 2017. Die Berater kommen von der Verbraucherzentrale/Deutscher Hausfrauenbund Niedersachsen. Die Stadt und der Kreis sind Kooperationspartner der Messe. „Sie ist für Winsen und Umgebung ein großer Gewinn“, sagte Bürgermeister André Wiese.

Ausgestellt wird in der Winsener Stadthalle und auf dem Außengelände. Heinzel rechnet mit 80 Ausstellern, gebucht haben bisher rund 40. Der Eintritt wird bei fünf Euro liegen. Es werden aber auch zahlreiche Gutscheine für die Messe verteilt. Anfang Juni werden 3000 bis 4000 Eigentümer von Gebäuden erwartet

Kundenbefragungen auf den anderen Messen haben ergeben, dass sie sich zumeist bereits mit den Techniken auseinander gesetzt haben. Die meisten wollen innerhalb von 36 Monaten investieren.