Harburg
Winsen

Heidewasser-Vertrag bis zum Herbst

Hamburg bekommt aus der Heide Trinkwasser. Das ist umstritten.

Hamburg bekommt aus der Heide Trinkwasser. Das ist umstritten.

Foto: IGN / HA

Umweltausschuss billigt Zeitplan der Kreisverwaltung. Hamburg will 16,1 Millionen Kubikmeter fördern.

Winsen.  Der Vertrag zwischen dem Landkreis Harburg und Hamburg Wasser über die Entnahme von Grundwasser aus der Heide soll noch vom amtierenden Kreistag in seinen Eckpunkten beschlossen werden. Dem von der Kreisverwaltung vorgelegten Zeitplan hat der Kreis-Umweltausschuss am Dienstag einstimmig zugestimmt.

Allerdings soll der vollständige Bescheid auch noch einmal dem neuen Kreistag nach der Kommunalwahl vorgelegt werden. Dies könnte erneut zu Verzögerungen führen, da sich das höchste politische Gremium des Landkreises erst im November konstituieren und erst danach die Arbeit aufnehmen wird. Zudem wird der gesamte Vertrag um die 400 Seiten enthalten, die zunächst durchgearbeitet werden müssen. Über ein neues Abkommen beim Wasser wird bereits seit zehn Jahren verhandelt.

Nach dem nun vorgelegten Zeitplan sind bis zu zwei Erörterungstermine im April vorgesehen, bei denen Einwendungen gegen die Vereinbarung besprochen werden sollen. Im Umweltausschuss Anfang Juni soll über diese Einwendungen beschlossen werden. Im September, so die Planung, wird im gleichen Ausschuss über Themen wie Ausgleichs- und Ersatzmaßnahmen, die Dauer des Vertrages sowie die zu entnehmende Menge abgestimmt werden.


Derzeit will Hamburg jährlich 16,1 Millionen Kubikmeter Wasser fördern. Diese Menge soll aber um beispielsweise witterungsbedingte Schwankungen ausgleichen zu können, um bis zu 14 Prozent steigen dürfen.

Beschlossen werden soll auch über die Beweissicherung. Damit würde festgelegt, wer für Schäden aufkommt. Darunter fallen auch Schäden, deren Ursache sich nicht genau nachweisen lassen. Abschließend sollen der Kreisausschuss am 19. September und der Kreistag am 26. September über die Neuregelung beschließen. „Der Zeitplan ist ambitioniert. Aber wir sind bereit, uns dafür ins Zeug zu legen“, sagte der scheidende Kreisrat Björn Hoppenstedt, zu dessen Aufgabenbereich der Ausschuss zählt.

Fachbüros sollen zwei weitere FFH-Schutzgebiete prüfen

Ebenso einstimmig wie bei dem ersten Beschluss blieb es im Ausschuss auch beim Thema Natura 2000. Die Vorbereitung der Flora-Fauna-Habitat (FFH)-Gebiete „Garlstorfer Wald und Toppenstedter Wald“ sowie „Wümmeniederung“ sollen private Büros für die Verwaltung übernehmen. Externe Fachbüros bearbeiten bereits sechs andere Gebiete.


Dafür hat der Kreis insgesamt 270.000 Euro bezahlt. „Überraschend günstig“, wie Detlef Gumz, der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde sagte. Da 500.000 Euro für solche Aufgaben bereitstehen, reicht die Summe mindestens noch für die nun anstehenden Arbeiten.

Zu den Zielen der Vergabe der Arbeiten gehört auch, die Arbeiten an allen 15 der EU gemeldeten FFH-Gebiete bis Ende 2017 abzuschließen. Bislang ist dies erst bei drei Gebieten geschehen. Hintergrund dafür ist die Komplexität und der Umfang der Aufgabe. So hat der Europäische Gerichtshof festgelegt, dass die Gebiete unter Naturschutz gestellt werden müssen. Dies schränkt die Arbeit von Landwirten auf den Flächen deutlich ein.

Für die Abteilung Naturschutz und Landschaftspflege hat der Kreis die Zahl der Mitarbeiter bereits um drei aufgestockt. „Mit der Vergabe von Aufgaben sind wir optimistisch, den Termin zu schaffen“, sagte Gumz.