Harburg
Hittfeld

Göhlenbach und seine grüne Achse verdienen Schutz

Silke Wübbenhorst hält den Buchenwald am Meyermannshof für wertvoll

Silke Wübbenhorst hält den Buchenwald am Meyermannshof für wertvoll

Foto: WQübbenhorst / HA

Ein Gutachten von Landschaftsplanerin Silke Wübbenhorst schlägt Maßnahmen als Ausgleich für ein Bauprojekt vor.

Hittfeld.  Als klassischen Bach kann man den Göhlenbach in Hittfeld eigentlich gar nicht bezeichnen. Mal läuft er oberirdisch wie ein normales Gewässer, dann fließt er durch Rohre hindurch und verschwindet bei Aldi am Kreisel sogar komplett unter der Erde. Dennoch prägt der Bach eine grüne Achse, die vom Eddelser Bruch bis zum Regenrückhaltebecken östlich der Bahnhofstraße reicht.

Landschaftlich besonders wertvoll sind vor allem vier Teilstücke: Die Sümpfe und Wiesen des Eddelser Bruchs, der Buchenwald am Meyermannshof – hier entspringt sogar eine Quelle, die einen Teich an der Burg Seevetal speist – sowie der Wald und die Hecken im östlichen Gebiet am Regenrückhaltebecken.

Zu diesem Ergebnis ist Silke Wübbenhorst vom Stadt- und Landschaftsplanungsbüro Mehring aus Lüneburg in einem landschaftsplanerischen Gutachten gekommen, das sie am Dienstag ausführlich dem Umwelt- und Planungsausschuss der Gemeinde Seevetal vorstellte.

Der Grund für die Untersuchung war, dass die Gemeinde in einem informellen Handlungskonzept festgelegt hat, einen maßgeblichen Grün­flächenteil entlang der Straße „Am Göhlenbach“ freizuhalten, wenn nördlich davon schon bald das neue Baugebiet entsteht.

Das Gutachten rechtfertigt dieses Vorhaben. So sei vor allem das Eddelser Bruch mit seinen Sümpfen, Weidengewässern und dem naturnahen Grünland ein wertvoller Bereich, sagte Silke Wübbenhorst. Ein solches Gebiet habe eine große Bedeutung für das Klima, denn es binde CO2.

Ihr Vorschlag deshalb: Das Grünland durch Extensivierung, also eine Verringerung der landwirtschaftlichen Nutzung, noch wertvoller zu machen. Im gleichen Schritt könnte man überlegen, den jahrzehntealten Hausmüll, der unter der Erde lagert, herauszuholen.

„Man muss aber abwägen, ob dadurch nicht zu stark die Biotope zerstört werden“, sagte die Landschaftsplanerin. Darüber hinaus empfiehlt sie, den Kreisel mit Hecken zu bepflanzen, um die Sümpfe besser vor den Schadstoffen zu schützen.

Buchenwald am Meyermannshofsoll in Teilen gesperrt werden

Als nicht minder wertvoll sieht Silke Wübbenhorst den Buchenwald am Meyermannshof an. „Das ist ein alter Waldstandort, der seit Jahrhunderten durchgehend bestanden hat und deshalb eine besondere Bedeutung hat.“

Da durch das geplante Baugebiet mehr Druck auf dieses Gebiet entsteht – derzeit ist zudem eine Erschließung entweder über den Meyermannsweg oder die Straße „Am Göhlenbach“ vorgesehen – empfiehlt die Expertin, die Nutzung der Wege im Wald künftig einzuschränken, um so die Gehölzstruktur zu erhalten.

Das Ufer des Göhlenbachs könnte man dort ebenfalls naturnaher gestalten, außerdem rät sie, das Grünland unbedingt in seinem jetzigen Zustand zu belassen.

Was das Gebiet im Osten angeht, lautete die Empfehlung der Expertin: Auch dort sollte der Wald vor zu viel Spaziergängern geschützt werden, die wertvollen Bäume und Hecken sollten erhalten bleiben, ebenso der offene Blick über die Landschaft.